“test test test”
USA Reviews 95-11
DJ Sneak – Blue Funk III (Relief)
Seltsamste Sneakplatte die ich kenne. zwei der Track sind sehr einfache Oldschool Acidtracks und die beiden andern zeugen davon daß er wohl beim Aufnehmen sehr sehr schlechte Laune hatte. Auf Stupid dog ist das ganze noch am überzeugendsten und man spürt die Gewalt die hinter dem Track steckt. Your Mind Your Body und Tweakin, die Acidtracks die man eher von Funk erwarten würde können nicht ganz überzeugen und Brain Freeze versackt etwas im eigenen Soundbrei. A1 123456 Rest 1234 Bleed
Jackin Bernard (Circuit)
Endlich entwickelt sich das Lebel hier mal zu etwas. Und schafft es gleichzeitig eine Art gegenstück zu Dance Mania zu bilden. 5 Tracks die völlig unterschiedlich sind. Teils jazzy, teils mit tapsiger Housebassline und Discosample, mal bedenklich mal nervtötend aber immer mit Charme und Tiefe, die vielen anderen Circuit Platten einfach fehlt. Bernard Badie in bestform. 123456 Bleed
Aphrodisiac (Definitive)
Ich sehe ja voll und ganz ein daß Definitive versuchen House zu einer Stilrichtung zu machen die überleben kann. Jenseits aller Klassischen Werte. Ob ihnen dies mit Aphrodisiacs gelingt ist zumindest fragwürdig. Die 4 Tracks sind sehr eigenwillig und speziell, verlassen den Rahmen der House ist gerne für ein paar Momente, aber was davon bleibt sind eher Impressionen. Man möchte diesen wirklich sehr gut arrangierten, serh weit gefächerten Tracks irgendwie wünschen daß sie einmal in die Teife gehen würden und nicht nur kleine Auswege benutzen. In gewisser Hinsicht ist diese EP perfekt, aber diese Art von Perfektion wird einfach zu selbstverliebt den Stücken überlassen und geht ne in eine Intensität über die daraus etwas lebendiges machen könnte. 1234 Bleed
DJ Sneak (Jinxx)
Lassen wir die Discotracks auf der B-Seite mal weg und übergehen den etwas tribalartigen ersten Track, dann bleibt von dieser EP zumindest The Trip als absolutes Meisterwerk übrig. Über einen soliden Track kommt irgendwann wie ein Wirbelwind ein Gitarransample geweht daß sich durch den Rest durchzieht und zusammen mit ein paar anderen Jazzsamples aus diesem Track ein endgültiges requiem auf das Chicago der Vergangenheit macht. Phantastisch. A2 12345 Rest 1234 Bleed
Forever Monna (Balance006)
Man erwartet von einer Kooperation zwischen Stacey Pullen und Chez Damier aber auch nichts anderes. 4 Gottgleiche ruhige bestimmte endlose Mixe. Verdrehte Harmonien, eine Stimmung die den Weihnachtsmann zum weinen bringen würde und ein getragenes Weltbild, das nichts aus eder Ruhe bringen kann. Von mir aus könnte dieser Track noch merh Mixe vertragen .123456 Bleed
The Nature Of Retribution (Prescription)
Aus irgendeinem Grund wirken die Tracks auf dieser EP mehr wie Skizzen. Vier recht unterschiedliche, die alle ein gewisses Gefühl der Verlorenheit aufscheinen lassen und sich dabei selber nicht aus dem Blick verlieren. Housetracks zu denen man die Augen schließen sollte um sich treibe zu lassen. Sehr relaxt. 12345 Bleed
Braxtons Funky Disco Midgets (Cajual)
Mal abgesehn davon daß das hier Discotracks sein sollen es ist das zu Housemusik gewordene Chaos. Ganz unten die Funkyness, obenauf eine Milliarde Samples die wie kleine Bläschen in Champagnerkelchen vor sich hinperlen als gäbe es keine Schwerkraft. Sehr seltsam. Ob das Groovet ist nur scher festzustellen. Mit sicherheit ist es allerdings sehr intensiv. Tripig. 12345 Bleed
The Mind Drum presents…(Subvert)
Nicht nur die Kunst des Einritzens erinnert hier an Underground Resistance. Auch diese ruhelose Art immer weiter immer druckvoller auf allen drei Tracks nach vorne zu gehen. Sehr monotone sehr minimale sehr druckvolle Tracks, die in einer Art Understatement ihre Aggression mehr andeuten als wirklich zur Geltung bringen. Tödlich. Tribal und radikal zugleich. Selten gesehn in letzter zeit. 12345 Bleed
Mixed Emotions – Jazz IN The 8th Dimension ((th Dimension Records)
Wenn es um Trip Hop aus den Staaten gehen soll dann ist Mixed Emotions mit sicherheit die beste Wahl diesen Monat. Vier Acts mit je zwei Tracks und immer liegen sie Richtig. Völlig eigene Visionen von der Vermischung von Jazz Dub Hiphop und den 60gern .Stellenweise extrem witzig, stellenweise sehr nachdenklich, aber immer deinen Schritt voraus. 12345 Bleed
Continental Reviews 95-11
DJ Skull – Raw Form Anger (Djax Up Beats)
Ich bin ein bißchen enttäuscht von der neuen Skull. Die A-Seite macht es sich dann doch etwas zu einfach. Geht zu sehr auf Nummer sicher und läßt selbst den Snarewirble nicht aus. die Bassline ist sehr monoton, die Snaredrum knallt natürlich und die Sirenen Läuten, aber all das scheint mir ein bißchen zu glatt geworden zu sein. Zu Offensichtlich. Speziell HomeComputer mit seinen sehr gut platzierten Bässen und der irrsinnigen Melodie macht das allerdings wieder wett. A1234 B12345 Bleed
LA Williams – -Terminal Velocity (Djax Up Beats)
Monstertrucktracks. Velocity selbst, das in ein paar Mixen auftaucht ist dieses böse grollende Ungetüm das LA Williams wie kein anderer versteht. Seine Tracks sind immer sehr brachial, sehr voll und sehr serh fett. Auch auf dieser Doppel 12“ ändert sich da nichts, vielleicht kommen sie jetzt nur noch gewaltiger. Schön daß es diesesmal auch Platz gab für experimentelles. killerplatte. 123456 Bleed
Fresh Lab (Yellow)
Französischer Triphop hatte schon immer etwas sehr spezielles und Yello ist so etwas wie ein Markenzeichen genau dafür. Freshlab von Yello und Chris Le French Kiss ist dafür mal wieder ein klarer Beweiß. Absolut sicher landen die drei Tracks mit ihren messerscharfen Beats und den sehr sehr sauberen Samples genau da wo sie hinwollen. Instrumental Hiphop dessen Clubtauglichkeit sich nicht auf Nachmittage im WMF beschränkt. Nicht erst seit den Remixen Carl Craigs von La Funk Mob weiß hierzulande jeder worum es sich dreht. 123456 Bleed
Dimitri (Yellow)
Dimitri dagegen, hat auf dieser EP, für das absolute Vergnügen der Frauen produziert ein wenig zu tief in die Kiste gegriffen und stellenweise schliddert er nur ganz kanpp am Kitsch vorbei. Sehr schön sehr wattig, sehr viel Sound zum zurücklegen. Ersticktes Kabaret in endloser Tiefe. 12345 Bleed
Source Lab (360°)
Wer sich mal einen Überblick über die verschiedensten Producer im Französischen Triphopgefilde machen möchte der braucht diese Triple 12“ mehr als alles andere. Wirklich jeder ist dabei und das mit unveröffentlichten Tracks. Eine Bandbreite an Sound die mittlerweile auch Jungle, Dub und dezente Technoanklänge zuläßt, und wie immer der präziseste Sound weit und breit. 12345 Bleed
Ken Ishii – Extra (R&S)
Extra ist Ken Ishiis Dancetrack, und die neue Single die wohl mittlerweile jeder vie Viva oder MTV kennt. Hier gibt es dri Remixe und zumindest der Wagon Christ Remix ist absolut kongenial. Luke Slater und Dave Angel machen eigentlich das was sie immer so tun, und entfallen damit jeglicher Art der Bewertung. Hoffentlich entwickelt sich aus dieser EP noch eine Zusammenarbeit von Ken Ishii und wagon Christ, denn das könnte wirklich sehr sehr spannend werden. Ken Ishii&Wagonchrist 123456 Rest 1234 Bleed
Aural Expansion Remixes vol 2 (SSR/EFA)
Ab das Orginal etwas mit den Remixen zu tun hat ? Unwichtig im Grunde. Gewinner heir jedenfalls ganz klar Mu-Ziq der in ungefähr den Part übernimmt den Wagon Christ auf der ersten EP hatte. Die Gnialität. Speedjack und G-Man auf der anderen Seite haben allerdings auch ihre sehr speziellen vorlieben und das ist einmal ein Ringelrein wie man es von Speedjack erwartet und zum andern ein serh düsteres Gebilde aus sich ständig verändernden Bassdrums, scheppernd industriellen Claps und Hochfrequenten Bedrohungen. Sehr intensiv. Wie Vol 1 auch eine sehr dichte EP A123456 B12345 Bleed
Avalon – Fishlinked EP (SSR/EFA)
5 Recht unterschiedliche Tracks von denen die die am ruhigsten sind irgendwie auch am besten kommen. Dancefloor ist eben etwas speziell. Move D allerdings ist mit seinem Lupenreinen Electrotrack der Killer der EP. Das süßliche Midsummernights Dream ist nicht unbedingt State Of The Art aber serh angenehm und zuckersüß, der Linked Track erinnert leicht an Global Communication und dann bleiben noch die beiden Dancefloor Tracks. Die sind so lala. 123-123456 Bleed
Alex (Aspro)
Jamdub ist der einzig wirklich schlechte Track dieser EP . Jammix relativ konventioneller typischer Dancefloor Sound, aber dann kommen wir auch schon zu den wirklichen Schätzen auf dieser EP. Orlandoo Voorn kommt in unglaublich gutgelaunter Discomanier daher und zaubert 5 Minuten Basic Bastard Sound aus dem nichts, als hätte man Funky Techno gestern erst erfunden. Der Motorbass Edit zeigt mal wieder daß Motorbass die eigenwilligsten unter den französichen Triphoppern sind., die die Bassdrum immer erst dann auftauchen lassen wenn man sie nicht merh erwartet. Sehr locker und überzeugend. Jetzt lizensieren die Holländer schon Franzosen. Seltsam aber gut. A123456 B1234 Bleed
Mescalina – Peyote (Undercontrol)
Extrem düsterer Sound. Horrorvisionen, dehnbare Realität viel gezierpe und zerreißende Körper. Das italienisch unterbewußte sollte vielleicht doch noch mal unter die Lupe genommen werden. Puh. Depressionen braucht man danach nicht mehr. 3 Stücke designt um einem die Seele zu zerreißen. 12345 Bleed
Hertz – Reference EP (ACV)
Die Lage ist bei hert ähnlich, aber sie verläßt sich mehr auf etwas altmodische Synthzizerflächen. Bedrückend ist das allemal, aber es geht nicht so nah und lange nicht so tief. Tatsächlich scheint sich in Italien unbeirrt dieser Sound durchzusetzen. Funky Techno ist da ein Fremdwort. Todsicher. Obwohl sie eine enge Bezeihung zu Chicago haben. Ware ein guter Soundtreack für eine Cyberpunkversion von Hitchcocks Vögeln. Deadly 12345 Bleed
Max Polo – Latest Escape (ACV)
Diese hier ist gleich eine ganze Oper geworden. Hardcoretracks, deren Bssdrum so versteckt ist daß sie nur noch brummt. Viele pathetische Einlagen die nicht schmerzen und drüber ein Berg von obskuren Sounds und leidenden Mashinen. Klingt das gut? Nein, die Tracks dazu haben allerdings allein aus der Sicht heraus daß soetwas niemand anderer mehr macht schon etwas besonderes. Hier sorgt sich jemand um einen Sound den sonst niemand auf der Welt mehr so richtig zu interessieren scheint. Tapfer. Lang Lebe das Kulturgut. 12345 Bleed
DIT (C&C)
Hups. Die A-Seite mit seiner stumpfsinnig aber großartig vor sich hin wahwahenden Synthlinie hat etwas sehr überzeugendes. Völlig unauffälliges Drumpattern und ein Track wie ein Sahnehäubchen, der nur von dieser einen Melodie lebt. Das allerdings in Saus und Braus. Die beiden Mixe auf der Rückseite sind todsichere Clubhits. Trocken, rein und präzise. 123456 Bleed
Green Velvet – Flash Remixes pt 1 & 2 (Yeti Records)
Irsinn jetzt aber. Chicago erobert die Welt Teil 436. Paul Johnson, Jellybean, Green Velvet, DJ Rush, Boo Williams, DJ Sneak…..hey, das Lineup für die nächste Mayday? Nein, die Remixer dieser Doppel EP. Die Partyplatte des Monats. Die wahrscheinlichst extatsischte Party der Welt. Killerplatte. Was soll man sagen? Alle schon genug gelobt worden oder. Hier geben sie alle ihr bestes. Warum? Man hat sie gut behandelt. Das ist keine Musik mehr, das ist eine Gang. Eine Maffia eine verdammte. Immer wieder. Unglaublich. 123456 Bleed
Merv – Masters At Play (Dancecop)
