Und es hat ein paar Überraschungen für die NAMM parat

Korg hat sehr früh vor der NAMM Korg Gadget für den Mac angekündigt. Wer die App auf iOS kennt, hat Grund sich zu freuen, denn alle lieb gewordenen Synths und Drummachines werden zusätzlich zum Korg Gadget Sequencer auf dem Mac auch als VST/AU/AAX/NKS-Plugins für andere DAWs zur Verfügung stehen. Korg verspricht “seamless workflow” zwischen den Mac- und der iOS-Versionen und wir sind gespannt, wie genau sie das realisieren.

Es scheint auch ein paar grundlegende Neuerungen zu geben, die auf eine zukünftig massive strategische Erweiterung von Korg Gadget hinweisen. Zwei neue Gadgets sollen für Audio-Aufnahmen dabei sein. Wir vermuten es sind die in den Bildern gezeigten Gadgets Zurich und Rosario. Da Korg sich die großen Überraschungen wohl noch für die NAMM vorbehalten möchte, lesen wir mal aus dem Kaffeesatz der zur Verfügung stehenden Bilder.

Gadget_Plug-ins

Sowohl Zurich – mit dem Namen “Universal Audio Recorder” – und Rosario (Guitar Effects Processor) kommen ohne Tasten oder Pads aus. Das ist neu und deutet darauf hin, dass sie nicht als klassisches Instrumenten-Gadget verwendet werden, sondern eher als eine Art Return-Spur.

Zurich sieht aus wie eine altmodische Bandmaschine und könnte schlichtweg dafür da sein eine Improvisation des kompletten Tracks als Audio-File zu sichern. Es hat zwei Effekte und einen Track/Audio-Schalter, so dass wir vermuten man kann es nicht nur als Recording für das eigene Stück, sondern auch für einzelne Parts aus anderen Quellen als Gadget nutzen. Das wäre jedenfalls das, was wir hinter dem “Universal” vermuten. Denn es gibt bislang in Korg Gadget nicht nur keine Möglichkeit eine Aufnahme eines Tracks zu machen, sondern obendrein auch, obwohl es zwar Gadgets gibt, die Sounds importieren können, keine, die direkt aufnehmen können. Wir könnten uns gut vorstellen, dass Gadget damit den Weg öffnet via Inter-App Audio auch Sequenzen aus anderen Apps zu integrieren, möglich – wenn auch eine verpasste Chance – wäre aber auch einfach ein Audio-Input von außen.

Das aber scheint halbwegs sicher, denn anders können wir uns das Rosario genannte “Guitar Effects Processor”-Gadget kaum vorstellen, denn ohne ein spielbares Interface ist es ja angewiesen auf Audio-Inputs von ausserhalb von Gadget, das über keinen Gitarren-Synth verfügt.

Gadget_Mac_Image

Der deutliche Hinweis auf Audio in einzelnen Tracks (so nennt Korg Gadget die Clips eines Gadgets) ist etwas versteckter in einem neuen Gadget, das sich Durban nennt und zum ersten Mal zeigt, dass Korg Gadget demnächst nicht nur Midi in den Clips haben kann, sondern auch Audio (jenseits der Freeze-Funktion). Wir sind uns nicht sicher, ob Durban das angekündigte “powerful drum gadget with 16 pads” ist, vermuten aber, dass die 16 Pads (wie 16 Steps eben) auch darauf hindeuten, dass man damit – ähnlich wie bei Bloks Wave – aus Sounds wie z.B. Drumloops neue Sequenzen basteln kann.

Auch die neuen Schalter über dem “Mischpult” von Gadget (All Ins/Master) deuten relativ klar darauf hin, dass einzelne Gadgets jetzt – sofern das passt – Zugang auf Sound von anderen Quellen bekommen. Es scheint so, als wäre Korg mit Korg Gadget auf dem Weg die App zu einem halbwegs erwachsenen DAW zu entwickeln, ohne sich – dank der vielen Schnittstellen zu anderen – wirklich als Außenseiter zu positionieren. Hoffen wir, dass ihnen auch noch eingefallen ist, dass man die Clips uf einem Touchscreen eigentlich auch einzeln, nicht nur als komplette Scene launchen könnte.

Wer, wie ich, notorisch Korg Gadget nutzt, für den dürfte die kommende Version mit der Integration von iOS und macOS ein völlig neuer Schritt sein, der Gadget noch weitaus universeller einsetzbar macht und einige essentielle Lücken schließt. Da Korg Gadget für Mac und für iOS auf “seamless integration” pochen, vermuten wir, dass beide zumindest bei grundlegenden Funktionalitäten gleich sind, d.h. die angedeuteten Features ebenso auf iOS funktionieren werden.

PS: Etwas überraschend ist, dass Korg unter “latest technology support”neben Ableton Link und Bluetooth Midi auch Allihoopa nennt. Bislang ist das nur als die Webseite aufgetreten, auf der man Tracks der Propellerhead-Familie (Reason, Figure, Take) zur Weiterverarbeitung speichern kann. Wenn die Korg Gadget Plugins allerdings in einem DAW ebenso als Plugins zur Verfügung stehen, wäre damit natürlich eine relativ nahtlose Weiterarbeit in Reason offen. Hoffentlich hält Korg auch etwas für Ableton-Nutzer bereit. Es würde uns wundern, wenn nicht, da sie ja auch die Ersten waren, die einen Export von iOS Gadget-Projekten an Ableton sehr komfortabel realisiert haben und das nun mit der Verfügbarkeit der gleichen Gadget-Plugins eigentlich noch wesentlich besser realisierbar wäre.

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