Wolf im Schafspelz

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Was braucht die DJ-Community am dringendsten? Eine Gewerkschaft. Nein, aktuell mal nicht wegen des GEMA-Hustles, sondern um angemessene Arbeitsbedingungen durchzusetzen. Man wird doch auch nicht jünger. Nachts, bei extremer Lautstärke hinter schlechten Monitorboxen, gerne in feuchten Kellern bei schlechtem Bier.
Ultrasone reicht den Musikarbeitern mit dem Signature DJ eine Hand, die man unbedingt ergreifen sollte. Stichwort Tragekomfort. Die Ohrmuscheln und auch der Kopfbügel sind mit äthiopischem Schafsleder überzogen. Das ist endlos weich, soll sehr widerstandsfähig sein – glaubt man sofort – und verwandelt den Auflegeplatz hinter dem Pult sofort in einen klassischen Ohrensessel aus britischen Schwarzweiß-Filmen.

Der Sound? Genau richtig. Aber Ultrasone-typisch nicht so laut wie bei den Mitbewerbern. Denn auch der Signature DJ arbeitet mit der S-Logic-Technologie. Das heißt: Die Treiber sitzen nicht mittig, also brüllen die Ohren nicht direkt an. Diese dezentrale Anordnung vermittelt nicht nur einen räumlicheren Klang, sondern macht auch das Weniger an dB möglich. Und das funktioniert, auch hinter den Technics. Arbeitsschutz? Check. Dabei ist der Bass prägnant, aber nicht übertrieben, die Höhen sind herrlich klar und endlich mal nicht klirrend und der Rest des Frequenzspektrums perfekt austariert. Das darf man aber auch erwarten. 799 Euro kostet der Kopfhörer, dafür muss man reichlich Platten auflegen, Bio-Futter für die äthiopischen Schafe hin oder her. Und, liebe Designer bei Ultrasone, überdenkt das Aussehen des Signature DJ doch nochmals. Das ist mit seinen Glas-Covern mit Logo auf den Ohrmuscheln deutlich zu BlingBling. Und DJ buchstabiert man doch Understatement, das wisst ihr doch. Aber was bleibt unterm Strich: Sound. Und der sucht seinesgleichen.

Preis: 799 Euro
http://www.ultrasone.com

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Elektronische Lebensaspekte.

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