Was soll man sagen. Eien seite ist ein lupenreines endlanges Basic Channelripoff. Und nicht mal weit entfernt vom Orginal. Sehr unpathetisch. Auf der anderen zwei Tracks die noch merh zu bieten haben. Einmal ein Chicagohousestomper mit bitterbösem Vocal, rappelnden Sequenzen und einer Abziehermentalität vom feinsten und ein sehr spaciger weggeklinkter Track in dem die Bassline fast unhörbar über allem schwebt. Ziemlich gelungen. 12345 Bleed
Funkus (Dancecop)
Freundlich umschrieben sind diese beiden Tracks sehr seltsam. Der eine beginnt unglaublich langsam, hat dann einen sehr langen zischelnden Break und knattert danach unbestraft vor sich hin, pflegt unterdessen einen Haufen kleiner Melodien, Sounds und anderer Dinge wie in einem Treibhaus in dem die einzige Regelmäßigkeit die Drums sind, und der andere bleibt ähnlich halsstarrig beim einmal angerissenen Thema. Düster und gleichzeitig erhebend. Seltsames Ding diese Platte. 12345 Bleed
Cygnet Commitee (Dancecop)
Und schon wieder eine Meisterleistung der Dänen. Sehr perkussive Tracks, die stellenweise an diese Traintracks erinnern, aber über das einfache Shoopschoop weit hinausgehen. nachteil vielleicht daß die Bassdrum nicht ganz da ist wo man sie erwartet. Ansonsten aber Killertracks. Einer mit extrem fetter Bssdrum, einer mit Haufenweise seltsamen Plinkersounds und Spieluhrmelodie und einer mit, tja noch ein Train Track. 12345 Bleed
Repent Supreme (Dancecop)
Die erste Veröffentlichung auf diesem wirklich extrem Spannenden dänischen Label daßs in der Zukunft sicher noch für einiges an Übereraschungen sorgen wird überzeugt einen vor allen Dingen durch die serh eigenwilligen Drummachine. Vielleicht sinddas wirklich Tripster, wenn aber dann wissen sie was sie tun. Sehr futuristisches Label daß auf keinem der Tracks auch nur ein bißchen um seine Orginalität bemüht sein muß. 123456 Bleed
CD Reviews 95-11
DigiDub – 16 Millonth Of An Inch (Incoming)
Digidub machen diese Mischung aus Dub und Electronik ja nicht erst seit kurzem, aber sie werden immer schneller und die Produktionsweise hat sich im laufe der Jahre so eingeglättet, daß man sich bei diesem Release mittlerweile fragen muß ob sie es nicht vielleicht doch ein bißchen übertrieben haben. Durchgängig Poptracks die vielelicht sehr aufwendig gemacht sind, aber nie wirklich an irgendetwas rühren. Einfach zu glatt. Und die Wanderungen in andere Gefilde der Elektronik klingen fast schon wie die kommerzielle Variante von UK Rave anno 91. Schade. 12 Bleed
Modern Electronics vol. 1 (Subversive/Semaphore)
Sehr gute Mischung cleverer Dancefloortracks. Von Sneak, Holmes, Pooley über Vogel bis hin zu Tanaka eine Compilation die weniger darauf baut eine spezielle Sze vorzustellen sondern vielmehr einen Querschnitt durch das bietet was heutzutage inerhalb der grenzen von klar funktionierendem Techno alles Möglich ist. Sehr grade Bassdrum aber mit einem Überbau der sich sehen lassen kann. 12345 Bleed
Rauschen 10 (Force Inc)
Schon die zehnte in der Serie der Label-Compilations und als Geburtstagsgeschenk diesmal mit einer extra-CD auf der All Time Favorites einen kleinen Rückblichk auf den Werdegang von Force Inc bieten. Dies ist, so schön es ist all die alten Tracks noch einmal zu hören allerdings nur ein Grund sich diese CD zu besorgen denn auf der anderen CD mit neuen Tracks sind sehr viele unveröffentlichte dabei, die für sich alleine schon ein Grund wären sich diese Compilation zu holen. Love Inc, Cristion Vogel, Subsonic 808, u.a. alle mit mehr von diesem Sound der über die Jahre hinweg den Deutschen Technounderground zu einem der wichtigsten auf der ganzen Welt gemacht hat. Nach wie vor ist Force Inc eine der treibenden Kräfte im Kampf um den revolutionären Dancefloor. 123456 Bleed
Trance Atlantic 2 (Rough Trade)
Während die erste in dieser Serie noch nahezu alle Bereiche des Amerkanischen Undergrounds abdeckte orientiert sich die neue CD mehr in Richtung Dancefloor, und das heißt über weite Strecken eben Chicago. Ausnahmen wieSingle Cell Orchestra und ein paar andere sind allerdings auch jetzt dabei. Und Tracks von Stacey Pullen, Roy Davies, Armando, Bones und ESP dürfen natürlich auch nicht fehlen. Dazu noch das wunderbar gemachte kleine Buch und fertig ist eine wie immer überzeugende Compilation mit endlos vielen Tracks, endlos viel Information und einer 6er 12“ Ausgabe. Massives Werk. Bestimmt eine der Aufwendigsten Compilations des Monsts. 123456 Bleed
Thee Madkatt Courtship – Alone In The Dark (Deep Distraxion/Edel)
Felix kennen wir ja alle und was er macht dürfte auch niemandem fremd sein. Speziell weil man es kaum mit anderen verwechseln kann. Einige der Tracks dürften allerdings selbst dem eingefleischtesten Houskattfan zu poppig sein. Sehr viele Vocaltracks, sehr viele zu einfache Melodien und stellenweise eine Produktion die ein wenig nach Ausverkauf riecht. Fragwürdigstes Release von Felix. Wie schnell der Gradd zwischen Underground und Major dann doch verschwimmt ist schon erstaunlich. 123 Bleed
Capitol Noise (D`Vision)
Sehr viel aus dem DHR Umfeld, einige Bunker Tracks, Ilsa Gold und PCP. Kurz eine Hardcorecompilation die volle Breitseitegeben will, und auch tut. Eine Mischung aus Gabba und harten Breakbeattracks, die jegliche Versuche der Holländer als schlechten Witz darstehen läßt. Sehr verschiedene Tracks mit ganz verschiedenem Anspruch zwischen Pathos, Aggression, Verzweiflung und Irrsinn. die beste Compilation dieser Art seit langem. Killersounds. 12345 Bleed
Beats By Dope Demand (Kickin/Semaphore)
Sehr nett zusammengestellte Compilation aus dem TripHop/Dub Umfeld in dem heutzutage Wagon Christ und Patrick Pulsinger nicht fehlen dürfen. Fast alles UK- Tracks mit einem sehr großen hang zu dem was man zurecht immer noch Electronic Dub nennen kann und mit Highlights von Journeyman, Crustation und anderen. Mehr eine Anstiftung zum Kiffen als jede andere CD diesen Monat. Sehr verhallt, sehr rauchig, sehr deep. 12345 Bleed
Node (Deviant)
Interactive Phrase Synthesizer, Ring Modulated Trumpet, Modular Moog, was für ein Lineup. Daraus dann diese sehr spezielle Sorte Tripmusik zu machen, die ihre Wurzeln in den Siebzigern hat und bes heute ungebrochen jeder Art von Strukturiereung trotzt ist tapfer. Stellenweise wirken die Sounds nostalgisch, stellenweise radikal neu. Man wird nicht versuchen sich von dieser CD ein Bild machen zu wollen, da sie wie ein Häufchen Quecksilber immer wieder durch die Wahrnehmung rinnt. Hippytum vom feinsten. Es ist alles nicht so einfach. 12345 Bleed
Shades Of Orion (Fax)
Ambient wie aus dem Bilderbuch. So stellt man sich das immer vor, so muß es sein, so soll es immer sein. Versteht mich nicht falsch, Schades of Orion ist über 70 Minuten lang nie langweilig. Sehr sehr ruhige, sehr minimale Musik ohne anfang und ende, ohne Brüche und abrupte Änderungen. Einfach ein floatendes Stück Musik das nicht Enden kann. Wer Tetsues Releases kennt spürt seinen Einfluß ganz deutlich. Schön. Lang, relaxend. 12345 Bleed
Dreamfish (Fax)
Daß Mixmaster Morris mittlerweile fast nur noch Jungle auflegt ist auf dieser CD kaum festzustellen. 3 Stücke zusammen mit Pete Namlook. Das erste läßt die guten Bleepzeiten wieder ein wenig aufleben. Das zweite ist sehr aggressiv für einen Ambient Track und das dritte ein wenig pathetisch. Wenig auch von dem Irresistible Force Album zu spüren aber wer genau diese Art von Sound mag in der man sich verlieren kann ohne wirklich zu arg gefordert zu werden der ist bei Dreamfish richtig. 1234 Bleed
International People Gang (EMIT)
Extrem Eigenwillliger Sound war ja schon, neben der Roland 3 D Sound Ästhetik, immer das Markenzeichen von EMIT CDs, diese hier allerdings treibt das ganze in Zusammenhang mit einer Vorliebe vür die 60ties auf die Spitze. Man könnte meinen hier hätte sich jemand vorgenommen das Weiße Album der Beatles mal im Bereich moderner Electronic umzudeuten. Sehr Relaxt, sehr trippig, stellenweise mit Samples die sich das Lachen nicht verkneifen können und immer mit diesem dezenten Augenzweinkern daß die Welt auch heutzutage nicht so ernst zu nehmen ist wie man maeint. Endloser Ambientmix der Feinschmecker Sorte. 123456 Bleed
Ambient Intermix (Instinct Ambient)
Auf dieser DoppelCD darf jeder der Acts von Instinct Ambien einen anderen Remixen und das verspricht natürlich schon einiges. Tatsächlich sind diese beiden CDs für jeden der auf Instinct im allgemeinen steht ein unerläßliches Monster. Superchillig, sehr schön gemach, viele seltsame Neuigkeiten aus dem Reich der endlosen Flächen und durch und durch ziemliche Meisterwerke. Einziger Nachteil vielleicht die Menge an Zeit zu finden in denen man diese 21/2 Stunden Musik hören soll. Hinlegen, Kopf entleeren und schon hat die Zeit keine bedeutung mehr. 12345 Bleed
From Within 2 (Fax)
Der Teil zwei der Kollaboration zwischen Richie Hawtin und Pete Namlook und mir persönlich wird das Involvement Richies immer unklarer. Die ganz andere Seite von Plastikman müßte hier durchscheinen. Drei lange ruhige Stücke, die gerne auch Vocalsamples benutzen, gerne verscheiedene Seiten ihrer selbst zeigen und neben den merkwürdig Skurrilen Titeln auch die 303 nicht vergessen. Sehr trancy und verspielt. Die Stärken dieser CD liegen ganz klar in den eher Drumorientierten dubbigelektronischen Passagen, die Flächen und Snthsounds klingen dagen schon fast klassisch und mit einem Hang zum Kitschigen immer ein bißchen deplaziert. 1234 Bleed
Transonic 3 (Fax)
Robert Musso mit Teil drei seiner Serie. Auch bei ihm der eideutig beste teil. Je tiefer man sich in diese Tracks reinhört, desto mehr geben sie von dem sehr eigenwilligen Karavanengefühl frei. Eine kleine Zeitreise durch die siebziger und zurück. Stellenweise mit serh verspielten Bassläufen und abwegigen Samples aber immer obenauf. Hintergründige Tracks, die soviel von Dub haben wie von Pink Floyd unddazu nohc einen Hauch Indischer Mythologie. 12345 Bleed
101+303+808 Now Form A Band (Sabrettes)
Erst bei den letzten 4 TRacks kann man aufatmen. Während bis dahin die typisch Clubtauglichen englischen Undergroundehren hochgehalten werden die aber leider außer einer bollernden 909 (!) nicht so viel zu bieten haben, speziell nicht diesen Funken Funkyness den man ungerne missen möchte und dessen Fehlen viele UK Acidplatten zu einer fahlen Angelegenheit machen, sind die letzten vier Tracks wirklich außergewöhnlich gut. Auf experimentelle Art funky und eigenwillig in jeweils völlig verschiedenen Bereichen. Schade daß dies keine EP ist. Teil Eins123 Teil 2 123456 Bleed
Cusp – Space & Time (Swim)
Um den ehemaligen helden von Gravitational Arch Of 10 ist es ja in letzter Zeit ein bißchen still geworden und außer gelegentlichen Remixen auf verschiedensten Labeln erschien kaum mal was neues. Den Eindruck hat man auch von seiner LP auf Swim, denn die meißten der Tracks klingen genau wie von vor zwei Jahren. Viel Gezwitscher, viel hall auf allem was Percussion ist, stetiges Auf und ab in der Speziellen Vapourspace Art und Weise, aber weder eine neuer Sound, noch eine neue Methode blickt hier irgendwo durch. Stellenweise sehr treibend, aber das sit nun mal nicht alles. Obwohl ich Vapourspace sehr mag, speziell als Liveauftritt finde ich diese zusammenstellung dann doch ziemlich enttäuschend. 123 Bleed
Ken Ishii – Jelly Tones (R&S)
