FarCry 2

Die Zeiten, in denen man sich in Ego-Shootern ausschließlich durch enge Raumschiffgänge und unterirdische Laborflure bewegte, sind endgültig vorbei. Außenlevel unter freiem Himmel und mit Vegetation waren mal die Ausnahme- jetzt sind sie Standard. Meistens war in früheren Shootern auch der Spielverlauf an die architektonischen Vorgaben geknüpft, so dass man sich immer sehr linear durchkämpfen musste bis zum nächsten Schalter, Speicherpunkt oder Endgegner.
Die sogenannten open-world- oder exploration games, wie Adventure, Metroid, Oblivion oder Grand Theft Auto und seine Nachfolger machten die Bewegung auf dem Spielfeld zum zentralen Element. Ein Spielverlauf ist in solchen Games nicht-linear, sondern der Spieler kann meist frei entscheiden, welche Aufgaben er in welcher Reihenfolge annimmt und so seinen individuellen Spielverlauf erzeugen.

Bemerkenswert für einen open-world Ego-Shooter war das vor drei Jahren erschienene FarCry des deutschen Entwicklerstudios Crytec. Als Setting diente damals eine tropische Insel, die quasi einen großen, nicht-linearen Außenlevel darstellte- komplett mit Wetterveränderungen und Tages- und Nachtwechsel. Bei den Fans war FarCry sehr beliebt, weil es zur PC Version einige Add-Ons und viele von Spielern erstellte Multiplayer Level gab.
Inzwischen hat sich der Publisher Ubisoft von Crytec getrennt, führt aber jetzt die erfolgreiche Serie weiter und versetzt den Spieler dieses Mal wieder in ein extrem großes Areal: ein fiktives, frei bespielbares afrikanisches Land.

Hier herrscht Bürgerkrieg und in der Rolle eines Söldners ist es die Aufgabe des Spielers, den „Schakal“, einen skrupellosen Waffenhändler aufzuspühren und zu töten. Dabei steht man zwischen den Fronten der verfeindeten Gruppen und muss immer wieder verschiedene Aufträge annehmen, um sich das Vertrauen der Freischärler zu erarbeiten und Informationen über den Schakal und seinen Aufenthaltsort herauszufinden. Für diese Aufgabe bedient man sich verschiedener Fahrzeuge und natürlich einer ausführlichen Auswahl an Waffen.

Die unterschiedlichen Aufträge laufen immer nach dem bekannten open-world Schema ab: Begib dich zu Punkt A und Triff dort Person B, oder jage das Munitionslager oder die Brücke in die Luft, damit Separatistengruppe C der Nachschub abgeschnitten wird. Die sich an diesen Stellen ergebenden Kämpfe sind aber sehr gut gemacht, da dem Spieler unzählige taktische Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Zuerst sollte man sich an ein Ziel anschleichen und es mit dem Fernrohr ausspionieren, um dann gezielt zuzuschlagen. Gelegentlich ist auch die Vorschlaghammer-Methode angebracht- einfach mit einem MG-Jeep in ein Lager reinbrettern und alles niedermähen. Aber insgesamt ist FarCry doch eher ein Stealth-Shooter, bei dem es auf Tarnung und den Überraschungsmoment ankommt.

Möglichkeiten der Tarnung gibt es- zumindest im Dschungel- genug. Bäume, Gebüsch, hohes Gras und Schlingpflanzen sind extrem gut und abechslungsreich dargestellt und vermitteln das Gefühl, in einem lebendigen Dschungel zu sein. Äußerst gelungen ist in FarCry 2 auch das Sounddesign. Da der Dschungel oft sehr undurchsichtig ist, ist die akustische Orientierung wichtig. Neben den unzähligen Naturgeräuschen kommen auch Motorenbrummen von Fahrzeugen oder Gesprächsfetzen aus unterschiedlichen Richtungen und helfen beim taktischen Vorgehen.
Beeindruckend ist aber nicht nur der Dschungel, sondern auch die anderen Landschaftstypen. Da stolpert man dann plötzlich mit gezogener Machete aus dem Dickicht und vor einem öffnet sich eine weite, nur mit Gras und vereinzelten Bäumen bewachsene Ebene. Die Sonne knallt plötzlich gnadenlos, aber trotzdem muss man irgendwie versuchen, das Camp der Untergrund-Organisation zu erreichen, bevor einen die Wachposten mit ihren Jeeps einholen und bevor der nächste Malaria-Schub einen zusammenbrechen lässt.

Gute Szenen ergeben sich also bei FarCry 2 meist ganz zufällig zwischendurch aus der Situation heraus, ohne dass es hier eine gescriptete Dramaturgie geben würde. Ein Nachteil, den aber eben der Umfang des Spielareals auch mit sich bringt, sind oft lange Fußwege, die man zurücklegen muss, weil das Fahrzeug gerade explodiert oder in die Schlucht gestürzt ist.

Auch FarCry 2 hat wieder (sogar in der Konsolenversion) einen sehr beeindruckenden Level-Editor, in dem man mit viel Akribie eigene maps designen und in der community für ausgiebige Multiplayer-matches hochladen kann.

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3 Responses

  1. Kürsat

    Hey

    Also ich hab das spiel bissen angezockt muss sagen gutes spiel ,

    aber so leer die landschaften und Ki teilweise dumm und das respwan geht zu schnell ):

    PATCH MUSS HER

    Sonst habe ich ja mein geld umsonst ausgegeben

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  2. De:Bug Games » Dead Space

    [...] muss mich korrigieren: In meiner Rezension zu FarCry klingt es fast so, als ob Linearität in einem Shooter ein Makel wäre und als ob mit open-world [...]

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