Albini erlaubt Powell alles, findet aber elektronische Musik trotzdem so richtig Scheiße.

Steve Albini ist schon toll. (Irgendwo hier noch Big Black und Shellac Fans unterwegs?). Scheinbar hat Powell von Diagonal (jetzt XL) sein Fantum für Albini mit einem Sample auf der neuen EP “Melon Magic” ausgelebt und sogar brav beim Großmeister der Recordingkunst angefragt, ob er das dürfe. Klar, mach, aber…

Dann kam ein Rant von Steve Albini über elektronische Musik und Clubkultur, der irgendwie charmant ist, auch wenn wir immer noch glauben, dass Albini schlichtweg nicht wirklich weiß, was es da alles noch unter Bergen von Müll geben mag. Egal. Wir übersetzen das mal, denn Powell fand das wohl selbst so gut, dass XL es gleich groß als Werbung für die Platte in die Welt rausposaunen musste. (Auch das gecleart).

“Ich habe mechanische Tanzmusik schon immer gehasst. Ihre stupide Einfachheit, die Clubs in denen es läuft, die Menschen die in diese Clubs gehen, die Drogen die sie nehmen, den Mist über den sie reden, die Klamotten die sie anhaben, die Kämpfe die sie untereinander ausfechten. Alles einfach. 100 Prozent.
Die elektronische Musik, die ich mochte, war radikal und anders. Zeug wie White Noise, Xenakis, Suicide, Kraftwerk und die frühen Sachen von Cabaret Voltaire, SPK und DAF. Als die Szene und die Leute dahinter von der Dance/Club-Szene vereinnahmt wurde, fühlte ich mich, als hätten wir einen Krieg verloren. Ich hasse Club-Kultur so tief wie es nur geht. Ich bin absolut gegen das was du gut findest und ein Fein dessen, woher du kommst.”

PS: Aus US-Sicht die komplette Clubkultur und Elektronik auf “weiße” zu reduzieren, besprechen wir mal an anderer Stelle, könnte aber auch genau das Problem von Albini sein.

[via The Quietus]

3 Responses

    • Sascha Kösch

      Steht da so nicht, sind aber die Dinge die er gut findet ausschließlich: “White Noise, Xenakis, Suicide, Kraftwerk, Cabaret Voltaire, SPK, DAF”.

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  1. renerenerene

    Der ist bestimmt mit dem gflaschen Fuss aufgestanden, aber im Grunde ist ja die Entwicklung, die die elektronische Musik genommen hat, schon recht unangenehm und ganz schön “BLINGbling” .. wenn ich mal Mitte/Ende 90er denke, inder ein Mark Spoon die Radiohörer alle ins Studio einlädt und man zum schwooven in eine düster Keller/Halle etc. geht, ist heute die Hochglanzvariante, in der man sogar an der Folkwang-Uni “Techno” studieren kann hoffentlich am Zenit der Peinlichkeiten und selbst Beweihräucherung angekommen..

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