Ken Ishii ist und bleibt ein Ausnahmekünstler und seine neue CD auf R&S ist nur ein Beispiel mehr dafür warum Techno aus japan etwas ganz eigenes darstellt. Die Stücke sind schneller als bisher, aber verlieren dadurch nichts an dieser ganz eigenen sehr zerbrechlichen Stimmund die bei Ken Ishii immer vorrherschte. Wie Wassertupfen in einem Aquarell veteilen sich die Klangfarben mit einer Leichtigkeit die man sonst selten findet und bilden ein Ganzes, das sich trotz aller Transparenz tief ins Gehirn eingräbt. Eine euphorische Platte, die sich unbeirrbar ihren Weg suchen wird. 123456 Bleed
Electronic Eye – The Idea Of Justice (Beyond)
Richard H Kirk taucht ja mit einer gradezu erschreckenden Regelmäßigkeit mit einer neuen DoppelLP auf. Die Einflüsse Afrikanischer Musik gehen immer weiter in den Hintergrund und er besinnt sich diesesmal wieder auf die Elektronik und den Schatten davon der über ihm schwebt wie eine Drohung. Stellenweise sind die Tracks extrem düster, dann aber wandelt sich alles wieder in housigere Gefilde. Extrem vollgepackt mit Sound ist dies in gewisser Weise sein schmutzigstes Release seit einiger Zeit aber grade diese Undurchschaubarkeit der Tracks macht sie wieder zu etwas besonderem. Die Funkeinflüsse lassen sich auch bei ihm nicht wegleugnen, werden aber ganz anders verarbeitet als allgemein zur Zeit üblich. Eine seiner besten und vielseitigsten LPs seit langem. Popmusik, die weniger an dem Bruch krankt den Techno in der elektronischen Musik markiert, sondern ihn einfach übergeht. Bilderreiche Platte. 12345 Bleed
DHR – Harder Then The Rest (DHR)
Für ein politisches Statement, denn als solches versteht sich diese Platte im allgemeinen sind mir die Linernotes, klopft man sie mal ab auf den tatsächlichen Gehalt hinter den etwas gewollt aggressiven Worten dann doch etwas zu dünn. Einfach den Raver zum Feindbild Nummer eins zu erklären scheint nichts weiter zu tun als die Ausschließungsmechanismen aller strengen Szenen in eigener Version zu bringen. Vom Titel bis zum Tittenfick der Raverinnen ein sehr machistisches Konzept., das sich natürlich symptomatisch auf die schwächsten Glieder stürzt um seinen Hass loszuwerden. Ein bißchen Schade. Die Tracks, speziell die neueren haben dafür einiges zu bieten. Zwischen maroder Punkästhetik und schizzoid urbanen Visionen entwickelt sich DHR immer weiter weg von Breakbeat und immer mehr hin zu einem Indielabel. Sollte man es jetzt noch schaffen sich von der Zwangsjacke eines Überbaus zu befreien der alle Fehler der Punkzeiten bruchlos wiederholt, dann kann sich in den Kellern von Spandau, Frohnau usw. eine sehr interessante Szene entwickeln, deren musikalische Ideen etwas ganz neues entstehen lassen könnten. 123-123456 Bleed
Best OF Electro Vol 1 (Beechwood/Rough Trade)
Grade jetzt die alten Tracks mal auszupacken um den Hype der um Electro gemacht wird mal ein bißchen genauer unter die Lupe der Geschichte zu nehmen ist eigentlich ein ganz ehrenwertes Projekt. Die Trackauswahl ist auch ziemlich repräsentativ, das einzige was man sich wünschen würde ist daß es etwas mehr wären. Eine DreifachCD hätte dem Einfluß und der Bandbreite von Electro viellelicht gerechter werden können, aber die anderen Volumes werden ja noch folgen. Denoch ist diese LP in all ihrer Verrücktheit und der Aufbruchstimmung die in allen Tracks mehr als deutlich durchscheint mehr als nur ein Zeitdokument. Und mehr als verständlich auch warum sich immer mehr DJs in dieser Zeit relativer Orientierungslosigkeit genau diesem Sound zuwenden. Reine ungefilterte Energie. 123456 Bleed
Steve Stoll – Pacemaker (Sm:le/EFA)
König der 101 ist Steve Stoll nun nicht mehr. Im Grunde zeigt diese LP das gegen Ende 95 die Namen immer austauschbarer werden .So gut die Tracks durchweg auch sein mögen, es beschleicht einen das Gefühl das diese LP sich z.B. nahtlos in die Veröffentlichungspolitik von Tresor eingliedern könnte. Clubsound. 100%. Der immer wieder immer viel zu gerne benutzte angedeutete Pianosound mit Hall. Eine zeitlang dachte man daran all das als Basic Channel Ripoff zu bezeichnen. Dann griff der Sound plötzlich, war überall, in allen Variationen und die Erinnerung spielte einem einen Streich. Die Ergebnisse sind wie immer sehr fein, sehr hörbar, auch wenn es natürlich auf dieser LP auch andere Tracks gibt, die UR-ähnlichen, oder die dezent plinkernde Variante. Man wollte das vor einiger Zeit auch Autorentechno nennen,. Ohne daran zu denken daß grade die Vereinheitlichung eines Sounds im perfiden Sinn vielleicht wirklich das ist was Autorentechno sein könnte. Eine LP voller Clubhits bleibt allerdings und wehrt sich in ihrem sehr engen Rahmen immer wieder mit allen Feinheiten gegen die Beschränkungen die man dem Sound vielleicht zugestehen muß. Techno eben. 100%. Diesmal von Steve Stoll. 12345 Bleed
BRD Reviews 95-11
Grungerman – Hout (Profan)
Vier Tracks auf Profan die eine völlig neue Richtung für das Label andeuten. Hout Und Knochen läßt in Überresten noch die skurrile Dynamik stehen die Mike Inc Tracks immer ausgezeichnet hat, untergräbt allerdings alles mit einem enorm durchwühlenden Bass. In Tyrannis das knirschende Monster mit seinen Rheinhard May Samples wirkt fast schon wie eine Offenbarung, das unendlich ruhig dahingleitende Grungerman ist vielleicht dann das was Mike Inc neuerdings als Ambintgrunge bezeichnet und Ambient Grunge selber ist ein bedrückendes Meisterwerk zwischen Sähkö und dem Abgrund. Pathetisch praktisch gut. 123456 Bleed
Mint – Phonogramm (Profan)
Und gleich mehr dieser ganz absonderlichen Musik auf Profan. Phonogram beginnt dort wo Carl Craig vor vielen Jahren mit Fragile aufgehört hat. Better Things Von Massive Attack ist wohl der melodischte Acidjazzigste Track den man jeh von Mike Ink hören wird und man kann ihn jetzt schon seinen Weg durch die diversesten Abstractsampler dieser Erde machen sehn. Psycholka könnte ein typischer Profantrack von früher sein, gäbe es da nicht diese Abwesenheit von Bassdrum. Hochlicht klingt schon vom Titel her so wie ein Vermächtnis, eine Meditation, und so klingt der Track dann auch. Sensationell ruhige aber bestimmte Platte. 123456 Bleed
Highlife (SB Entertainment)
Vier stilistisch sehr eindeutige TracksSteve Bug, die noch mehr als seine Produktionen unter eigenem Namen eine gewaltig deepe Bassdrum auspacken, darüber ein paar vertrackte Orgellinien legen und damit eine Vision von House hervorzaubern, die sehr sehr einzigartig ist. So ungreifbar die Stücke scheinen, so gutdürften sie allerdings auf dem Dancefloor funktionieren. Deephouse für Leute die jeden Funken an Kommerzialität zurückweisen. gegen Ende der EP sogar noch ein paar Sprengsel Disco. Hervorragendes Debut. 12345 Bleed
Acid Jesus Radiation (Klang)
Moment mal. Nicht daß diese EP einfach so untergehtunter dem ganzen Sensorama gerede. Natürlich ist Sensorama ganz wundervoll und so, aber Acid Jesus ist das allemal. Auf vier sehr verschiedenen Tracks beweisen Wuttke und Flügel daß sie auch in den Gefilden die man vielleicht immer noch Techno nennen kann immer und immer besser werden und darum wahrscheinlich mittlerweile in Detroit ebenso hoch gehandelt werden dürften wie in Frankfurt. Eine durch und durch perfekte Platte, die mit extrem viel Energie auf einem Bereich auftaucht den man des öfteren etwas aus den Augen verliert. Bestes Release auf
lang ever. 123456 Bleed
Hyperactive vs. Freddy Fresh (Delirium USA)
Eine Seite ist bollernder Acid mit dezenten RZ 1 Hihats und viel Druck. Etwas gesichtslos vielleicht aber sehr effektiv immer wieder. Die andere dagegen kommt mit obskur schrägen funkgrooves und dem ziemlich dezenten witzigen Einsatz von Discosamples. Hyperactive und Freddy sind vielleicht nicht grade das was man ein Dreamteam nennt, aber ihre Tracks wissen immer genau was sie wollen. 1234-12345 Bleed
Klark Teknik (Amtrax)
Unser aller Lieblings Clubsund in drei Variationen. Tendenz von Techno zu Disko fallend, der Übergang nahezu unmerklich. Langsammodulierte Sounds, alle verhallt, alles fein, alles sehr sicher aber selbst wenn man solche Tracks langweilig finden möchte, so kommt man nicht drumherum sich so langsam für die Hartnäckigkeit eines Sounds zu interessieren. Relaxofunk. Durch und durch. Wirklich nicht übel. Clubhits einer wie der andere. 12345 Bleed
Freeze x (SB Rec07)
Zwitschernde 303 Tracks ala 92ig, mit dem einen Unterschied vielleicht, daß der lange Track der dri eine Hardtrancemelodie hat die das ganze wirklich absurd klingen läßt. Irgendwie traurige Plate. 123 Bleed
Freeze X (SB Rec08)
Diese hier ist da schon etwas besser. Zwar bleibt der Untergrund von Oldschoolacid mit genau dem gezwitscher daß einen heutzutage seine 303 gegen ein Mofa tauschen lassen würde, aber auf der B Seite wird dem zumindest noch eine grollende Stimme und sehr klare Hihats gegenübergesetzt und auf einem Track klingt das ganze dann sogar fast schon funky. 1234 Bleed
Motion Unit (Panet Source)
Auch hier Acid, aber es wird nicht einfach ein Uralter Sound neurausgebracht, und die Basslines sind beileibe nicht willkürlich. Jeh mehr man sich in die Platte reinhört, desto mehr erscheint sie einem wie eine Upgedatete Version von FUSE. Sehr Energievoll mit einer Art die Sequenzen zu schichten die manchen wachrütteln wird. Gingen die Drums noch ein wenig mehr nach vorne dann könnte man endlich jemanden sehen der in Deutschland heute noch die Underground Resistance Tradition fortführt. Auch hier das beste Release des Labels. 12345 Bleed
Thore Inc (Harthouse)
Einmal durch die wirklich hervorragende Jiri Ceiver LP auf Harthouse aufmerksam geworden muß ich sagen daß auch diese 12“ nicht schlecht ist. Was ist aus Hardtrance geworden? Gibts das nicht mehr? Nun ja. Die A Seite geht mir einwenig zu sehr in die vollen und kippt so etwa in der Mitte in einen Bombast über der jede Art von Tiefe über Bord schmeißt um mal schnell abzufeiern. Das gekonnt, muß man zugeben, aber auch nicht so weit entfernt von Paul Elstak Methode. Denn, auf der BSeite allerdings ein wirklich ganz guter Track der selbst nach 15 Minuten nichts von seiner Intensität verloren hat. A123 B12345 Bleed
Jiri.Ceiver (Harthouse)
Schock! Harthouse intelligenter als Vogel? Ja. Diesmal muß man ganz kalr sagen, daß Jiri Cristinan um längen schlägt. Nicht nur die Art an den Track heranzugehn ist absolut einzigartig, sondern auch die Sounds, dieses sehr knisternde das die Platte fast dreidimensional erscheienn läßt ist ziemlich einzigartig. vogel bollert dagegen ein bißchen rum. Eher einer seiner schlechteren Tracks. Der natürlich immer nohc gut ist, aber das reicht bei vogel dann nicht. A12345 B123456 Bleed
Roland Caspar
Roland Casper ist vielleicht der ideale DJ um in einer Serie über sie Stillen Stars von Techno aufzutauchen. Jahrelang hat er die Kölner Szene entscheident mitgeprägt, er ist einer der beständigsten ClubDJs und seine Mixtechnik so präzise wie ein Uhrwerk. Trotz seinen vielen Veröffentlichungen hat er allerdings in Deutschland nie wirklich die Anerkenung bekommen die ihm schon nach ein paar Releases in England zuteil wurde. Der DJ als Schow ist einfach nicht seine Sache. Dafür allerdings ist seine Entwicklung von einer enormen Beständigkeit. Seine Veröffentlichungen lassen allerdings nichts von einer Einseitigkeit hören, sondern zeigen ihn in einem immer wieder andern Licht. So konstant er vielleicht scheinen mag, so vielseitig sind seine Tracks. Der gewisse Faktor an Anonymität der sich um ihn herum bildet ist vielleicht mehr ein Ausdruck eines ernstgenommenen Technoverständnisses als man denken mag.
