Wie aus einer Video-Analyse von Frauenbildern in Games eine Bedrohung werden kann

Kennt ihr Anita Sarkeesian? Ihr solltet. Sie hat sich in den letzten Monaten zur Aufgabe gemacht, in gut recherchierten Videos auf ihrem Feminist Frequency YouTube Kanal, die Rolle von Frauen in Videogames zu analysieren.

Und ja, wie zu erwarten ist die Lage – schon immer – traurig. Diese Woche gab es endlich den von mir schon eine Weile erwarteten zweiten Teil von “Women as Background Decoration: Tropes vs. Women in Video Games”, diesmal über die Zusammenhänge zwischen sexuellen Spielzeugen und Frauen als Objekte der Gewalt.

Eine klassische Dokumentation mit wissenschaftlichem Anspruch wenn man so will. Unaufgeregt, analytisch, nüchtern vorgetragen, von vorne bis hinten einleuchtend und völlig ohne Schlagworte, Vereinfachungen, etc. Eigentlich nichts, wovon man – in Zeiten in denen Beyoncé vor einem FEMINIST Background auf den MTV Videoawards tanzen kann – denken würde, dass es große Aufruhr im endlosen Netz der Milliarden konträren Meinungen verursachen könnte.

Denkste. Rechnung ohne die explosive Mischung von Maskulinsten, Gamern, Frauenhassern und sonstigen Betonköpfen gemacht. Feministin zu sein ist immer noch Widerstand. Und der Gegner kann gelegentlich furchtbar massiv werden. Anita Sarkeesian durfte nach der Veröffentlichung des zweiten Videos – neben den üblichen schon alltäglichen Anfeindungen – jetzt die Erfahrung machen, dass sich ein kritisches Video, selbst wenn man nicht mal besonders geheime, persönliche Dinge darin äußert, sehr schnell zur persönlichen Bedrohung entwickeln kann.

Man hatte ihr über Twitter Vergewaltigung und die Ermordung ihrer Eltern angedroht, worauf hin sie die Polizei rufen musste, und für eine Nacht das Haus verlassen.

Falls noch jemand glauben sollte, die Rollen, die Frauen in Games viel zu oft zu übernehmen haben, wären doch gar nicht nicht so schlimm, das sind doch nur Spiele… Nein, das ist kein Spiel.

Also. Unbedingt ansehen, Teil 1 und Teil 2 der Videodoku.

15 Responses

  1. Jagdfuerst

    Solche Androhungen körperlicher Gewalt sind nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt und man sollte unter Umständen etwas dagegen tun.
    Das es aber nicht Feministinnen sind, sondern Männer, die auf Twitter die meisten dieser Hasskommentare abbekommen (und sie auch selbst auch schreiben) interessiert bei der DeBug niemanden, wenn es darum geht eine ‘Moral Panic’ herbei zu schreiben. Das ist schlechter Journalismus.

    http://www.dailymail.co.uk/news/article-2733071/Men-twice-abuse-women-Twitter-ones-trolling.html

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      • Jagdfuerst

        Was war denn daran maskulistisch, Sascha du kleine Spürnase? Ich rate Dir noch paar mal ‘maskus’ oder ‘sexistische kackscheisse’ zu schreiben, damit alle wissen, das auch du dazu gehörst zum kleinen linken antisexististisch queeren Schrebergartenverein, wo man auf solche hohlen phrasen steht und jede Diskussion darüber gleich Gewalt ist

  2. Ron

    Ich finde das immer wieder witzig, wie bei jedem Beitrag, Artikel oder ähnlichem, der irgendetwas mit Feminismus zu tun hat, sofort ach so unterdrückte Männer den Drang verspüren, einen ‘Aber wir armen Männer’-Kommentar zu posten.

