Und natürlich ist das exklusiv auf der neuen E-Book Plattform Sobooks zu haben

Wie ihr vielleicht wisst, ist Frankfurter Buchmesse. Da stellen Sascha Lobo und Christopher Lauer heute ihr gemeinsames Buch vor.

“Aufstieg und Niedergang der Piratenpartei” nennt es sich, so als wäre der Untergang der Piraten längst beschlossene Sache, was wir nach dem Ausstieg nahezu aller für uns relevanten Personen nicht ausschließen wollen. Und es findet exklusiv auf der neuen Plattform Sobooks statt, die u.a. Sascha Lobo mitbegründet und gerade gelauncht hat. Sobooks (social books, got it?) startet mit einem Bang!

Wer allerdings ein pures Fest von angriffslustigen Wortschöpfungen und richtungsweisenden Ideen erwartet, könnte ein wenig enttäuscht sein. Denn obwohl das Format zwischen Analysen und persönlicheren “Berichten” hin und her schwenkt, scheint es doch relativ nüchtern (sachlich) gehalten und spiegelt nicht unbedingt die amüsanten Twitter-Kämpfe, oder, wenn man so will, das Popcorn wider, das man von der turbulenten Geschichte der Piraten irgendwie schon gewöhnt ist.

Woher wir das überhaupt wissen? Weil es jetzt endlich auch einen Einblick in Sobooks gibt und das Buch mit einer kostenlosen Leseprobe kommt, die einem schon mal zeigt, wie Sobooks eigentlich funktioniert. Wir mögen die grundlegende Idee, E-Books vor allem im Browser funktionieren zu lassen, die Kommentarmöglichkeiten via Facebook, Twitter und Google+, finden aber vieles auf den ersten Blick noch ein wenig umständlich. Das Browserinterface passt sich nicht an die Screengröße eines Rechners an, so dass man auf jeder Seite scrollen muss, um ans Ende zu kommen und man kann auch nicht so einfach kommentieren, wie man denkt.

Tatsächlich haben wir (in Chrome) eher zufällig die Möglichkeit gefunden, einzelne Textpassagen zu kommentieren, wie man es von diversen Plug-Ins oder Plattformen gewöhnt ist. Ctrl-Click-Halten auf dem Mac, was dem Blättern via Click-Halten ein wenig in die Quere kommt, das manchmal alleine schon schlicht etwas störrisch wirkt und (dank Pfeilnavigation) eh überflüssig ist. Obendrein scheint die Kommentarfunktion bei Italic-Passagen immer nur einen Absatz als Referenz zu erlauben, andere Passagen beziehen sich aber auf einen Satz. Ein omnipräsenter Help-Button irgendwo hätte Wunder gewirkt. Tatsächlich ist selbst das FAQ hier keine Hilfe.

Einen Gesamtflow der Kommentare zu einem Buch würde man auch gerne sehen können, man findet sie aber immer nur auf der jeweiligen Buchseite (die Kommentarauszüge auf der Überblicks-Seite des Buchs sind nicht wirklich ein Ersatz). Und, nebenbei, die Silbentrennung ist etwas wackelig. Das aber alles nur ein erster Eindruck.

Trotz dieser ersten Software-Wirren könnte Sobooks aber eine mehr als willkommene Konkurrenz-Plattform für den wuseligen und leider von eher monopolistischen Playern beherrschten E-Book Markt werden. Wir hoffen nur, dass das letzte Buch nicht “Aufstieg und Niedergang von Sobooks” heißen muss und die Crew einen langen, sehr langen Atem hat, den es in diesem Sektor sicher braucht und sich viele mit ähnlich exklusiven Büchern zum pushen der Plattform anschließen um am Ende mal ein Sieg der Guten zu vermelden.

PS: Grandios irgendwie, Jerry Cotton “Romane” auf Sobooks zu finden. Verwirrend die “Heatcharts”, die einem Buch wie “Strobo” von Airen den Platz 1 einräumen, mit (es gibt sympathische Buchstatistiken) 0 Stunden durchschnittlicher Lesezeit. Einen Überblick über die Verkaufsränge (an anderer Stelle aufgeführt) scheint es nicht zu geben.

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