Total irres Tippen und Schnippen

Die Haupteigenschaft von Spielen ist die, dass sie Spaß machen sollen. Das gelingt in den meisten Games auch auf unterschiedliche Weise: Fantasy-, Action- und Sportspiele erzeugen Spaß meist durch ihre Fähigkeit, den Spieler ganz und gar in ihre künstliche Welt eintauchen zu lassen. Immersion nennt man das dann und das ist anscheinend ein angenehmer Zustand, wenn man eine „Verminderung der Wahrnehmung der eigenen Person“ erlebt. Aber der richtige fröhliche Spaß, bei dem laut gelacht und Schenkel geklopft werden ist in diesen Genres eher selten.

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Anders ist das bei Rhythm Paradise, einer Mischung aus Musikspiel und sog. Mini- oder Microgame. Hier ist es nicht so sehr das tiefe Sich-verlieren in einer virtuellen Welt, sondern eher die abwechslungsreiche Kurzweil und die Absurdität der Einfälle, die Spaß machen. In etwa fünfzig kleinen Rhythmusspielen gilt es, mit dem Stylus auf dem Touchscreen im Rhythmus der Musik zu Tippen und zu Schnippen. Die Steuerung ist eigentlich simpel und in allen Spielen ähnlich; schwieriger hingegen ist es, zu wissen wann getippt und geschnippt werden muss. Für jedes Minispiel gibt es deshalb eine kleine Einführung, in der gezeigt wird, ob man kurz, oder lang tippen muss und in welchem Moment geschnippt wird, aber obwohl es eigentlich nur diese zwei Bewegungen gibt, ist es trotzdem in den meisten Spielen ganz schön schwierig, den Rhythmus zu treffen. Da sind es dann verschiedene Roboter, die auf dem Fließband unter einem Einfüllstutzen entlangfahren und man genau im richtigen Moment tippen muss, um den Roboter mit Flüssigkeit zu füllen.

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In einem anderen Spiel ist es der vorlaute Chorknabe, der nur still ist, solange man den Touchscreen gedrückt hält. Wenn man dann loslässt, quäkt er einen unsäglichen Ton, der dann aber bitteschön synchron mit den anderen Chorknaben erklingen soll. In wieder anderen Spielen muss man als Mitglied einer fanatischen Affenbande im Takt einer charmanten Vorsängerin zuklatschen, oder die leicht dümmlich wirkenden Osterinsel-Köpfe eine grenzdebile Melodie tröten lassen. Nach jedem vierten Minispiel gibt es dann einen furiosen Zusammenschnitt der letzten Disziplinen, den es möglichst fehlerfrei zu absolvieren gilt, um ein wieder neues und wahrscheinlich erstmal wieder unglaublich albernes Minispiel freizuschalten, das anfangs unlösbar, aber dann wieder extrem groovy rüber kommt. Rhythm Paradise besticht vor allem durch die schlichte, aber äußerst liebevolle Präsentation und natürlich die seichte Japan-Popmusik, die bei genauem Hinhören- und das muss man auf jeden Fall- es rhythmisch ganz schön in sich hat.

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2 Responses

  1. nils

    JPop as its best… Kann nur die wacken Frösche oder die Love Lizards empfehlen, ist glaub ich alles auf Youtube – ich kam teilweise aus dem Lachen nicht mehr raus.

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