eine kleine Shooter-Design-Perle für DS

Etwas ältere Gamer, Sprite-Fetischisten und Kuriositäten-Liebhaber werden sich noch warmen Herzens an Parodius erinnern, jene absurde Shooter-Kuriosität von Anfang bis Mitte der 1990er Jahre. In Europa erschienen nur wenige Versionen von Parodius, wobei das Spiel die identische Spielmechanik wie Nemisis bzw Gradius (je nachdem auf welchem System man zu Hause war) besaß und sich primär durch ausgetauschte Sprites (Pixelgrafiken) sowie der komplett fehlenden Ernsthaftigkeit von der Originalversion unterschied.
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Big Bang Mini ist nun jedoch ein “Feuerwerks-Shooter”, während Parodius ein klassischer Horizontalscroller war. Die ausgetauschten Sprites des letzteren machten aus dem Weltraum-Abenteuer (Nemesis / Gradius) jedoch einen Ausflug in das bonbonfarbene Schlaraffenland der Kuriositäten (Parodius) und genau an diesem Scharnier setzt auch Big Bang Mini an. Viel wichtiger aber: Hier wie da stellen die Sprites sonderbare Geschöpfe (Gottheiten?) dar, die mit ebenso sonderbaren Geschossen Jagd auf uns machen.

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Wir müssen diesen ausweichen und währenddessen unablässig mit dem Touchpen Raketen in die richtige Richtung “zeichnen”, die hoffentlich die Widersacher treffen und ansonsten für ordentlich farbiges Feuerwerk auf dem oberen Bildschirm sorgen. Mit der Zeit kommen ein böiger Wind, Extra-Waffen und andere Spielelement hinzu, auch müssen wir immer wieder Spezial-Angriffen von oben ausweichen. Teilweise muss man dafür die Angriffsmuster auswendig lernen, was geradezu anachronistisch anmutet. Mein größter Kritikpunkt an diesem ansonsten wunderschön designten Ballerspiel der fordernden und komplett unblutigen Art betrifft die streng vorgegebene Reihenfolge, in der die Unterlevel gelöst werden müssen. So wird aufgrund des logischerweise eintönigen Spielverlaufs einigen Spielern der hintere Teil des Spiels vorenthalten bleiben, einfach weil die Ausdauer nicht reichen wird. Fährt der farbenfrohe und abgefahrene Grafikstil doch vor allem im hinteren Teil des Games um einiges hoch und gehört somit zu dem “künstlerisch wertvollsten”, das mir bisher auf dem DS begegnet ist.

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Eine Hintergrundmusik pro “Oberlevel” ist auch ein wenig eintönig, wenn auch die Plucker-Elektronik wunderbar passt. Noch dazu gibt es einen kleinen, unterhaltsamen Zwei-Spieler-Modus. Insgesamt ein schöner Geschicklichkeitstest, der von einem kleinen, sympatischen französischen Programmierteam entworfen wurde.

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