Die Zeit ist immer noch nicht Vorbei in der Techn als eine Revolution wahrgenommen werden kann in der die Personen unwichtiger sind als die Schallplatten. In der der Starkult nur eine Begleiterscheinung ist auf die wir gerne verzichten können. Roland Casper ist dafür eins der herrausragendsten Beispiele.
FP: Wie kommt es daß du jetzt nach all den Jahren dann auch noch ein eigenes Label machst?
RC: Ich habe mich auch gefragt ob das noch Sinn macht nachdem jeder meiner Freunde ein Label macht und ich ja auf Junkfood und Jackpot z.B. auch noch vertreten bin. Ob es nicht vielleicht zuviel wäre. Aber dann habe ich mir überlegt daß die Leute mit denen ich zusammenarbeite ja nicht unbedingt die Musik machen die ich dann veröffentlichen würde. Essence soll ja nicht nur ein Label für mich und von mir sein, sondern es sollen auch andere Künstler vertreten sein, bekannt und unbekannte.
FP: Du wirst da dann auch Tracks veröffentlichen die in eine andere Richtung gehen als die auf Junkfood?
RC: Auf jeden Fall. Ich habe zum Beispiel Osnabrücker Künstler, mit denen ich seit über einem Jahr in Kontakt stehe und die sich innerhalb dieses Jahres so gewandelt haben in ihren eigenen Ideen, undeinen Stil gefunden haben der jetzt irgendwo zwischen Techno, House und Relief ist. Das wäre eins der ersten Releases mit viel Vocals. Ich will mich stilistisch nicht so festlegen. Hauptsache die Tracks gefallen mir. Auf vielen Labeln habe ich ja auch selber Probleme Sachen an den Mann zu bringen, die mir persönlich sehr sehr gut gefallen. Oliver hat ja auch einen sehr speziellen Geschmack, und selbst wenn die Sachen ihm gefallen muß er sie noch mit Heinrich durchsprechen. Da fällt einiges unter den Tisch, auch bei Robert. Grade bei kleinen Labes ist das nicht einfach. Eine Person trägt gleichzeitig das Risiko, prägt den Stil, produziert auch noch selber. So wird es bei mir natürlich auch sein. Ich mache das Label nicht um geld zu verdienen.
FP: Das ist ja auch nicht so einfach.
RC: Es ist nicht einfach, und im Augenblick bekomme ich eher mal eine Kriese, weil in meinem Leben auch so sehr viel passiert.
FP: Was?
RC: Ich werde nächsten Monat heiraten, fahre lange, 3 einhalb Wochen in Urlaub. Das kommt alles noch dazu. Das Label wird auch noch arbeit. Obwohl ich es nicht alleine machen werde, sondern mit Gottfried Engels, vom Music Man zusammen. Damit stehen auch noch andere Label in Verbindung. Er macht ein Label das Mokka heißt, für Techno, etwas kommerzieller, ein reines Houselabel, das Bang heißt und halt Essence für das ich verantwortlich bin.
FP: Damit hast du dann wenigstens finanziell nicht so viel am Hals.
RC: Ja, das ist einerseits natürlich schön, andererseits ist man natürlich gebunden. Aber wirkommen sehr gut miteinander aus. Er ist eher ein Managertyp mit sehr guten Ideen, die er auch verwirklichen kann. Ich selber habe von den abwicklungen keine Ahnung.
FP: Aber du bist doch Architekturstudent und müßtest das Label zumindest gestalten können, oder?
RC: Gestalten schon, aber das zu führen, da kenn ich mich nicht aus. Buchhaltung und so. Wie es aussehen soll das mache ich natürlich selber, aber z.B: Compilation Deals, und all das, das sind Dinge sdie ich selber noch gar nicht kennengelernt habe. Man bekommt davon als Künstler immer nur ein bißchen mit.
FP: Du hast auch ein Stück auf der Mayday Compilation?
RC: Ja, ein neues, Tagalla, ein sehr ruhiges Stück, und ich habe mich gewundert daß sie das genommen haben. Ich hatte auch ein schnelleres geschickt.
FP: Du hast auch Platten für Communique gemacht. Unter diesem seltsamen Namen.
RC: Ja, mache ich auch immer noch, aber es wissen nur sehr wenige Leute daß ich die gemacht habe. Weil ich nicht unbedingt diesen Overload will. Wenn ich mir DJ Sneak ansehe der jede Woche eine EP draußen hat, dann finde ich das ein bißchen übertrieben. Auc hSteve Stoll. Bei mir ist es vielleicht eine im Monat oder alle zwei, schon viel. Irgendwann habe ich mir überlegt daß man vielleicht dann doch Stücke veröffentlicht die man nicht rausbringen sollte. Na jedenfalls Dan Eben heiße ich auf Communique. Ich hatte eigentlich gesagt daß das keiner wissen soll.
FP: Was ist das für ein komischer Name?
RC: Na ja, der heißt das was er in Deutsch heißt. Die Amerikaner könen das dann so denken wie sie wollen.
FP: Sollte das kein Witz sein?
RC: Nicht unbedingt. Mein Lieblingsrezensor Riley schreibt ja gerne das der Groove bei mir snicht stimmt, daß es daneben klingt, was immer man darunter versteht, in dem Zusammenhang kann man den Namen natürlich auch sehen. Auc hwenn er nicht daherkommt.
FP: Es groovt aber schon.
RC: Ja, da denken wohl manche anders. Mir wäre das zu anstrengend Plattenkritiken zu schreiben. Allein daß man sich nicht wiederholt.
FP: Die grade Bassdrum kommt ja auch immer wieder.
RC: Es gibt ja auch noch andere Stücke. Breakbeat. Aber grade Bassdrum finde ich schon am tanzbarsten, auch wenn es nicht immer eine grade bassdrum braucht um einen graden, einprägsamen Beat zu machen. Wenn die Snaredrum auf jeden zweiten Schlag kommt….
FP: Electro.
RC: …..dann hat man immer noch den Eindruck es wäre grade, aber der Groove ist anders. Man kann dann andere Dinge machen, vielleicht sogar mehr als bei einer normalen 4/4 tel Bassdrum.
FP: Reizt dich HipHop?
RC: Nicht unbedingt, ich bin nicht mit Electro aufgewachsen.
FP: Womit?
RC: Eher schon Hi-Energy oder Disco. Soul, ein bißchen EBM, aber auch nur Nitzer und Front, obwohl ich da nie der Fanatiker war, ich mag ein paar Stücke. Früher war alles viel gemischter. Ich habe auch HipHop gehört und gespielt. Im Raveclub. Das waren Zeiten in denen man nicht so speziell spielen konnte wie heute in denen mein Musikgeschmack allerdings auch weitgefächerter war .
FP: Glaust du daß das so etwas wie ein Nachteil von den Partys heutzutage ist?
RC: Es sind vielleicht einige Leute weg. Man konnt früher auch Leuten die HipHop gehört haben durch die gestaltung eines Abends House und Acid näherbringen. Heute geht man zu Technopartys weil man Techno hören will. Aber dann wird das auch noch unterspezialisiert und man geht mit der Erwartung in einen Club eine ganz spezielle Art von Musik zu hören. Es gibt gute und schlechte Seiten wie bei allem.
FP: Freddy hat ja auch ein HipHop Label.
RC: Ja, hab aber noch keine davon gehört. Aber Freddy ist auch ein Spezialist. Der ist ja schon etwas älter und hat wirklich die ganze Zeit mitbekommen. So wie Claus auch, die beiden haben neulich mal zusammengesessen und sich über nichts anderes als Raritäten und Leute aus dieser Zeit unterhalten, das war ziemlich lustig. Man konnte sie nicht mehr auseinanderreißen. Freddy traue ich das zu. Auc hwenn er nicht so mixt wie ich mir das vorstelle. Hat saber auch erst vor einem Jahr wieder angefangen aufzulegen.
FP: Du bist ja immer noch bekannt als der präzise Mixer schlechthin.
RC: Ja was soll ich dazusagen. Ich versuche immer noch alles an einem Band aufzureihen, aber trotzdem in den Stimmungen immer auf und ab zu gehen. Sneak zum Beispiel, dessenReleases in den letzten Monaten generell ganz gut waren wäre dann eher der housige Part. Ich versuche einfach daß die Leute durchtanzen. Was ich auf den Tod nicht ausstehen kann ist wenn jemand Backspins macht und sehr abgehackt mixt.
FP: Legst du nicht jede Woche mit Claus Bachor auf?
RC: Claus ist einfach sehr speziell.
FP: Kriegt ihr euch da nicht in die Haare?
RC: Es regt mich schon manchmal auf, wenn er das Mischpult vergewaltigt und die Leute vor Noise nichts mehr hören, aber das ist einfach Clouse, er macht das seit sechs Jahren, und wird es immer so machen. Ob ich was sage oder nicht. Wir kommen ganz gut miteinander aus. Jeder hat seine Fehler. Ich übernehme bei denAbenden immer den ruhigeren Part, den melodischen, auch wenn viele Leute sagen daß ich sehr unmelodisch auflege. Clouse den härteren.
FP: Du bist auch melodischer Geworden im Laufe der Zeit.
RC: Das sind so Phasen. So 91 habe ich das gespielt was alle gespielt haben, Anasthasia und so. Davor war die Raveclubzeit, das war viel Melodische. Dann wurde es noch härter, ging wieder runter, und heute ist irgendwie die Zeit wo ich alles in meiner Kiste habe und auch mal hart auflegen kann ohne auf Drop Base Network zurückgreifen zu müssen. Am liebsten habe ich so drei der vier Stunden und ich kann mitr den Stimmungen spielen. Ich bin konsequenter geworden in dem was ich spiele. Ich kann nicht die ganze Nacht 303 spielen. Die Abwechslung ist heutzutage viel eher gegeben.
FP: Wie hast du dich musikalisch entwickelt? Wie würdest du die frühen Platten von dir beurteilen?
RC: Teilweise würde ich sie nicht mehr rausbringen wollen. Aber das war auch alles ein Lernprozess. Man muß erst mal lernen wie man die Geräte beherrschen kann. Die Koordination der einzelnen Dinge. OPb man mit Computer arbeitet oder mit Drummachines. Man muß erst mal den Draht dazu finden Musik zu machen. Vorher hatte ich weniger Beziehung dazu. Ich habe ausprobiert. Mal war es gut, mal schlecht, aufnahmetechnisch oft nicht so gut, aber ich lerne halt immer noch. Ich habe teilweise Phasen wie auf der Loritz wo ich ganz verspielte Sachen mache. Es geht weniger darum daß man Sachen versucht nachzuahmen, sondern es geht eher um eine Verständigung mit den Maschinen.
