Kaum Survival-Horror trotz roter und grüner Kräuter

Die Spiele-Serien Alone in the Dark und Resident Evil gelten als die Mütter des sog. Survival-Horror Genres. Beide Titel haben Geschichte geschrieben und die Mischung aus Action, Rätseln und eben der düsteren Atmosphäre diente vielen anderen Spielen als Vorlage. Während bei Alone in the Dark mit den Call of Cthulhu Romanvorlagen von H.P. Lovecraft der originellere Weltentwurf zu Grunde liegt, kann man sich auf Seiten von Resident Evil heute mit der absolut besseren Filmumsetzung brüsten. Klar, als diese Spiele Anfang der Neunziger noch neu waren, waren auch die Rätsel in Videospielen noch nicht so abgegriffen und Schreckmomente, in denen plötzlich grauenhafte Mutanten durchs Fenster sprangen noch nicht so vorhersehbar. Außerdem gab es zwischendurch immer viel Text zu lesen und Informationen aus alten Tagebüchern und arkanen Folianten konnten im Kopf des Spielers grauenhafte Vorahnungen noch verstärken. Ständige Munitionsknappheit, Soundeffekte und langsame Steigerung des Spannungskurve taten ein übriges für den Grusel am nächtlichen 50 Hertz Monitor.

Resident Evil 5

Heute allerdings ist es wohl Segen und Fluch gleichzeitig, dass die meisten Spiele in hochaufgelösten, in Echtzeit berechneten 3D Umgebungen und mit butterweich animierten Figuren dem Ideal des Hollywood Films nacheifern und dem Spieler selten mal eine Aufgabe gegeben wird, die ihn länger als sechzig Sekunden beschäftigt, damit bloß niemals auch nur ein Hauch von Frust aufkommt. Stattdessen wird für einen konstanten Action-Flow gesorgt. Die Quick Time Events, wie sie bei Resident Evil 4 zuletzt inflationär eingesetzt wurden, beweisen das. Überhaupt schien das hochgelobte Resi 4 von 2005 die Weichen fürs Genre in eine etwas dynamischere Richtung gestellt zu haben. So geht’s auch bei Resident Evil 5 spielerisch genau so weiter, wie der vierte Teil aufgehört hat – in der Schulterperspektive eines 3rd person shooters.

Resident Evil 5

Die Hauptperson Chris Redfield, die wir inzwischen schon länger als unermüdlichen Kämpfer gegen die Machenschaften der Bio-Waffenfirma Umbrella Corporation kennen, verschlägt es in das fiktive afrikanische Land Kijuju, wo er mit seiner Kollegin Sheva einem skrupellosen Waffenhändler das Handwerk legen soll. Die meisten Einwohner Kijujus stellen sich aber schnell als von einem Virus infizierte Zombies heraus und erschweren die Ermittlungen der beiden Agenten erheblich. Was folgt, ist eine extrem lineare, in verschiedene Kapitel eingeteilte Schießbude. Enge Gassen in heruntergekommenen Wellblechdörfern, eine im Sumpf errichtete Hüttensiedlung, eine Verfolgungsjagd mit Jeep und Motorrad, Tempelruinen und schließlich die unvermeidlichen, gekachelten Laborflure bilden hier das Setting, in dem die wilden afrikanischen Zombies hinter jeder Ecke lauern, dann plötzlich heranstürmen und von unseren beiden Helden gerne und detailliert abgemetzelt werden. Wie bisher, stehen dazu unterschiedliche Waffen zur Verfügung, die man im Laufe des Spiels upgraden kann. Zentral ist auch wieder das Zielen mit dem Laserpointer, währenddessen man sich leider immer noch nicht bewegen kann (was immer wieder von Spielern kritisiert wird). Eine Neuerung während des Kampfes ist allerdings die Möglichkeit, in Deckung zu gehen und von dort relativ sicher die Gegner anzuvisieren. Auch das ist ursprünglich aus Shootern, wie Gears of War abgeguckt, hat aber auch bspw in GTA schon Verwendung gefunden und trägt erheblich dazu bei, dass man sich gefühlsmässig bei Resident Evil 5 in einem 3rd person shooter befindet.

Resident Evil 5

Eine weitere erfreuliche Neuerung, die sich mehr und mehr in Spielen durchzusetzen scheint, ist der kooperative Modus. Während Chris Redfields charmante Begleiterin Sheva im Singleplayer Modus gelegentlich etwas unmotiviert von der KI im Wege rumsteht, verleiht das co-op gameplay dem Spiel eine ganz erfrischende Würze. Waffen und Ausrüstung müssen ständig geschwisterlich geteilt werden und der gleichzeitig angehobene Schwierigkeitsgrad sorgt dafür, dass egoistisches Vorpreschen eines Spielers sofort bestraft wird. Man sollte also tatsächlich fast Rücken an Rücken sich den Zombie-Horden stellen und muss gelegentlich den Partner freiboxen, oder mit First-Aid Sprühkleber verarzten. Teilweise gibt es auch Passagen, in denen sich die Spieler trennen und bspw Schalter umlegen, oder Türen von der anderen Seite öffnen müssen. Besonders anspruchsvoll sind diese Aufgaben allerdings auch nicht.

Resident Evil 5

Insgesamt ist der fünfte Teil der Resident Evil Reihe natürlich ein sehr gutes Spiel, aber fast ein bisschen zu linear und Action-lastig und damit leider etwas zu wenig aussergewöhnlich. Vom ursprünglichen Survival-Horror-Spiel Resident Evil zeugen nur noch die roten und grünen Kräuter, die man mischen kann um seine Lebensenergie aufzufrischen. Gruselige Stimmung scheint aber heute leider immer mehr mit drastischer Gewaltdarstellung und den immer gleichen tentakeligen Endgegnern verwechselt zu werden und die Abschlachtung der Bevölkerung Kijujus müsste eigentlich auch nochmal einer kritischeren Betrachtung unterzogen werden.

Resident Evil 5

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3 Responses

  1. bäh

    das spiel hat den namen resident evil nicht verdient es hat mit resi nichts zu tun einfach die ganze zeit blöd herum ballern ich bin enttäuscht aber das es soweit kommt wusste ich schon nach dem 4 teil schade heutzutage konzentrieren sich alle auf die grafik aber wo bleibt der spielspass oh man wen ich mich an die alten nes mega drive play station 1 zeiten erinnere da hat das gamen noch spass gemacht aber heute ….. ich trete zurück

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  2. Madame Strobonoid

    @ Bäh: Auch ohne Microsoft-Office Anwedner zu sein, muss ich Dir sagen: WORD!

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