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9.11.2008 | 16:23
 
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Samba de Amigo

una poca de gracia...


Einer der unter Consoleros gern erzählten Mythen: Das Must-Haves des Weihnachtsgeschäfts 2000 war die Automaten-Umsetzung von Samba de Amigo, einem genialen und bis heute noch in jeder guten japanischen Spielhalle anzufindenen Gute-Laune-Kastens, der mit seinen Rasseln ganz nebenbei ein Vorreiter für fancy Interfaces war. Sega jedoch schickte trotz großer Nachfrage unter Dreamcast-Besitzern nicht mehr als 5000 (oder waren es doch ein wenig mehr?) der begehrten Rassel-Sets nach Europa, was die Legende des Marketing-Debakels rund um die letzte Sega-Konsole ebenso bestärkte wie die noch heute zu hörenden Geschichten enttäuschter Spielenerds zahlreich sind. Samba-Maracas als Controller, wie geil die Idee, stecken für mich auch heute noch locker jede Plastik-Gitarre in die Tasche, nur hielten die Originale leider nicht viel aus, von billigen Nachbauten mal ganz abgesehen.
Für Wii kommt nun die (naheliegende) Umsetzung des Kult-Spiels, die für glückliche Besitzer der auf Ultraschall basierenden Original-Maracas aufgrund der unerreichten Präzision im Hinblick auf die Höhe-Abfrage eine kleine Enttäuschung darstellen wird.

Doch obwohl ich das Original damals gern und ausgiebig gespielt habe, muss ich sagen, dass mir die Umsetzung für wahlweise zwei Wiimotes oder auch Wiimote und Nunchuk überraschend gut gefällt. Der Einsatz jener albernen Aufsteck-Sets, die dank geballtem Plastik aus den weißen Controllern Fake-Maracas zaubern, wird hierbei wärmstens empfohlen, da man Samba de Amigo selten alleine spielen wird es einfach gaga ist, laut rasselnd im Takt der trashigen Musik zu rasseln was das Zeug hält.

Das Spiel funktioniert immernoch wie damals: Aus der Mitte in Richtung von 6 im Kreis angeordneten Ringen fliegene blaue Bälle müssen bei Erreichen dieser Ringe “abgeschüttelt” werden. Links und rechts gibt es also jeweils drei Höhenstufen, auf die die blauen Bälle zufliegen, der Shaker-Rhythmus wird also gnadenlos vorgegeben. Die Abfrage der drei Höhenstufen geschieht bei der Wii-Version über die Neigesensoren, je nachdem wo die Maracas hinzeigen, ordnet das Programm den Shake unten (nach unten geneigt), in der Mitte (waagerecht gehalten) oder oben (senkrecht) ein. Hierbei sind vor allem die mittige Haltung und Ausrichtung nach oben für Verwechslung anfällig, da man die Rasseln naturgemäß auch auf Hüfthöhe senkrecht ausrichtet. Bei manchen Figuren müssen beide Maracas auf eine Seite gehalten werden, wobei man beachten muss, dass die Wiimote richtig rum zum Körper hin geführt wird (mit den Buttons zum Bauch), weil das Programm sonst die Lage nicht peilt. Hat man diese Prinzipien erstmal verinnerlicht, steuert sich das ganze aber durchaus souverän, wobei mir die Abfrage der Treffer weniger pingelig erscheint als beim Original.

Was wäre ein Musikspiel aber ohne Musik? Richtig. Hier gibt es grundsolide Kost von Ricky Martin bis Chumbawamba, die aufgrund der psychedelisch anmutenden Bildschirmaction auf grelle Art neu kontextualisiert werden. Ich hätte bis vor einer Woche wahrscheinlich noch jede Wette angenommen, in meinem Leben niemals mehr ein Gipsy King – Tune auf ganzer Länge auszuhalten. In Verbindung mit aberwitzig durch die Gegend hüpfenden, breit grinsenden rosa/hellblauen Stoffkaninchen vor regenbogenfarbigem Hintergrund, die voneinander Abprallen und sich ständig um die eigene Achse drehen jedoch; den Blick wendend meiner Freundin zuzusehen, wie sie mit angstrengter Miene überdimensionierte Rasseln durchs Wohnzimmer fuchtelt: Unglaublich. “Bamboleo” wird fortan für immer diese Szene in meine Erinnerung rufen, und dafür danke ich Sega.

Bleibt noch zu erwähnen, das die Multiplayer-Modi gewohntes spaßig präsentieren und sich die Auswahl der leicht über 40 Musikstücke per Bezahl-Download dezent erweitern lässt, was mittlerweile ja fast schon Standard ist, für einen 3rd-Party Titel der Wii jedoch eine Premiere bedeutet.

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DIE WOLKE HAT 3 Kommentare zu "Samba de Amigo"

  1. budjonny

    Schön bunt das Teil…

  2. budjonny

    …und wir danken Dir, dass Du uns diese Fuchtel-Szene nochmal so schön beschrieben hast…

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Trackbacks

  1. [...] im Raum, vor allem zu mehreren. Schon bei anderen “Performancespielen”, egal ob Samba de Amigo, You’re in the Movies oder auch Singstar/Lips, zählt der gemeinsame Spaß vor dem Fernseher [...]

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