So ist das heutzutage. Man hört einen Track, der sich “Quartz” nennt und fühlt sich wie mitten in einem Uhrwerk. Ihr wisst schon, dieses holzige Geheimnis in einer Standuhr, die die Zeit nur aus einer Perspektive misst, in der Geister, Gruseln, Gremlins die Welt im Griff haben und nach ihren versponnenen Vorlieben verdrehen. Killerbassline mit einem Groove, der ständig stecken bleibt, über den Boden rasen wildgewordene Chips mit Spinnenbeinchen und wenn man schon voller Angstschweiß in jede noch so dunkle Ecke blickt, dann lädt jemand die Knarre nach, wirft einem ein Kleinkindlachen hinterher und die kurzen Stimmfragmente ziehen einen in dieses Loch der Zeit mit einem Versprechen von Intimität nur noch tiefer hinein.

Der VIP Mix verdreht die Breaks zu einer das Rückenmark aus dem Hirn reißenden Gewalt und hämmert einem mit wütendem Stakkato auf den Kopf, bis man in die Knie geht. Auch gut, funky wie mörderisches Glitchmonster, aber das Original lässt einen nicht ganz so auseinander brechen sondern verführt einen eher dazu mit der Unheimlichkeit fremd zu gehen. Das hat man nun davon.

Als Abschluss noch ein Remix von Rabbit, den ich vor Begeisterung für den Track beinahe übersehen hätte. Die Samples werden in einem technoiden Mahlwerk aus zerriebenen Verzerrungen auf die nächtliche Straße geschmiert, wie das Blut verpixelter Krieger und wenn “Quartz” genüssliches Gruseln war, der “VIP”-Mix die panische Angst der Schockstarre, dann ist das hier die Apokalypse. Glücklicherweise so zermalmt, dass man gleich auch an die Wiederauferstehung glauben kann.

PS: Das Original gab es vor ein paar Jahren schon mal und wird zur 5-Jahresfeier von Gobstopper Records mit dem VIP-Mix und Remix neuaufgelegt.

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