TimeShift
Sierra
Xbox360, Playstation 3, PC
Nachdem der bereits vor anderthalb Jahren vollmundig angekündigte Release des First-Person Shooters TimeShift immer wieder verschoben worden war, ist der Titel jetzt endlich erschienen. Der länger schon veröffentlichte Trailer und die Ankündigungen klangen vielversprechend: Die Zeit anzuhalten, zurückzuspulen und zu beschleunigen schien für einen Shooter eine reizvolle Idee zu sein.
Zwar ist dieses Feature beispielsweise in der Prince of Persia Reihe bereits ausgiebig beackert worden, aber allein technisch ist es leicht umzusetzen und eingebunden in eine plausible Sci-Fi Story um den Prototypen eines neuartigen Kampf-Anzugs mit allerlei technologischem Schnickschnack wirkt die Idee von TimeShift schon reizvoll.
Der Spieler findet sich also hineingeworfen in die dystopische Szenerie einer zerstörten Stadtlandschaft, und kämpft an der Seite einer Bande unrasierter Rebellen gegen ein faschistoides Schweinesystem.
Die Handhabung des Anzuges ist schnell gelernt und bietet gegen die Zukunftssoldaten die entscheidenden Vorteile. Ohne den Zeitstopp, bei dem Gegner, Geschosse und der Dauerregen einfach für kurze Zeit einfrieren und den Zeitraffer, der unserem Helden übermenschliche Geschwindigkeit verleiht, sind einige Fights praktisch nicht zu überstehen. Ansonsten werden die Fähigkeiten vor allem in Rätselsequenzen benötigt, um beispielsweise entfernte Schalter umzulegen oder zwischen den Zahnrädern einer Maschine hin- und herzulaufen. Auch die Anzahl der Waffen und deren verschiedene Eigenschaften sind durchaus state of the art, aber die Einbettung des technisch gelungenen Gameplays in eine zusammenhängende Story ist leider komplett in die Hose gegangen. Viele Fragen bleiben offen: Woher kommt dieser merkwürdige Anzug? Wie kommt er in die Hand der Rebellen, was bedeuten die kurzen Cut-Scenes, in denen eine hübsche Frau uns über ihre Schulter fragend anschaut? Sicherlich gibt es Leute, denen Story und Cut-Scenes in einem Shooter sowieso egal sind, aber wenn sie dann fast ganz fehlen, fühlt man sich doch um die entscheidenden Belohnungen für das Absolvieren bestimmter schwieriger Passagen betrogen.
Man kann TimeShift gut in etwa zehn Stunden durchspielen, merkt aber an verschiednen Stellen, dass das Spiel irgendwie nicht ganz konsistent ist und so insgesamt nur obere Mittelklasse bleibt. Schade, daß den Entwicklern das Geld ausgegangen war, denn vor anderthalb Jahren wäre ein fertiges TimeShift ein Superspiel gewesen.
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