Muziq
Bluff Mu-Ziq
Michael Paradinas ist wie Aphex Twin auch einer der ganz seltsamen der Technoszene. Seine Releases zerstören immer wieder alles von der Vorstellung was man für vernünftige Musik halten wollte. Als Tango`N`Vectif erschien, seine erste LP dachten einige noch dies wäre mal wieder Aphex Twin unter einer seiner vielen Verkleidungen, aber nach und nach wurde sein einzigartiger Sound immer klarer und gleichtzeitig immer undurchschaubarer. Man hat den 22 jährigen Südlondoner gerne auf seine Vorliebe für brasilianische Folklore durchleuchtet, ihm alle möglichen Seltsamkeiten zugedichtet, aber mit jedem Release wußte er immer wieder all dem zu wiedersprechen. Seine Musik nimmt Elemente auf die man überall vermuten würde nur nicht auf Technoplatten. Allein der Melodiereichtum reicht schon um viele davon zu überzeugen daß es sich bei Mu-Ziq um Ketzerei handelt.
Als er vor Monaten eine LP auf Clear machte war man sich nicht mehr sicher was denn nun mit ihm geschehen sollte. Gab es diesen großen Streit zwischen ihm und Rephlex, war er nun doch nicht bei einer Majorfirma gelandet? War alles schon am Ende noch bevor es begann? Aber auch in seiner eigenen Veröffentlichungspolitik bleibt Michal Paradinas eine Außnahmeerscheinung. Verfeindete Label wie Clear und Rephlex sind für ihn kein Problem, auch nicht gleichzeitig noch mit einem Major zusammenzuarbeiten. Michael Paradinas der zur Zeit grade mit fast 3 LP s gleichzeitig unter verschiedenen Namen auftaucht, endlose Projekte noch in Planung hat und das alles mit Material das sich im Laufe seiner Kindheit bei ihm zuhause aufgetürmt hat ist soetwas wie ein Wunderkind. Obwohl er erst ganz am Anfang seiner absurden Karriere steht, kann er schon auf einen ganzen Haufen von LPs zurückblicken und von sich sagen daß er einen völlig neuen Stil ins Leben gerufen hat. Industrial Folksongs.
SK: Du bist zur Zeit definitiv ein ziemlich heißes Topic im Internet, erst vor ein paar Minuten habe ich noch über deinen Autritt im Kitchen gelesen. Wie war das für dich?
MP: Das ging ganz gut, nicht der beste Gig den ich jeh gemacht habe, aber es schien einige Leute richtig weggeblasen zu haben. Ich habe es ziemlich hart gehalten, ein bißchen von allem gespielt, neue Tracks und alte. Aber wenn ich Live spiele bin ich ein bißchen limitiert. Man muß ja alles mit einem einzigen Set Up fahren, da kann man zwischendrin nicht zuviel ändern. Es schränkt ein. Ich muß zum Beispiel die ganze Zeit über mit den gleichen Drumsounds arbeiten. Da ist nicht viel zu machen. …. Vielleicht schon, das wäre vielleicht der nächste Schritt für mich.
SK: Wie waren die Reaktionen auf dich bisher in den Staaten? Ich weiß du bist zweimal schon aufgetreten, in San Francisco, aber ich habe es beidesmal verpasst., tut mir leid.
MP: Ja, zwei Gigs in San Francisco, und der zweite, im 8th house, war sehr gut, ich hatte ziemlichen Spaß. Das letzte mal in den Staaten war ein Rave, das ging so.
SK: Geht das auf Raves generell ganz gut mit dem Publikum?
MP: Ja, die Leute tanzen sogar!! Aber der beste Gig war definitiv im 8th House.
SK: Wie steht es mit Astralwerks?
MP: Salsa with Mesquite, die nächste EP kommt in einer Woche ungefähr raus und ich denke die LP, In Pine Effect, wird wenig später folgen.
SK: Würdest du sagen daß In Pine Effect für dich soetwas wie ein Schritt nach vorne ist? Oder ist es eher einfach eine Forsetzung deiner früherern Arbeiten?
MP: Es ist mer eine Mixtur als die anderen LPs. In Bezug auf die Zeit in der die Tracks entstanden sind. Einige sind sehr alt, andere seht neu. Früher waren die Stücke zwar auch nicht alle aus einer speziellen zeit, aber der Unterschied war noch nie so groß. Und, vor allem sind dieses mal ganz neu gemachte Tracks drauf. Tatsächlich ist es soetwas wie die Lieblingscomopilation meiner Stücke zusammengestellt von Freunden von mir. Sie haben die Tracks ausgesucht und ich habe einfach OK gesagt. Definitiv also eine Geste wie: Hier ein paar der Lieblingsstücke meiner Freunde, und auch ein paar von mir.
SK: Bist du glücklich mit der zusammenstellung insgesamt?
MP: Ja, es ist ganz gut geworden. Sehr gut, aber , ich fühle mich dem ganzen ein bißchen zu nah, wenn du weißt was ich meine. Die Reviews in England sind alle positiv. Es ist so gut wie die ersten beiden, Bluff Limbo und Tango`n`Vectif würde ich sagen.
SK: Oh, ja, wir freuen uns alle auf Bluff Limbo.
MP: Ja, ich hoffe die kommt bald mal auf Rephlex. Die Platte ist vor drei jahren entstanden, hoffentlich kommt sie bald. Vielleicht im November, vielleicht im nächsten Jahr, nur Gott weiß. Ihr kennt das mit Reflex. Es sollte, natürlich im August rauskommen, das hatten sie mir fest versprochen.
SK:; Wird das dein letztes Album auf rephlex sein?
MP: Ich habe vor über einem Jahr eine LP mit Richard James aufgenommen. Genaugenommen im Frühling 94, und die ist sehr gut und kommt auch noch auf Rephlex. Dann gibt es noch ein paar Remixe, die lange vor der LP entstanden sind, bei denen ich aber nicht den Act verraten darf, und Kinesthesia. Das ist jetzt aber alles schon sehr lange her. Jetzt werde ich, was die Sachen als Mu-Ziq betrifft alle Sachen mit Astralwerks für die Staaten und mit Virgin für Europa machen.
SK: Wie ist die Szene in England so zur Zeit?
MP: Ehrlich gesagt teilt sich alles zwischen TripHop und Jungle auf. Techno ist genaugenommen nicht so populär. Wenn man das sagen darf. Es ist natürlich schon irgendwie da, und es gibt eine Szene dazu, aber die Leute die auf Trends stehen, die immer dabei sind wegen dem Image, die scheinen sich davon abgestoßen zu fühlen. Die Luete allerdings die sich wirklich für Musik interessieren die kaufen sich ihre Platten nach wie vor ohne sich groß um das Genre zu kümmern. Ich z.B. habe mir immer schon Hardcoresachen, Jungle und jazzigere Platten gekauft.
SK: Hälst du dich denn überhaupt für einen Teil der Szene?
MP: Man schmeißt mich zumindest mit denen in einen Topf. Und ich kenne natürlich ein paar der Leute weil ich auf diesem Label bin. Aber die musikalische Verbindung zwischen mir und den anderen – und andere werden da genauso reden wie ich, zumindest in diesem Punkt – in dem Feld von – wie nennt man das noch gleich – Intelligent Techno, ist doch gering. Ich meine ich kenne Aphex Twin, bin auf seinem Label, aber ich würde sagen daß er, ich, Wagon Christ und Kinesthesia die einzigen sind die eine musikalische Verbindung haben. Das sind zumindest für mich die einzigen Leute zu denen eine Verwandschaft besteht.
SK: So wird Rephlex ja überhaupt aufgenommen, als etwas besonderes, das was weiter ist, interessanter, härter.
MP: Ja, wie Autechre, viele Leute sagen daß ich ein bißchen wie Autechre klinge, aber das würde ich so nicht sehen.
SK: Welche Art Feedback bekommst du nun, da du etwas populärer geworden bist?
MP: Bis jetzt war es ganz gut. Die Zeitungsleute sagen daß meine neuen Tracks zugänglicher sind. Als Tango`n `vectiv rauskam war das für die meißten nur Alienmusik. Etwas daß überhaupt nicht im Horizont ihres Musikverständnisseslag. Aber erschiene das jetzt könnten die Leute schon viel mehr damit anfangen. Vielleicht war ich in diesem Sinne meiner Zeit vorraus. Pine Effect wird jetzt einfacher zu verstehen sein.
SK: Jake Slazenger auch.
MP: Obwohl Jake Slazenger wieder etwas ganz anderes ist. Ich hätte es natürlich als nächste Mu-Ziq herausbringen können aber im grunde ist es eine Sammlung funkiger Beats und Breaks. Jazziger als die Mu-Ziq Tracks. Mit dem Namen werde ich auch weiter machen, und einiges für die nächsten Platten ist auch schon fertig. Eine Doppel EP für Clear mit ein paar Remixen von `Megaphunk´ und 5 neuen Tracks. Und ein neues Jake Sleazenger Album. Eins das allerdings vor dem letzten entstanden ist.
SK: Klingt als hättest du sehr viel Zeit um Tracks zu machen.
MP: Genaugenommen ist das ja alles schon fertig. Jetzt habe ich nämlich nicht viel Zeit, es ist alles harte Arbeit. Und im Grunde bin ich glücklich daß ich all diese Tracks gemacht habe als ich jung war.
MP: Du tourst auch sehr viel zur Zeit.
MP: Ja, momentan in Europa, dann wieder in den Staaten, Viele Stationen, mit vielen Pausen, Belgien, Holland, Glasgow, Schottland, Norwegen, Österreich, Deutschland.
SK Irgendwelche bizarren Erlebnisse im Ausland?
MP: Eigentlich immer irgendetwas. Die meißte Zeit verbringe ich ich immer damit das geliehene Equippment aufzutreiben. Da gibt es immer ein Teil das kapputt ist oder nicht da, und die meißte Zeit vor meinem Gig muß ich mich dann mit soetwas beschäftigen. Die meißte Zeit danach geht es darum rechtzeitig aufzuwachen um den Flug noch zu bekommen.
SK: Murphys Gesetzt der Live Gigs.
MP: Ja, aber in San Francisco war alles OK. Wirklich gut. Aber wir hatten ein Dinner mit ein paar Typen von Virgin die wirklich entsetzt waren von dem was ich den Auteurs angetan habe.
SK: Gut oder.
MP: Die waren so sehr bedacht um ihre wertvolle arme Band. Ich mag die Sachen von mir, und haßte die Musik der Auteurs. Dieser Typ in Belgien wollte die Platte dort nicht veröffentlichen weil er dachte das würde die Auteurs ruinieren. Er konnte nicht verstehen warum sie das zuließen. Ich versuchte es ihm zu erklären, aber da war glaube ich nichts zu machen. Aber er hat unser Dinner bazahlt, das war zumindest in Ordnung.
SK: Ziemlich gut. Man muß den Leuten immer etwas vorraus sein, ihre Vorstellungen ändern. Wie du schon gesagt hast, es ist verblüffend in wie weit sich die Leute schon jetzt an Dinge gewöhnt haben die sie noch for einem Jahr nicht ertragen konnten.
MP: Das geschieht glaube ich jetzt auch weil zur Zeit viele auf diese jazzigen Beats abfahren, mehr HipHop orientiert, Jungle und Drum & Bass. Einen Hauch davon gibt es auch auf meinem nächsten Album, allerdings weniger Drum & bass. Einer der Remixe von Ruby, auf Creation von mir ist tatsächlich sogar wirklich Drum & bass. Es passiert soviel zurzeit, mit sovielen Releases. Eine LP auf Reflective unter dem Namen Spatula Kid: Spatula Freak.
SK: Das ist auch schon wieder älteres Material oder?
MP: Ja, sehr sehr altes. Von der Zeit um Bluff Limbo. Vielleicht sogar Bluff Limbo Part Two. Wohingegen Pine Effect mehr ein Mischung dessen ist von dem ich auch denke daß es ganz anders ist als alles andere. Auch wenn es dieses Mu-Ziq Feeling hat. Klingt auch nicht nach Jake Sleazinger, obwohl es einen Jazzigen Track gibt. Schwer zu sagen das alles. Jeder Track auf dieser Platte steht irgendwie für sich selbst. Das gibt so als LP vielleicht nicht so den Flow den man gerne hätte, mehr eine Sammlung von Songs. Spatula Freak die erste fließt viel besser als LP aber vielleicht sind die Tracks nicht so gut. Sehr schwer das alles. Auch sehr subjektiv. Andere Leute werden das alles vielleicht anders sehen. Bestimmt sogar. Wie ich schon gesagt habe ich bin den Releases noch sehr nahe, weil ich so lange gebraucht habe sie herauszubringen und zusammenzustellen.
