Acid im Herbst

Gelegentlich hat man das Gefühl, Plastikman versumpft irgendwie in einer Parade von Sushi, Partyfotos, Pools, kurzum, diese Enter-Feierei des weltweit präsenten Super-DJs, die sich in seiner Inszenierung – trotz aller “Achtung” der Family-Werte – kein Stück von dem unterscheidet, was andere EDM-Stars so treiben. Aber wie Jeff Mills kann Richie Hawtin auch auf der Palette der Kunst spielen und irgendwie findet man dort den Plastikman wieder, der einen von den ersten Platten unter diesem Namen für die Acid-Elegie in tiefer Konzentration begeistert hat.

Auch wenn wir sagen würden, die elegische Acidnummer par Excellence ist mittlerweile längst von Leuten wie Tin Man übernommen worden, ist für mich dieses Stück, die Neuvertonung des “Poème Cinégraphique” von Dimitri Kirsanoff, weit mehr noch als das für das Guggenheim produzierte EX-Album, die Rückkehr von Plastikman, das Alterswerk, wenn man so will, das man sich wünschen konnte.

Mehr davon. Später überlegen wir uns dann auch gerne, woher die Vorliebe zur Neuvertonung von Stummfilmen unter Techno-Legenden eigentlich kommt.

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Schreibmaschine. Tippse. Reviewweltmeister und so Dinge.

3 Responses

  1. hg

    Das mit den Stummfilmen dürfte recht einfach erklärt sein. Zum einem aus der Gemeinfreiheit am Werk, zum anderen auf Grund der Verschiebung der Musikrezeption ins WEB und damit in einem viel stärker visuell getriggerten Raum. Das wäre zumindest ein Ansatz.

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