    Thema des Artikels ist hauptsächlich die Arbeit von Sarkeesian und wozu sie geführt hat (als Beispiel für die weit verbreitete Tendenz, Frauen mit feministischem Gedankengut durch Mord- und Vergewaltigungsandrohung oder auch -durchführung ruhig zu stellen).
    Twitter-Statistiken dazu anzuführen ist also kein guter Journalismus, sondern hat hier einfach nichts verloren – zumal es beim Dailymail-Artikel um Trolling und Bullying geht und ich kaum glaube, dass die meisten Vergewaltigungsdrohungen an Männer gerichtet sind.

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    • Jagdfuerst

      Hier schrieb ich nichts von unterdrückten Männern, sondern das Männer die meisten dieser Kommentare schreiben und auch an ihrer Geschlechtsgenossen richten. Die gleiche Einstellung die Männer dazu bewegt, wird wohl auch der Grund sein, warum Feministinnen diese Verfewaltigungsdrohungen erhalten. Wer sich also ernsthaft damit auseinandersetzen möchte, muss auch diesen Aspekt beachten und nicht unter Maskulismusverdacht stellen.
      Es sei denn natürlich, Männer sind dieser Person weniger wert als Frauen, was ich niemanden unterstelle.

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  3. Lena K.

    Es tun sich wirklich Abgründe auf. Ich hoffe man kann diese Drohungen zurück verfolgen und die Täter bestrafen. Da Anita Sarkeesian seit Ankündigung der Videoreihe unfassbar viele erhalten hat, ist dies wohl leider unwahrscheinlich, aber man darf ja hoffen. Gerade diese letzten Drohungen sind einfach krank und sind als aufgrund ihrer aus Frauenhass entstandenden Motivation – wie alle hate crimes – besonders ernst zu nehmen (@Jagdfürst).

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  4. HansLanda

    Ach du Schande, die Feministen sinken immer tiefer.
    Ich kenne die genannte Dame zufällig, oder besser gesagt ihre Videos. Nicht weil sie so toll sind, sondern weil ich es nicht fassen konnte dass jemand für diesen “Job” auch noch Spenden “verlangt” und diese auch noch bekommt. Ich glaube mehr als $100.000. Gar nicht mal so schlecht.
    Dumm nur, dass es sich auch bei ihr, wie bei allen “Feministen”, um eine verlogene Person handelt. Einige haben sich tatsächlich die Mühe gemacht diese Person bloßzustellen. Denn anscheinend hat sie sich in der “Gamerszene” einen Namen gemacht.

    Doch mir geht es vielmehr um die deutschen Feministen. Wie lächerlich sie geworden sind. Intelligenzbestien waren sie ja noch nie, doch heutzutage ist es wirklich absurd geworden. Doch wie ich bereits erwähnte, ich bin überzeugt dass es sich bei den meisten heutigen Feministen um verlogene Menschen handelt die keinen einfacheren Weg kennen um an Geld zu kommen.

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    • Ron

      Dass sie dafür finanzielle Unterstützung erhält, rechtfertigt natürlich jede Vergewaltigungsdrohung.
      Und ich bin auch sicher, dass du der Einzige hier bist, der ihre Videos kennt. Das macht dich natürlich zu einem absoluten Insider.
      Wie wäre es, wenn wir einfach generell alle (vor allem gesellschaftskritischen) Künstler einsperren lassen, deren Arbeit unterstützt wird.

      Die Betrachtung von Frauen als vollwertige Menschen mit Dummheit gleichzustellen ist natürlich auch überaus reif. Und hier ist ein kleiner Newsflash: Etwa 99% aller Feministen bekommen dafür kein Geld. Feminismus ist im Gegensatz zu deinem stark an Verschwörungstheorien erinnernden Kommentar kein Beruf, sondern lediglich die überaus radikale Ansicht von Frauen als den Männern gleichwertig.