SK: Laß uns noch ein bißchen über Aphex Twin reden.
MP: Er kam ja aus der Englischen Hardcoreszene, die sich im Grunde zu dem entwickelt hat was heutzutage Jungle ist. Er war nie ein Teil einer Technoszene. Es gab ja auch, bis zu ihm eigentlich keine Technoszene in England.
SK: Kann man vielleicht so sagen. Und Ambient Works 1 und Polygon Window sind auch immer noch unter meinen Lieblingsplatten.
MP: Die erste die er veröffentlicht hat, Analogue Bubblebath 1 hatte hardcoretracks, Breakbeats, richtig harte Electrotracs wie man jetzt vielleicht sagen würde. Völlig verschieden von den Ambient Sachen die ihn in England richtig populär gemacht haben.
SK: Ist das auch die Szene von der du kommst?
MP: Da habe ich wirklich keine Ahnung. Ich saß zu der zeit zuhause und habe auf meinem 4 Spurrecorder Tracks gemacht. Dann habe ich mir einen Computer gekauft und Tango & Vectif gemacht. Ich habe damals versucht sehr harte Tracks mit Melodien zu verbinden.
SK: Also bist du vielleicht doch ein Kind der hardcoreszene.
MP: Aber Hardcore wie es damals immer noch hieß, und daß sich dann in Ravesound und Drum&Bass aufsplittete war ja damals alles eins, und es gab wirklich extrem gute Platten. Die Leute die jetzt die besten Jungleplatten produzieren haben damals die besten Hardcoreplatten gemacht. Die verändern nur alle 5 Minuten ihre Namen und man tut sich ein bißchen schwer herauszufinden wer nun was getan hat damals. Ein paar der besten Jungle DJs jetzt haben so um 91/92 die besten Platten überhaupt gemacht. Ich habe damals sehr viel Pirateradio gehört. Ich war auf dem college. Und es hat mich sehr inspiriert. Diese sehr schnellen Beats wie die von Aphex Twin. Als ich Tango`N Vectif gemacht habe gab es für mich nur zwei Platten auf der Welt. Analogue Bubblebath 1 und Digeridoo. Deshalb sind mir diese beiden auch heute noch so wichtig.
Was beeinflußt dich heutzutage?
MP: Ich höre viel Jungle und viele alte 70ger Moog Sachen. Wenn ich bei Richard vorbeikomme dann auch viele Comedy Platten, Spoken Word und sowas.
SK: Ist das vielleicht auch ein Einfluß für Jake Sleazinger?
MP: Vor Techno und Indie und so habe ich hauptsächlich 70ger Funk und als ich in die High School kam viel Acid Jazz und Rare Groove.
SK: Das feiert ja jetzt wieder seinen Einzug in Techno. Eine Art Return zu Soul.
MP: JA, leute wie Reload standen schon immer auf soetwas. Und versuchen jetzt natürlich das wieder einfließen zu lassen. Aber wir haben das immer versucht. Vielleicht hat man in den ersten Momenten versucht es loszuwerden, aber dann. Ich denke auch daß Bluff Limbo und Tango`N`Vectif Soul haben. Bluff Limbo sogar sehr viel . Das hat auch damals viele Leute beeinflußt auch wenn es nur sowenige gehört haben. Jonah Sharpe zum Beispiel sagt gerne daß eins seiner Lieblings Alben ist. Ich habe auch eine ganze LP voller Jazz Tracks die bald erscheinen wird. als Gary soundso. Shaped To Make Your Life Easyer, wird die heißen. Alles Vibraphone Tracks.
SK: Wo erscheint das?
MP: Auf Planet Mu hoffe ich. Eine Kollaboration mit Virgin.
SK: Das ist dann dein neues Label oder.
MP: Ja, aber vielleicht klappt es dort mit der Platte dann auch nicht wegen den ganzen Samples. Mal sehn.
SK: Wie findest du behandelt die Presse dich so im allgemeinen?
MP: Bis jetzt ganz gut, aber mal abwarten. Ich meine ich bin nicht Teil einer Szene, ich kenne nicht so viele Leute in der Technowelt, Richard, aber der….. Ich meine Richard und Wagon Christ, das sind Freunde, das wars aber auch. Ich geh nicht aus um in irgendeiner Suzene zu landen. Kennst du die Electronic Lounge? Das war ein ziemlich schlimmes Erlebnis für mich, da war ich neulich. Viele Business Leute die Business machen wollten. Das war nervig. Niemand hörte sich die Musik an. Die war soft und die Leute waren laut.
SK: Was glaubst du wirst du in der Ziukunft machen. Etwas anderes vielleicht als du jetzt machst?
MP: Mal sehn was so passiert. Ich habe jetzt ein paar Monate schon keien Tracks mehr gemacht, aber ein paar Schallplatten geplant. Was die nächste Mu-Ziq werden wird, da bin ich mir nicht so sicher, aber die Jake Sleazinger ist wie gesagt fertig, ein paar Remixe für Chris&Cosey und Ruby, vielleicht mache ich eine LP für Brendan Gillen von International Frequencies Recors. Den habe ich gestern getroffen. Eine neue Tusken Riders für Clear.- Aber sonst. Ich möchte für eins der nächsten Mu-Ziq Alben etwas ganz besonders machen, aber da ich das noch nicht getan habe, kann ich jetzt auch nicht sagen was. Worauf ich mich am meißten freue ist die Veröffentlichung von der LP die ich mit Richard zusammen gemacht habe. Das wird dann wenn es mal rauskommt wohl zwei Jahre alt sein, aber is ist wirklich eine sehr schöne Platte, funky und hart.
SK: Hast du irgendwelche künstlerischen Ziele?
MP: Ja, ich möchte eine richtig wirklich gute Platte machen. Ein Mu-Ziq Album. Ein von denen wird Richtig gut sein und die Leute aus dem Wasser blasen. Aber es wird wohl alles anders werden. Ich will mich verbreitern. Aber feste Pläne habe ich da nicht weil man mit festen Plänen nichts erreicht. Ich werde einfach versuchen immer etwas anders zu machen.
Interview von Sumner Kagan, seofon@aol.com
Ken Ishii
Tatsächlich läutete Ken Ishii eine neue Generation von Techno ein. Vor drei Jahren als man hier zum ersten Mal von ihm und von der Existenz einer japanischen Technozene, die noch dazu einen ganz eigenen Sound entwickelte, hörte schlich sich so langsam das Bewußtsein ein, daß Techno nicht nur ein auf Europa und Amerika beschränktes musikalischen Phänomen ist, sondern sich langsam aber sicher auf der ganzen Welt verbreitet. Vielleicht wird eines Tages sogar Wild Pitch Bob Marley ablösen, wer weiß. Heutzutage sind das alles ungewisse aber mögliche Positionen und die japanische Technoszene ist mit immer neuen Releases auf Sublime, Subvoice, Sony, Torema und anderen Labeln mittlerweile schon so eigenständig wie es die argentinische Acidszene vielleicht erst in einem Jahrzehnt sein wird, aber die Zeit kommt für jeden.
Das Japaner immer etwas besonderes sind dürfte nicht erst seit dem Mangahype bekannt sein. In ihrem Unterbewußten lauert die Bestie der Atombombe als endgültiges Ritual der neuen Welt genau so wie bei uns der Holocaust. Man nimmt sie gerne sehr ernst, denn sie nehmen auch alles ernst. Japan hat die Kultur der Otaku erfunden, eine Lebensform die in unendlicher Spezialisierung alles aufgreift was bei uns vielleicht noch ein Hobby wäre wie z.B. das Gartenzwerge sammeln und darauf einen Lebensstil errichtet in dem nichts anderes mehr Geltung hat als eben dieses Spezielgebiet. Abertausende sitzen in Tokio und sammeln die minimalsten Fakten über einen einzigen Bereich. Ob es die Fabrikation von Eiscremesorten betrifft oder die Produktion eines Manga-ka. Die Archive türmen sich auf und mittendrin steht ein einzelner Mensch, gerne mit seinem Computer und ein paar millionen sehr spezifischen Daten und Utensilien. Vielleicht ist ken Ishii auch ein Otaku. Er selber ist sich nicht so sicher. Ein Otaku des Sounds, der anders als die lange Tradition von sehr einfach zu erklärenden Raregroovespezialisten, auf einem Feld sucht zu dem er selber die neusten Informationen beisteurt. Der Klang. Elektronische Musik. Mitten im Interview deutete ich in Richtung des Wohnsitzes von Holger Czukay und er war für ein paar Momente ganz still und bedächtig. so ein Meister so nah. Das hat schon etwas erhebendes. Ken Ishii kennt natürlich die Geschichte der elektronischen Musik in und auswendig. Und sie ist Untrennbar mit Deutschland verknüpft. Er ist einer dieser Menschen die Ralf und Florian beim Vornamen nennen ob sie ihnen nun begegnet sind oder nicht. Die Vertrautheit der Geschichte ist allgegenwärtig. Aber auch die Zukunft nur einen Handgriff entfernt. Ein Interview mit ihm wird inszeniert. Man geht nicht einfach in irgendein Hotelzimmer um ihn zu treffen, sondern an jeder Tür hängen die neuen Poster zu seinem Video, daß man in einer kurzen Präsentation erst einmal anschauen darf um sich dann mit Ken darüber zu unterhalten. Getan.
FP: Wie kamst du in Kontakt mit den Producern des Videos? Anime ist doch eine im vergleich zu Techno in Japan gewaltige Industrie.
KI: Es ist ja auch nicht irgendein Proucer, sondern der von Akira, einer der berühmtesten, und den habe ich einfach mehr oder weniger zufällig kennen gelernt. Wir haben uns einfach unterhalten, festgestellt daß wir ähnliche Vorstellungen hatten und da kam dann die Idee auf das Video zu machen.
FP: Aber du magst nicht einfach Anime generell oder?
KI: Nicht alles, stimmt schon, aber Akira finde ich sehr gut.
FP: Warst du an der Story, wenn es denn eine gibt, beteiligt?
KI: Eigentlich hatte ich nur einen Einfluß auf das Tempo der Bilder., die Bilder selbst, die Story und all das lagen ganz bei Morimoto. Da kann man auch nicht reinreden. Das ganze ist situiert in Tokio. Der Junge in dem Video das bin ich. Der mit dem Headset. In sehr naher Zukunft. bricht die Welt zusammen und steht aus ihren Trümmern wieder auf. Diese seltsame Maschine, spielt mit dem Bösen. Das ist so in groben Zügen die Geschichte. Nicht sehr stringent erzählt, aber es ist auch eher als Impression gedacht.
FP: Magst du die extra Sounds auf dem Video?
KI: Schon, ich habe sie selbst gemacht, aber nur die unauffälligeren. Die Stadtgeräusche, und ein paar andere. die ganz Lauten sind nicht von mir, sondern eher so Standarts, die vielleicht die Dynamik des Tracks etwas verändern, aber das ist nicht so schlimm. Wenn man genau hinsieht, dann gibt es da eine einstellung in der der Hauptdarsteller so mit seiner Pistole spielt und…….
FP: Ja. Wie ist das Verhältnis zwischen deinen Tracks auf R&S und denen unter anderen Namen wie Flare und so auf japanischen Labeln?
KI: Sublime ist ja das Label auf dem ich im Moment in Japan die meißten Platten mache. Mit denen verstehe ich mich auch einfach am besten. Das hat auch mittlerweile ein sehr internationales Flair. Und alles klappt sehr gut. Dub Restaurant macht ein ganz alter Freund von mir, aber das Label hat mit Techno eigentlich nichts zu tun. Sas ist eher so ganz freakige Musik. Und so eher orientiert an der Noiseszene in Japan. Aber da habe ich nur die erste gemacht. Obwohl ich das Label sehr mag. Die Sachen als Flare sind ja eher Dancefloor orientiert, wenn auch in einem Stil der vielleicht nicht so sehr wie europäischer Dancefloor ist. Es sollte schon für die japanische Szene ein eigenes Label geben, das sit auch der Grund warum ich bei Sublime überhaupt mitmache. Die Musik soll eben einfach speziell sein.
FP: Würdest du sagen daß die R&S Sachen mehr von einer Detroit Beeinflussung zeigen, mehr versuchen eine Art analogen Sound in das digitale Zeitalter zu übertragen, wohingegen die Sachen auf Real z.B. viel offensichtlicher digital klingen? Wo siehst du den tatsächlichen Einfluß von japan und japanischer Kultur in deiner Musik?
