Borderlands 2 - Ballern und Plündern im Grenzland

Ohne irgendwas spoilern zu wollen: Bei der Büchse der Pandora geht’s ums Aufmachen und keineswegs um den Inhalt. Wenn man sich das klar macht, hat man mehr von Borderlands. Der Weg ist das Ziel und nicht die sagenumwobene Kammer, die so viele Abenteurer, bzw. Kammer-Jäger, wie sie bei Borderlands heissen, anlockt. Borderlands spielt nämlich auf dem abgehalfterten Planeten Pandora und in diesem wunderhübschen Endzeit-Szenario konnte man am Ende des ersten Teils tatsächlich eine geheimnisvolle Kammer finden. Diese Kammer war aber ein Fliegenfurz im Gegensatz zu der, die man im zweiten Teil entdecken könnte, denn jetzt ist das Geheimnis noch tausendmal geheimnisvoller.

Abgesehen von diesem Zielpunkt, am Horizont und einem egomanischen Banditenfürst, der irgendwo das chaotische Zentrum des Planeten bildet, hat auch Borderlands 2 keine eindeutige Richtung. Pandora empfängt den Spieler in einer gewohnt schräge überzeichneten Comic-Welt, in der es erstmal darum geht, einen von vier nicht weniger schrägen Avataren auszuwählen und sich vom nervigen Roboter-Sidekick Claptrap die Lage erklären zu lassen: Aha, Waffe, Map und Menüführung, is klar. Aber da fehlt doch was: Genau, der Rest der coolen Gang, denn Borderlands ist ein Mehrspieler Spiel für eine Gruppe von bis zu vier Mitspielern. Im Gegensatz zu anderen Shootern, die einen meist erst durch einen linearen Kampagnen-Modus zu einem Ziel schicken, bevor man dann auf unterschiedlichen Maps in zwei Teams aufeinander losgeht, ist Borderlands von vornherein darauf ausgelegt, in die Breite zu gehen. Im Idealfall lädt man also drei Team-Mates ins Spiel ein, sattelt das Headset, dringt gemeinsam immer weiter ins Innere von Pandora vor und entdeckt eine Welt aus Mad Max, Judge Dredd und Disney-World.

Das besondere dabei ist, dass man wirklich zusammen spielen muss. Erstmal sind da die zahlreichen Gegner, die man teilweise bereits aus dem ersten Teil kennt, die alleine zu bekämpfen auch möglich wäre, aber der richtige Spaß kommt erst auf, wenn man sich gegenseitig mit Fähigkeiten unterstützt und sich bei Bedarf Mit Heilkräften unter die Arme greift. Ausserdem wird man motiviert, Gegenstände und Waffen aus dem schier unendlichen Angebot auszutauschen und die optimale Crew zu formen. Das tollste dabei ist es, wie das Spiel immer wieder das kooperative Zusammenspiel fördert und einen Action-Szenen erleben lässt, die schon deshalb, weil man sie zusammen erlebt, die Motivation weiter anfeuern. Zwischen den fabelhaften Kämpfen, dem ständigen Einsammeln von Munition und Ausrüstung und Touren mit dem Kanonen-Buggy fällt einem dann auch irgendwann wieder ein, dass man sich auf die Suche nach der Kammer begeben könnte, aber was soll da schon drin sein?

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