Lightwave-Armband macht die Crowd zur berechenbaren Biomasse

Im Schafspelz eines Fitnessarmbands führt Lightwave jetzt die Crowd der Party auf die Daten-Ausschlachtbank. Bei einem Konzert mit Pepsi auf dem SXSW wurden damit Körpertemperatur, Lautstärke, Bewegungsintensität, Aufenthaltsort und so gemessen, um die Daten in die Party als eine Art Gesellschaftsspiel einfließen zu lassen. Girls gegen Boys z.B. Bittersüsser und blödsinniger könnte man das nicht verpacken. Bioreaktives Konzert nennt sich das übrigens in Fitnessdeutsch.

Ausgehend von dem Pseudoproblem, dass DJs ja gar nicht wissen, wie die Crowd wirklich reagiert, soll ihnen so suggeriert werden, anhand von Daten wirklich festzustellen, welcher Track nun kickt, damit der DJ seine Drops ordentlich maximieren kann. Und nicht so nach Gefühl auflegt.

Die Überschriften in den einschlägigen Magazinen für Startups, aber auch anderswo lesen sich wie ein Best Of dessen, was man nicht als Zukunft des Dancefloors sehen möchte: This Startup Can Plot Your Dance Party’s Data On A Chart. Die Excel-Party! Oder: DJing Disruption: Rana June is Changing the Future of Dance Music.

Rana June (DJ wie es scheint) hat das erfunden und will so z.B. die Tanzkönigin des Abends küren (Gewinn? Vermutlich eine Diet-Pepsi umsonst). Warum auch immer das unsere Zukunft sein soll, außer in einem Albtraum, wissen wir nicht.

Wir haben allerdings wenig Hoffnung, dass diese Technologie sich nicht irgendwo durchsetzt, vermutlich bei reinen Sponsor-Events. Dann kann die Firma hinter allem ordentlich nachvollziehen, welche Gäste auf der nächsten Party für die größte Stimmung sorgen, und dabei trotzdem so oft an die Tränke gehen, dass sich ihr Besuch auch wirklich lohnt.

Als innere Reinigung von diesem Quatsch empfehlen wir:

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