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      • HansLanda

        Gesprochen wie ein echter Feminist. Und natürlich verkennt völlig was ich angesprochen habe.
        Auf youtube gibt es so einen Kanal eines Atheisten der alle Religionen und Glaubensgemeinschaften bloßstellt, natürlich auch die Feministen. Er hat sich tatsächlich etwas näher mit dieser Lügnerin und ihren Videos beschäftigt. Der Kanal heisst Thunderfoot, shau dir das mal an!
        99% der Feministen? Man muss zwischen professionellen Feministen und den üblichen Feministen unterscheiden. Ich glaube dir sogar wenn du sagst dass Feminismus für dich tatsächlich für Gleichberechtigung kämpft. Dummerweise hast du Null Einfluß. Alle Feministen die ein bisschen Einfluß haben sind entweder Verrückte oder eben wie diese Frau. Es geht ihnen in erster Linie ums Geld.
        Du bist so etwas wie ein “nützlicher Idiot”. Du kämpfst den echten Kampf (auch wenn ich glaube dass es im Jahre 2014 ein sinnloser Kampf ist), die bekannten Feministen machen die Kohle. Dass du sofort versuchst sie zu verteidigen wenn sie so viel Geld mit dieser Scheiße macht, zeigt ein bisschen deine Sturheit. Du denkst gar nicht nach, sondern gehst sofort zum Gegenangriff über.
        Und schau dir bitte Thunderfoot an, er geht auch auf diese “Drohungen” ein. Die Wahrheit ist doch, entweder ist es eine echte Drohung und ich rufe die Polizei an oder es ist die übliche Schweinerei die so im Internet läuft.
        Auch in diesem Fall sieht man was für eine Lügnerin sie ist und sie sich mal wieder als Opfer darstellt. Machen die Feministen ja immer gerne und es funktioniert ja auch immer, vor allem bei Leuten wie dir.

  5. Tropes vs. Women in Videogames | Blog der Jugendkulturen

    […] Das es Sexismus auch in der Gamer_innen-Szene gibt, ist nicht überraschend, aber das Ausmaß und die Heftigkeit dagegen schon. So müssen sich in der Welt der Onlinespiele Frauen, die sich als Frauen zu erkennen geben, andauernd mit sexistischen Bemerkungen und Belästigungen herumschlagen. Der Sexismus zeigt sich auch an der Reaktion auf Sarkeesians Videos und ist der Anlass, warum wir auf das Thema aufmerksam geworden sind. Die Videoserie wurde über eine Kickstarter-Kampagne finanziert und schon zu Beginn der Kampagne im Sommer 2012 wurde Sarkeesian mit sexistischen Kommentaren überflutet, darunter auch unzählige Vergewaltigungs- und Morddrohungen. Die Hasskampagne ging soweit, dass der Wikipedia-Beitrag über sie gehackt und mit Pornobildern verunstaltet wurde und ein “Spiel” auftauchte, in dem man Sarkeesian “verprügeln” konnte, indem man ein Bild von ihr anklickte. So erschreckend und abstoßend diese Vorfälle sind – mit dieser Art von Frauenhass müssen sich leider auch andere Frauen, die sich im Netz beispielsweise als Bloggerinnen betätigen, herumschlagen – hatten sie für Sarkeesian dann immerhin die Folge, dass sich viele Menschen mit ihr solidarisierten und sie das Ziel ihrer Kickstarter-Kampagne um ein Vielfaches übererfüllte und nun tatsächlich von ihrer Arbeit leben kann (worauf sich viele Kommentatoren nicht erblödeten, ihr zu unterstellen, dass sie das alles genau so geplant hätte, um Aufmerksamkeit auf sich zu lenken). Ganz aktuell gab es nun den Vorfall, dass einer dieser Spinner die Anschrift von Sarkeesian herausgefunden hatte, diese veröffentlicht hat und ihr drohte, sie zu vergewaltigen und ihre Eltern zu ermorden, weshalb sie zu Freunden ziehen musste. (Vielen Dank an Sascha Kösch, der auf der Webseite der DE:Bug über das Thema berichtet hat). […]

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