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20.08.2008 | 12:07
 
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Sony HDR-TG3E

High Definition im Super-8-Style



Niamh Ahern in De:Bug 124.

Super klein, schmal und leicht: Das sind nicht gerade die Haupteigenschaften, die mir bei einer HD-Videokamera wichtig sind. Was ist nur aus den guten alten Qualitätsmerkmalen wie Schwere und Größe geworden? Die Sony HDR-TG3E beansprucht für sich, der kleinste HD-Camcorder zu sein, ein Titel, den seit letztem Jahr die Sanyo HD 1000 inne hatte. Die neue Sony hat auf jeden Fall das Zeug zur Konkurrenz. Durch ihre Titanbauweise wiegt sie 40 Prozent weniger als ein durchschnittlicher Camcorder mit Stahlgehäuse. Eine spezielle Hülle schützt die HDR-TG3E zwar vor Kratzern, aber es ist trotzdem Schade dass keine Tasche im Lieferumfang enthalten ist. Aber sieht das nur gut aus?

Nach dem Einlegen der Batterie und des mitgelieferten 4-GB-Memorystick kann es losgehen. Die Kamera macht spontan Spaß, und sie ist mit Sicherheit leicht genug, um keine Sehnenscheidenentzündung zu bekommen, aber glücklicherweise schwer genug, um sie beim Drehen kontrolliert zu führen. Ihr Style erinnert an die Widerbelebung des Super-8-Kamera-Designs, die man in letzter Zeit schon bei einigen anderen HD-Modellen beobachten konnte. Zoom, Standbild (bis 4 Megapixel) und Aufnahme können bequem über einen Knopf auf Höhe des Daumens bedient werden.

Die Einstellungen werden über den robusten, flexibel belegbaren Touchscreen aufgerufen. Eine Schnellstart-Funktion kann auch eingestellt werden, indem der Bildschirm aufgeklappt wird, was äußerst praktisch ist und ausschließt, dass man noch am On-Schalter herumfummelt, während der Moment, den man festhalten möchte, gerade verfliegt. Auch sehr überzeugend ist das eingebaute Mikrofon, mit dem zwei Kanäle Stereo oder 5.1 aufgenommen werden kann. Ein anständiges Stativgelenk mit Schraubgewinde ermöglicht einen festeren Stand beim Filmen. Auch wenn das integrierte Mikrofon gute Arbeit leistet, überrascht es doch, dass es keine Anschlussmöglichkeiten für externe Mikros gibt.

Die wäre wichtig, um das Potenzial der Kamera auch für den professionellen Einsatz interessant zu machen. Die Menüs bieten eine ausgewogene Balance zwischen Automatik und manuellen Funktionen, zwischen den Essentials und den weniger wichtigen Extras. So erreicht man schon durch nur einen Knopfdruck den Weißabgleich und den manuellen Fokus. Obendrein gibt es zehn Presets für verschiedene Lichtsituationen, die per Vorschau am Bildschirm nachvollzogen werden können. Hässliche digitale Bildfehler wie etwa Verpixelungen bleiben – praktisch – aus. Völlige Zeitverschwendung sind allerdings die witzlosen “Pastell“-Effekte.

Die Carl-Zeiss-Linse ist natürlich winzig, sie sorgt aber für eine beeindruckende Schärfe sowohl im Auto- als auch im Manualmodus. Zwar wurde in den ersten Tests kritisiert, dass der Autofokus etwas langsam sei, bei meinem Test gab es da aber nichts zu beanstanden.

Und wie ist nun die Aufnahmequalität? Hier gibt es vier Modi: Die beste Qualität hat 1080i, also Full HD. Mit dem 4-GB-Stick können so 25 Minuten aufgenommen werden. SD ist die niedrigste Auflösung, mit der bis zu 2,5 Stunden Material auf den Stick passen. Braucht man mehr Aufnahmezeit in bester Qualität, empfehle ich den 16-GB-Stick für rund 230 Euro. So speichert man zwei Stunden in Full HD. Ich muss sagen, dass die Qualität der Bilder, die in 1080i aufgenommen wurden, unfassbar gut ist.

Ein großartiger Farbraum, minimales Verwackeln und sehr scharfe Bilder, besser als alles, was ich in dieser Preisklasse bisher gesehen habe. Zwar wird sie bei schlechten Lichtverhältnissen etwas laut, aber hey, zeigt mir eine Kamera, die das nicht tut, besonders, wenn man HD-Qualität aufzeichnet. Für mich ist das beste an HD-Aufnahmen, dass man sie extrem flexibel bearbeiten kann. Aber als ich freudig die Bilder auf meinen Mac lade, werde ich mal wieder auf die Eigenheiten der Technik hingewiesen: Windows-User müssen sich keine Sorgen machen, denn für sie gibt es eine ganze Tüte voll Software im Karton. Die Kamera benötigt den ADVEC Codec und funktioniert daher auf dem Mac momentan nur mit iMovie ´08. Und das auch nur auf einem Mac mit Intel-Chipsatz.

Alles in allem liefert die TG3E eine exzellente Bildqualität und eine anständige Audioqualität. Zwar gibt es viele, die für sich den Titel der Kleinsten, Dünnsten oder Leichtesten beanspruchen, aber für den Besten in dieser Klasse ist die TG3E ein ernst zu nehmender Anwärter.

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