KI: Ja, ein bißchen stimmt das schon. Wenn auch meine Musik natürlich nicht einfach so nach Detroit klingt. Die Flare Sachen sind wie gesagt einfach sehr Dancefloor orientiert. Wenn es um die traditionelle japanische Musik geht dann ist der Einfluß eher gering, ich kenne sie vielleicht ein bißchen, aber das ist keine Art von Musik in der ich mich wirklich auskenne und deshalb glaube ich auch daß der Einfluß nicht so groß, jedenfalls nicht so direkt ist. Es ist eher so ein Zusammentreffen von kulturellen Funktionen. In japan werden ja immer auch, und das auch mit Tradition, viele Einflüsse aus der ganzen Welt aufgenommen. Aus diesen Einflüssen habe ich mir einige rausgepickt.
FP: Du bist mit elektronischer Musik aufgewachsen, oder?
KI: Mit zehn Jahren habe ich zum ersten mal Yellow Magic Orchestra gehört, und seitdem verfolge ich tsatsächlich alle Formen elektronischer Musik sehr aufmerksam.
FP: Wie ist die Story hinter dem Titel der neuen LP: Jelly Tones.
KI: JJelly ist ja eine Art von Substanz die keine festgelegte Form hat. Es ist kurzzeitig so, dann verändert es sich aber auch sofort wieder. Eine Substanz die in allen möglichen Variationen auftreten kann. Das ist das was ich auch von meiner Musik denken würde.
FP: Aber du ißt sie nicht.
KI: Nein Nein.
FP: Wie würdest du deine neue LP im Vergleich zu den anderen auf R&S beschreiben. In was für einer Phase befindet sich die Musik für dich zur Zeit?
KI: Grundetzlich fließen eigentlich in allen meinen Tracks eigentlich die gleichen Bestandteile, es ist die Musik wie ich mir Klänge vorstelle. Eine sehr präzise Art des Übergangs zwischen meinen vorstellungen und dem Resultat. Der Hauptunterschied zwischen dem letzten und diesem neuen Album ist vielleicht, daß man von dem vorher sagen konnte daß es geht, läuft, was das Tempo angeht, und das neue das rennt eher, rast. Es ist ein ziemlicher Unterschied in der Bilhaftigkeit der Musik. Ein grundlegender Unterschied ist es allerdings nicht weil immer genau das passiert was ich gerne möchte.
FP: Spielt du in Japan oft live?
KI: Nicht sehr oft. Leider. In Europa habe ich schon mehr gemacht. Im nächsten Jahr werde ich allerdings sehr viele Liveauftritte in Japan und Europa machen. Hoffentlich klappt das. Ich bin seit einiger Zeit in Japan auch ziemlich oft als DJ unterwegs. Ich spiele sehr gerne Live, auf einem rein digitalen Equippment, das ist einfacher zu handlen. Viel einfacher viele Sounds zu haben. Mit analogen beschränkt man sich doch sehr.
FP: Dein Lieblingsinstrument?
KI: Roland JD 800, ein ziemlich großer Synthesizer mit ziemlich vielen Knöpfen. Den habe ich schon ziemlich lange, aber ich werde ihn einfach nicht leid. Sehr gutes Ding.
FP: Gibt es eine Verbindung zwischen dir und der japanischen TripHop Szene, wenn wir sie jetzt mal so nennen wollen. Du weißt schon: DJ Krush, Takemura, U.F.O. usw. ?
KI: Mit DJ Krush, der ein ziemlich guter Freund von mir ist, habe ich schon zusammengearbeitet, ich habe ihn geremixt. DJ Takemura ist zwaar nicht mein Freund aber ich interessiere mich sehr für das was er macht. Der Kontakt ist eigentlich im allgemeinen sehr gut zwischen der TripHop und der Techno-Szene. Alles sehr schön. Glücklicherweise. – Kennst du die Boredoms?
FP: Ja, tatsächlich, ziemlich verrückte Bande.
KI: Der Leader der Band ist mein Freund und mit denen werde ich auch bald zusammenarbeiten. Die sind wirklich aller verrückt.
FP: hast du die NAv Katze Remixe schon gehört?
KI: Oh, nein, muß ich zugeben. Weißt du, Nav Katze ist eine eher weniger bekannte Band und das klingt alles so als hätte die Firma hinter ihnen für Promotionzwecke mal eben diese hippen englichen Remixer beauftragt. Aber gehört habe ich das nicht.
FP: Sind aber sehr gut. Sehr eigenwillige Mischung.
KI: Die Band selber ist nicht so speziell. Einfach nur eine Rockband.
FP: Was hälst du von deinen eigenen Remixen für Extra?
KI: Ich mag den Wagonchrist Mix sehr gerne. Ich verfolge eh alles was er macht. Die Plug Serie zum Beispiel ist sensationell. Sehr interessant. Einer meiner Lieblingsacts.
FP: Und sonst?
KI: Bedouin Ascent, schwierig, heutzutage, gibt es noch welche? Stacey Pullen. Vielleicht. Ein japanische Band die sich Tanzmusik nennt. Ich bin sehr wälerisch.
FP: Was legst du auf wenn du dann auflegst?
KI: Detroitstyle, und Sachen die von Detroit inspiriert sind. Nicht unbedingt Tanzmusik sondern eher seltsame Sachen die allerdings, so hoffe ich, vielleicht darurch zum Tanzen anregen.
FP: Hast du schon mal auf einem großen Rave aufgelegt?
KI: Im August hatten wir eine Party in Tokio auf der 7000 Leute waren, obwohl es eine Mittagsparty war, und da habe ich eigentlich auch zum ersten mal die japanische Raveszene gesehn. Es war extrem heiß und die Platten haben sich gewellt wenn man sie aufgelegt hat. Aber sehr interessant war das schon.
FP: Fühlst du dich nicht limitiert, wenn du auflegst, würdest du dir nicht wünchen dein Liveequipment mitzuhaben?
KI: Wenn ich auflege dann ist das mehr eine Art Entertainment. Ich versuche die Leute zu unterhalten. Live ist viel ernster, mehr ich selber. „Extra” ist so ein Ding das eigentlich dazwischen liegt. Extra für Liveauftritte gemachter Track.
FP: Was ist dein Lieblingskanji?
KI: Wenn es ein einfaches sein soll dann ist mir eigentlich jedes recht.
FP: Was sind deine Pläne für die nächste Zukunft? Speziell in Bezug auf Sublime?
KI: Wenn die Geschichte mit jellytones vorbei ist dann werde ich noch wieder auf Sublime veröffentlichen. Was genau das sein wird ist mir allerdings noch nicht so klar, obwohl ich denke daß es mehr in Richtung Alternative gehen wird.
Ken Collier
Heaven was closed down to make way for a new McDonalds
Genauso wie der Mann selbst ein Mysterium ist, ist es nahezu ein Wunder daß er in Deutschland fast niemandem bekannt ist. vielleicht ist auch dies wieder mal auf die Sonderstellung Detroits zurückzuführen, in der Geheimnisse einfach länger bewahrt werden als irgendwo sonst in Technoworld. Er ist einfach eine dieser hintergründigen Legenden dieser Stadt am Rande des amerikanischen Traumes, von denen man immer wieder mal in Andeutungen hört, deren wahre Bedeutung hier in Europa allerdings immer verschlossen bleiben wird.
Ken Collier gilt in Detroit als der Godfather des House. Für mehr als 15 jahre war er Resident DJ im Detroiter Legendenclub Heaven. Seine sein Publikum, daß man eher schon eine treue Gefolgschaft nennen müßte stand ihm in dieser langen und stellenweisen Gefährlichen Existenz immer bei, und ließ sich weder duch Polizeirazzien, noch durch Ärger mit der Stadt oder einen Mord davon abbringen bei ihm zu bleiben und dieser Legende jedes Wochenende das Leben einzuhauchen daß sie ihnen zurückgab. Heaven war ein großes Loft im ersten Stock eines Hauses an der Ecke Woodward und 7 Mile Road, und absolut berühmt für das beste Soundsystem das Detroit jemals erleben durfte. Die Crowd, haupstächlich Schwarze, und viele Schwule, macheten jedes Event zu einer Party die man wohl sonst nirgendwo in dieser Art erleben kann. Das Licht bestand oft nur aus vom Publikum selbstmitgebrachten Taschenlampen durch die die Extravaganz und Excentrizität der Drag Queens immer wieder für kurze Momente in Szene gesetzt wurde. Detroiter Drag Queens sind, wie sollte man es anders erwarten, anders als Drag Queens im Rest der Welt. Diese Mädchen sind kein Witz, mit ihnen ist nicht zu Spaßen. Meißt von der Statur eines Baseballspielers sind sie dafür bekannt extrem rough sein zu können, die genauso zuschlagen können wie sie abgehen.
Mitten in all dieser Verrücktheit stand Ken Collier selbst, und pumpte Woche für Woche den tiefsten Housesound der Stadt, und vielleicht der Welt. Ein unglaublich akkurater selbstvergessener Mixer, dessen Aufmerksamkeit nie von den Platten weggeht, es sei denn um sich mit seinem überpräsenten weißen Handtuch, einer Art Warenzeichen, den Schweiß von der Stirn zu wischen. Obwohl er niemals den Status erreicht hat, den ähnliche Figuren in New York und Chicago erreichten, was wohl zum Teil auch an seiner Haltung liegt sich selber nicht zum Producer machen zu wollen, wird er doch von allen Leuten außerhalb von Detroit extrem respekiert. Fragt man die Leute in Detroit selbst, dann hören sie einfach nicht mehr auf von ihm zu Schwärmen. Mike Banks meinte vor kurzem in einem Interview daß für ihn Ken Collier die Person der Detroiter Szene ist die er am meißten respektiert.
Aufgrund der Schwierigkeiten die der Club im Laufe seiner Existenz hatte, und auf grund des Mordfalles, der dort stattgefunden hatte, und dessen Opfer, wie später herauskam ein Offduty Scherrif`s Deputy Polizist war, wurde der Club vor einiger Zeit schließlich für immer geschlossen. Kurz später löste sich das Heaven in einem mysteriösen bislang ungeklärten Brand endgültig in Luft auf. Um, wie die neusten Pläne der Stadt zeigen einem Mc Donald Platz zu machen.
Ken Collier legt jetzt in einem Club nNames Timesquare in Detroit auf, aber aufgrund der etwas kommerziellen Crowd sind seine Sets nicht mehr dieser tiefe Detroiter Underground Sound. Allerdings ist Ken Collier immer noch der sensationelle DJ Detroits, der nun endlich seine längst Überfällige Anerkennung in den Staaten und auch in Europa bekommt.
Autechre
Sean Booth & Rob Brown kommen aus Manchester. Dort ist bekanntlich alles anders als im Rest von England. Manchester ist Englands Detroit. Eine verlorene Stadt. Die Zukunftsvisionen eines Jeff Noon, der sich zur Aufgabe gemacht hat das Manchester der Zukunft zu beschreiben (Vurt & Pollen sind zwei der besten ScienceFiction Romane der Erde, und ein Grund jetzt schon mal Richtig englisch zu lernen) geben einem ein brilliantes Bild davon wie es in dieser Stadt in Kürze schon aussehen wird. Die Bandenkriege sind allerdings schon jetzt ein tägliches Event. Einige Clubs durften schon schließen weil sie es nicht schaffen konnten die Knarren draußen zu halten. Der Drogenkrieg geht nach wie vor weiter. Schwarz und Weiß sind längst keine Nachbarn mehr. Die Stadt versinkt in ihren Trümmern, die Kultur überlebt nur wenn sie sich bewaffnet.
Autechre allerdings sitzen mittendrin und haben wie viele das interesse an jeder Art von Politik verloren. Daß Labour jetzt einen nationalistischen Weg einschlägt ist ihnen gleich. Mit einem Achselzucken nehemen sie hin daß es ja eigentlich anders gedacht war, erkennen an daß Politik sie immer berühren wird, aber haben aufgegeben da noch etwas tun zu wollen. Sie konzentrieren sich lieber auf ihre neusten musikalischen Entwicklungen, leben ihr Leben so gut es geht, und wenn ihnen jemand die Frühstücksmilch von der Haustür schießt, dann versuchen sie eben neue zu bekommen. Gewalt jeglicher Form führt zu einer gelassenen Gleichgültigkeit. Zu einer vielleicht esoterischen, vielleicht aber auch viel wichtigeren Haltung, die das Eigene auf das reduziert was man verändern kann.
