Bei scheinbar weltbewegenden Fragen wie: haben die "Asylanten" nun geklaute Pferde gegessen oder nicht?

Wer nicht mehr durchblickt, welche Geschichte im sozialen Tauchsieder nun wenigstens entfernt deckungsgleich mit der Realität ist, braucht sich nicht wundern, denn die Öffentlichkeit ist mehr und mehr ein Streuselkuchen aus Oberflächlichkeiten, wiederkäuenden Topoi als Selbstläufer und eklatanter Desinformation, die eher den Begierden eines inneren Rachefeldzuges gegen die eigene lustlose Identität folgt, als einer überprüfbaren Logik der Abbildung der Welt.

Mitten in einer Welt, in der die Lügenpresseapologeten mit Bild-Abo jedes Kommentarfeld zusuppen, bis man den ganzen Tag versucht Kindheitsschlager aus dem Ohr zu bekommen (“Deutschland kommt gebräunt zurück”) und einer ernsthaft bedenklichen Menge von Schnappatmungsdeutelei bis in den letzten Winkel der Medien, steht jede Nachricht unter dem Verdacht, eher einem Zweck zu dienen, als einer Vermittlung.

Um so besser, dass es Menschen wie auf Hoaxmap.org gibt, die diese schnell lodernden Fetzen sich genüsslicher ausbreitender Fehlinformation, die einen gelegentlich denken lässt, man wäre auf dem besten Weg in russische Propagandamaschinerieverhältnisse, zielsicher auslöscht, indem sie die – oft nur als Randnotiz verbreiteten – Klarstellungen zu den vermeintlichen “Ungeheuerlichkeiten”, die jede Glatze blitzschnell pink anlaufen lässt, auf einer Karte sammelt.

Kurz: ein unerlässliches Tool in diesen Zeiten, das wenigstens den gröbsten Unfug aus dem Weg räumt. Am besten gleich noch auf Twitter folgen.


Ähnlich wichtig, da im Studel der massenhaften Ereignisse “Details” des täglichen Wahnsinns nicht selten untergehen, die Kaltland-Chroniken der Kentrail-Verschwörung.

PS: nein, es wurden in Kirchheim keine Pferde geklaut und gegessen, das bedurfte wohl einer Klarstellung.

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aus der Rhein Neckar Zeitung

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