Eigentlich ist ja der Plattformer Donkey Kong Jr. mein alltime-favourite. Dabei muss ich einräumen, dass die Erinnerung vielleicht auch ein klein wenig verklärt ist, durch die Verkäuferin in der Jeans-Boutique in der damals der Automat gestanden hatte. Weil ich allerdings auch nie weiter als Level drei gekommen war, ist da zusätzlich noch die offene Rechnung, die ich mit diesem uralten Spiel habe. Trotzdem wurde damals ein Bild in meinem Kopf erzeugt, wie Videospiele sein müssten und dass das Auswendig-Lernen von Sequenzen und das immer wieder neu-Versuchen elementare Bestandteile sog. Games of Progression sind. Je schwieriger und kniffeliger die Abschnitte, desto schöner war dann auch jeweils das Gefühl, wenn man einen Endgegner besiegt und ein Level gepackt hatte.



Eine Rückbesinnung auf klassische 2D Plattformer kann man schon länger beobachten. Nachdem eine zeitlang alles in dreidimensionalen Welten spielen musste, waren es Titel, wie Viewtiful Joe, New Super Mario Bros, oder Super Meat Boy, die das relativ alte Genre wieder frisch auf den Screen brachten. Und auch bei Donkey Kong Country Returns, das mit seinem Namen gar keinen Hehl daraus macht, tendentiell ein Retro-Game zu sein, klappt die Auffrischung des altbekannten Jump n’ Run wunderbar.

Dem braunen Gorilla mit dem Schlips sind seine geliebten Bananen abhanden gekommen und von psychedelischen Voodoo-Masken quer über die tropische Insel verstreut worden. Zusammen mit Diddy Kongs (sind Diddy und Jr. eigentlich identisch?) gelegentlicher Hilfe geht es jetzt von links nach rechts an Lianen hangelnd, über schwingende Plattformen und Fässer und rollende Felsen hüpfend voran- über Krebse, Kröten, Haie und giftige Pflanzen- dabei immer die Bananen, Bananenmünzen und Herzen im Blick, für die man im Laden Papageien, andere Herzen und Luftballons kaufen kann. Glücklicherweise bringt Diddy Kong einen Propeller mit, mit dem sich die meisten Hüpf-Sequenzen leichter managen lassen und mit dem es auch einfacher ist, seinen Gegnern auf den Rücken zu springen und sie so unschädlich zu machen.

Der eigentliche Clou an Nintendos Plattformern ist aber, dass es immer wieder gelingt, neue Ideen aus dem Hut zu zaubern. Da ist zum Beispiel die Kanone, mit der Kong und Diddy im Level hin- und her geschossen werden müssen, oder die Bodenplanken, auf denen man per Wii-Mote und Nunchuk herumtrommeln muss, um den Wal zu wecken, der die notwendigen Wellen erzeugt, mit denen man dann wiederum eine bestimmte Plattform erreichen kann. Oder der Flug auf dem explodierenden Pulverfass, oder das Strand-Level mit der alles verschlingenden Brandung… Donkey Kong Country Returns überzeugt also weniger mit bahnbrechenden Innovationen fürs Genre- nein, ganz im Gegenteil, vielmehr wird ein uraltes Spielprinzip neu arrangiert.

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