Währen des Interviews läuft sanft pockernd im Hintergrund die neue Panasonic CD. Analoge Welten vom feinsten. Nicht ihre Welt, aber eine die Anerkennung verlangt. Auch wenn man grade nicht bekifft ist. Wieviel Gram sie täglich rauchen? Sie haben aufgegeben das nachzuzählen. Man kann auch mit Drogen so umgehen daß sie tun was man will. Alles eine Frage der Kontrolle. Vielleicht wird ihre Musik eines Tages etwas bewegen daß über den Rahmen von Kunst hinausgeht, das wäre eine Hoffnung, vielleicht bewegen Klänge als Kommunikation mehr als Worte. Vielleicht sollte die Zeit bald reif sein für eine Politik jenseits der Sprache. Vielleicht kann Musik wieder zu einem Medium werden daß viel mehr erreicht wenn es sich nicht fassen läßt. Autechre sind völlig einzigartig in ihrem Sound, und wissen daß sie damit nicht nur für sich arbeiten. Die Welt hat viele Seiten. Auch in Manchester. Das Ende ist nie so nah wie man denkt. Worte täuschen.
FP: Gibt es zwischen den Tracks auf der LP und denen auf der Doppel 12“ Anvil Vapre irgendeinen anderen Unterschied, sind das Tracks aus verschiedenen Zeiträumen?
S: Nein, das ist nur einfach eine andere Sammlung von Stücken. Wir dachten daß sich die vier Tracks von Anvil Vapre irgendwie besser als 40Minuten machen würden, und die andern Tracks für Tri Reptae klangen wohl irgendwie als LP besser. Wir veröffentlichen nicht so gerne sachen doppelt und da schien es eine ganz gute Idee als EP erst mal ganz andere Tracks zu machen. Einfach persönlicher Geschmack.
FP: Wie kommen eure Titel zusammen? Das hat etwas ziemlich lateinisches für unsere Ohren.
S: Obwohl es eigentlich das gleiche ist, es gibt nicht wirklich Motive für soetwas. Einfach Unfug, mache klingen einfach gut. Eine Sammlung verdrehter Buchstaben die irgendwie interessant für uns klingen. Eine phonetische Sache. Titel sind ja überhaupt eher eine konventionelle Sache. Einfach nur ein Wort um den Track leichter wiederzufinden. Mit der Musik hat das weniger zu tun.
R: Wir mögen einfach auch gerne Sprachen. Wenn man in einem Umkreis aufwächst in dem die lateinische Sprache irgendwie präsent ist, dann kann es ja schon sein daß sie einfach wieder auftaucht. Unsere eigenen Titel kommen uns eher wie so eine Art falsches russisch vor. Einige Buchstaben klingen einfach besser in Verbindung mit anderen.
FP: Ist das eine ähnliche Vorgehensweise wie bei euerer Musik. Gefallen euch gewisse Sounds einfach besser in Zusamenhang mit anderen Sounds?
R: Ja, im Grunde schon. Das ist auch einer der essentiellsten Teile wenn wir Stücke machen. Wir bringen Sounds ja in einer anderen Weise zusammen als das jemand anderer tun würde. Um die Musik zu machen die wir für am besten halten.
S: Es gibt nichts was um uns herum ist und von dem wir denken können daß es einfach perfekt klingt, also machen wir selber genau das. Nach einer Weile entwickelt man da ganz ganz eigene Vorlieben und läßt nur noch bestimmte Dinge zu. Ich glaube natürlich nicht daß wir die einzigen auf der Welt sind die richtig klingen, fuck it, wir sind nicht besser als all die anderen, aber die Musik die wir machen ist nun mal die die wir gerne hören wollen.
FP: Wen ihr einen Track macht geschieht das eher in einem Prozess in dem immer mehr von dem Material abgezogen wird, oder türmt ihr es eher auf?
S: Ein bißchen von beidem. Wir fangen mit nichts an, immer, völlig ideenlos. Sounds, jeh nach dem wie wir uns fühlen, dann ist es ein herantasten. Instinktiv.
FP: Denkt ihr machmal darüber nach warum ihr das so macht und nicht anders? Kümmert ihr euch um die möglichen Motive?
S: Eigentlich ist ja alles wofür wir uns interessieren die Kontrolle über das was wir machen. Wir verstehen genau was wir tun, aber nur in der Art und Weise, daß wir mit dem Track gehen, er zu uns spricht, wir in der Zeit in der wir ihn machen ganz da sind. Das verstehen auf das du glaube ich anspielst ist eher eins das nur im Rückblick stattfinden kann. Das ist natürlich in einem gewissen Sinn sinnvoll, aber man kann nur in dem maße etwas quantifizieren, in dem man es mit Worten belegt. Das ist natürlich wenn es um Musik geht eher eine Barriere. Die Tracks müssen sich selber entwickeln. Die Motive sind im Track, weil wir ihn kontrollieren. Also suchen wir nach dieser absoluten Kontrolle über den Track, damit die Motive so klar sind wie möglich.
FP: Ihr arbeitet meist mit Samples?
S: Zumindest oft. Aber da gibt es keine Regeln.
R: Wir benutzen analoges und digitales Equipment. Synths Drummachines, ein ziemliches Durcheinander an Equippment. Wir haben keine drei Akais. Wir haben ein paar modifizierte Sachen. Sampling ist natürlich ein sehr wichtiger Teil. Ein sehr interessanter Weg das Material zu manipulieren. Wir samplen uns selber sehr gerne, und vor allem auch die Sounds von anderen Geräten. Natürlich ist das eher eine Art Sounds mit dem Sampler zu machen als die Reproduktion von etwas.
FP: Ihr habt tatsächlich soetwas wie einen HipHop Background?
S: Ja, obwohl man das nicht verwechseln darf. Wir arbeiten nicht wie die Leute die man Heute mit HipHop in verbindung bringt. Der Zeitpunkt an dem HipHop für uns uninteressant wurde war der an dem HipHop anfing sehr viel von anderen zu Samplen.
R: HipHop war immer eine Inspiration, aber als die Leute anfingen aus einem Sampler nicht mehr rauszuholen als ihre Einflüsse durch direktes Sampling klarzustellen, da waren wir draußen. Leute wie Mantronix haben damals absolut phantastische neue Musik gamacht auch wenn sie auf Samples basierte, aber die Art und Weise wie die Samples klangen war ganz anders. Man konnte nicht im Track herumwandern und sich denken, aha, das kommt von da, das von hier und so. Das war einfach ein Gestus gegenüber der Technologie der gut war.Da wurde der Mißbrauch großgeschrieben. Wir hattten dafür viel Respekt. Da haben wir natürlich auch gemeinsamkeiten.
FP: Wann seit ihr ausgestiegen?
R: So um 87. Nachdem Public Ennemy eine Popband geworden waren. Nichts gegen die Bomb Squad allerdings.
FP: Die meißten Leute die damals auf HipHop standen würde man heute eher in der Jungleszene wiederfinden oder vielleicht noch in der Triphopszene. Sie würden jetzt das Electrorevival feiern, ihr nicht, warum?
R: Wir sind einfach nur zwei Jungs, und wir machen unsere Sachen eher außerhalb einer Szene. Electro, Breakdancing und all das war ein Teil von unserem Leben, aber wir waren nie in einer Szene. Wir waren unglücklich wie sich Electro zu HipHop entwickelte. Hipop, oder Electro ist für uns nur in dem Sinn eine Inspiration geblieben weil es sich herausgestellt hat daß es eine sehr interessante musikalische Form ist. Etwas das immer wieder die guten Sachen herausgebracht hat. Aber nach 87 gingen wir einfach nur noch eigene Wege.
S: Da fingen wir an unsere eigenen Gedanken in die Musik miteinfließen zu lassen. Wir waren ja DJs, und haben dann angefangen Drummachines zu benutzen, Effektgeräte, und daraus entwickelte sich alles, bis am Ende unsere eigene Musik da war.
FP: Was war eure erste Platte?
S: Eine Single auf einem Indielabel, aber wir können nicht sagen was, weil wir ziemlich über den Tisch gezogen worden sind und jetzt nun wirklich keine Lust haben irgendjemanden anzuklagen.
FP: Obwohl ihr es natürlich dadurch schon macht.
S: 91, eine Hardcoreplatte. Aber das war Mißt. Wir machen das lieber privat aus. Das lenkt einen immer zu sehr ab von dem was einen interessiert. Dann kamen schon direkt die Warp Sachen.
FP: Ich macht ziemlich viele Remixe.
S: Ja, schon, obwohl wir da nicht wirklich nach suchen. Die Leute bisher haben uns einfach angerufen oder irgendwie getroffen und dann kamen die Remixe zustande. Meißt kennen wir dann nicht mal die Orginaltracks, nur die Samples und rekonstruieren alles von da aus. Meißt kommen die EPs auf denen das erscheint dann eigentlich ganz gut.
FP: Was war euer Lieblingsremix?
S: Vielleicht Palmskins. Aber das ist schwer zu entscheiden. Wir haben auch mal einen für Kinesthesia gemacht. Vor zwei Jahren. Das war sehr gut. Aber Rephlex brauchen ja immer ein bißchen. Wir stehen eigentlich nicht darauf Sachen so lange hinauszuschieben, aber der Track dürfte auch später noch gut sein. Vor kurzem haben wir dann gehört daß er rauskommen soll und waren ein bißchen erschrocken, aber man kann das immer noch sehr gut hören. Aber da wir unsere Meinung auch schnell ändern können, wer weiß.
FP: Habt ihr eine Beziehung zu den Leuten die ihr remixt?
S: Nein, gar nicht, die einzige Beziehung die besteht sind die Remixe. Einfach nur neues Material mit dem man arbeiten kann. Wir machen dann eigentlich immer nur unsere eingenen Tracks daraus. DJ Foods zum Beispiel hatten wir auch nie gehört. Auf dem DAT waren die Samples. Alles findet immer ohne Voreingenommenheit statt. Das ist auch irgendwie besser. Magst du den Plastikman Remix von Attika Blues?
FP: Bin ich mir noch nicht so sicher, das ist so sehr Plastikman.
S: Er hat seinen Stil und da bleibt er bei. Aber ich mag es, die Rhythmen sind sehr verrückt, ein bißchen Latin irgendwie.
FP: Mein Liblings Mix ist der von Photek.
S: Oh, ja, der ist prima. Hast du irgendeine Platte von Crystl?
FP: Alle!
S: Der ist unglaublich. Wir haben ein paar von seinen Sachen in Südafrika aufgelegt, das war absoluter Wahninn. Der ist unglaublich. Obwohl da niemand vorher Jngle gehört hatte sind alle in die Luft gegangen. Crystl ist absoluter Wahnsinn.
FP: Wie kam eigentlich dieser Gangstartrack auf die MoWax Compilation?
S: Er wollte ihn haben. Da war nichts zu machen. Wir hatten ihm einen Track geschickt. Den letzten der jetzt auf der Gescom EP auf Clear ist. Die wollten das zu der Zeit allerdings nicht haben. Trotz aller Euphorie für den neuen Sound. Die schienen ganz nett, aber das war ihnen zu Techno. Wir waren natürlich sauer, weil wir dachten das ist doch Musik, was soll dieses Technogeschwätz da auf einmal. Avantguarde oder nicht? Abstract Musical Science ? Wir hatten dann eine Weile nicht mehr mit ihm geredet und er hatte hinter unserem Rücken Warp angerufen und genau diesen sehr offensichtlichen Track von uns gesignt. Das war ein Witz, ein bißchen Oldschool nur für uns, aber er fand es natürlich super damals. Jetzt sind sie da schon weiter. Und wir müssen uns mit diesem Track rumärgern. Den gab es doch schon mal. Nun ja.
FP: Habt ihr euer eigenes Label?
S: Ja, Scam Records.
FP: Nie gehört.
S: Das sind auch ziemlich limitierte Releases. Die verkaufen wir vom Van aus. Das muß sein. Um gesund zu bleiben braucht man soetwas. Freunde von uns und wir arbeiten daran. Viele Leute machen soetwas heutzutage und keiner bekommt davon etwas mit. Der Underground, das ist immer noch sehr wichtig. Wenn man mit der Musikindustrie zu tun hat, dann braucht man einfach mehr von dieser Direktheit, die einem ein eigenes Label geben kann.
WARP Releases:
Singles:
10WAP44 Basscadet 10″ Part I
10WAP44DP Basscadet 10″ Part II
10WAP44AE Basscadet 10″ Part III
WAPCD44 Basscadet CD
WAP54 Anti EP
WAP58 Garbage
WAP? Anvil Vapre EP
Albums:
WARP LP/CD/MC 17 Incunabula
WARP LP/CD/MC 25 Amber
WARP LP/CD/MC ?? Tri Reptae
Compilation Tracks:
WARP LP/CD/MC 6 (Track 03) Crystel
WARP LP/CD/MC 6 (Track 08) Egg
WARP LP/CD/MC 23 (Track B2) Chatter