Wir stellen uns das so vor: eine der großen Freuden, wenn man ein gut funktionierendes Label wie Rekids hat, ist es, alte Tracks wiederveröffentlichen zu können, die genau den Sound treffen, den man gefühlt schon ewig mit der Essenz von dem verbindet, was House für einen bedeutet. Schätze ausgraben. Entstauben. In neues Licht zu rücken.

Die Serie von Sir Lord Commixx Releases auf R-Time ist dafür ein perfektes Beispiel. Schon als Amoon Andrews Mitte der 90er seine ersten (wenigen) Releases auf verstreuten Labels hatte, war dieser Sound tief in die Mythologie von House eingegraben. Die deepen Momente von Detroit und Chicago verbindet man immer noch damit. Und schon damals war das der Ursprung, wenn auch noch greifbarer als jetzt, erneut zwei Jahrzehnte später.

Diese drei, vier Maschinen, die Konzentration auf diesen einen Moment in jedem Track, der ihn scheinen lässt, der pure Drummachine-Groove, das fast kindliche in den Arrangements, das dennoch spielerisch immer mehr als seine Summe ist. Hier gibt es zwei Tracks der EP auf Hard Up, mit genau diesem klassisch deepen Sound einerseits in “UR my Omen” und dem Rubberfunk von “Fog Horn”, der einen in die ersten Tage von Relief zurückkatapultiert. Mit “Chicago Jazz” swingt sich die EP dann in die Welt der verspielteren Momente funkiger Housetracks auf, in denen Bassline, Saxophon-Schnippsel und E-Piano-Akkorde mit einander ein Wettrennen um den schönsten Glücksmoment veranstalten. In “Motionvibe” findet Sir Lord Commix dann zu dem vertrackteren Sound der eigenen jazzigen Deepness, der mit seinen breakig verspielten Eskapaden klar macht, dass wir eigentlich die Geschichte aus einem londoner Blickwinkel hören.

Ja, das ist auf seine Weise eins dieser typischen Releases, das die Schmerzen von Discogs-Trüffelsuchern lindern soll, erzählt aber auch eine zu unrecht vergessene Geschichte eines oft genug übersehenen Acts.


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