GPS-CS1KA? Das Foto, das sich selbst erkennt
GPS-Kamera-Widget von Sony.

Sascha Kösch in De:Bug 122.
Unsere – noch längst nicht ausgereizte – Begeisterung für Mashups hat genau genommen einen Grund. Ein Mashup ist eine neue Schnittstelle. Klebt Datenwelten aneinander. Klingt nicht sexy? Mag sein. Deshalb ist Mashup auch so ein guter Name. Und so schön es ist, dass das Netz voller Mashups ist, die müssen raus in die Welt, und genau das macht das kleine GPS-Kamera-Widget von Sony.
GPS-CS1KA ist alles andere als ein guter Name, das kann sich niemand merken, aber wer hätte es Gipsy nennen wollen, oder C1SKA? Im Grunde ist das kleine Ding, das aussieht, als wäre es von einem Taucher erfunden worden, der gerne einen Minisauerstofftank als Gadget an sein Handy hängen wollte, einfach ein GPS-Recorder. Angeschaltet, umgeschnallt, möglichst in Sichtweite zu einem Satelliten, merkt es sich seine Position auf der Welt zu jeder Zeit (der interne Speicher reicht für satte 15 Tage).

Über genau diesen Zeitraum kann es hinterher dann auch, mit fast allen gängigen Kameras, deren Bilder mit der mitgelieferten Software (Windows) mit Geo-Tags versehen werden, einem Ort zuordnen. Dafür braucht man keine Verbindung zur Kamera, allein die Zeitstempel auf den Bildern reichen. Das spart Geotaggern immens viel spätere, meist ungenaue Recherche und gibt deinen Photos endlich den Ort, an dem sie entstanden sind, als Daten zurück.
Die landen dann automatisch auf einer Google-Map und jede Fotosafari wird auf einmal zu einem nachvollziehbaren Kurs durch die digital vermessene Welt. Ab sofort kann man sein digitales Photoalbum nicht mehr nur nach Zeit oder irgendwelchen Tags durchblättern, sondern nach Orten durchwandern. Das perfekte Tool also, um durch die Gegend zu streunern, sich mit der Kamera treiben zu lassen und hinterher doch immer genau zu wissen, wo welches Bild eigentlich entstand.
Die mitgelieferte Software ist aber natürlich nur der erste Schritt, denn danach landen die Bilder bei Flickr et al … die Welt der user-generierten Kartographie beginnt mit Schnappschüssen zu leuchten. Und wer jetzt Überwachung sagt, dem sei gesagt, dass es immer besser ist, wenn man sich selber überwacht, als wenn andere das tun. Einwände bitte postlagernd (und mit Geodaten) an Foucault.
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