“Total Sellout” hat nun wirklich alles, was ein perfektes HipHop-Album braucht. Ruffe und extrem vielseitige Breaks, die alleine schon mehr sind, als Grooves, sondern eine Sprache, die das Album prägt. Mal zerhackt, mal fein angeschnitten, mal filetiert und manchmal scheinen die auch einfach nur völlig zerzaust aufgewacht zu sein, verschlafen, trunken von allem, mit diesem schelmischen Blick, der einem augenzwinkernd sagt, obwohl er noch nicht ganz da ist, geht’s jetzt endlich weiter? Hier trifft man alle Freunde wieder, die man aus der besten HipHop-Zeit kennt. Denn manischen schwarz-weiss Film, die psychedelischen Future-Sounds, die Gruselstimmen, die Soulgesänge, das Vibraphone, den schleppenden Groove, der die Seele ganz weit unten abholt, der schlendernd launische Kontrabass, die große pathetische Szenerie aus längst verblasstem Technicolor, den unsagbaren Pool vergangener und vergessener Samples, die trudelnden Synths die vom Barhocker fallen, den Beat der einem durch die Beine wuselt, wie eine Katze mit drei Schwänzen, ach… Ja, ab und an wird auch gerappt. Auf deutsch. Und manchmal kommen auch “moderne” Bässe vor, auch das gerne Augenzwinkernd hinter so Titeln versteckt wie “Kingston Loudness War 2009”. Man drängelt sich halt nach vorn, auch das ist HipHop. Jeder Track ein Fest für alle die Musik lieben, wenn sie ein Quirl aus Cut-Ups, zerstückelten Erinnerungen und Schmetterlingen voller launischer Gefühle ist, wenn sie Dinge zusammenbringt, die nur so zusammengehören, eigentlich aber nichts miteinander zu tun haben wollen, die alles unter einem Haus vereinen kann, aber dennoch nichts seiner Einzigartigkeit beraubt. 18 brilliante Tracks die zusammen einem Mordsoschi von LP machen.

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