Nichts da. Es kann nicht vorbei sein. Ital gaukelt einem das doch nur vor. Auch wenn es hier scheinbar immer mehr Aufschub gibt, immer mehr Hinauszögern dieses Momentes, an dem man sich sicher fühlen kann, Ital bricht jetzt nicht zusammen. “Endgame” ist ein ruhiges Album geworden, beruhigend fast, beunruhigend aber auch. Es lässt diese eigenwillig unschuldige Tiefe an jeder Stelle aufblitzen, die aus den still pulsierenden Tracks plötzlich ein magisches Soundgewand macht, in dem sich die samtigen Momente mit den unheimlichen, der Aufbruch mit dem Ankommen verbindt. “Endgame” schwebt in einem Zustand, in dem alles miteinander verwoben scheint, nichts je kontemplativ werden kann, man keine Distanz mehr kennt, aber dennoch alles auf schwebende Weise aufgehoben scheint. Es ist ein nachdenkliches Album, das sich dennoch ganz seinem Sound hingibt. Techno in seiner sanftesten Kompromisslosigkeit. Dunkles, hoffnungsvoll unerfülltes Insistieren auf diese Momente der Geheimnisse, die sich nicht aufdecken lassen, aber genau dann ihre Verführung entfalten. Selbst wenn “Endgame” gelegentlich den Hang zu verspüren scheint, minimal zu werden, bei so viel Konzentration unausbleiblich, ist es dennoch ein Album, das bei dem geringsten Anflug von Sound schon in Bewegung ist, sich nicht einfangen lässt in einer Konzeption, sondern einem durch die Finger in den Ohren rinnt, wie Wasser ohne Substantialität. Wer mag, kann das auch als Hauntology ohne Gespenster bezeichnen, die dennoch ihre überwältigenden Glücksmomente kennt.

Bei Planet.mu kann man das gesamte Album vorhören, wenn man nicht bis 8. September abwarten kann.

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