Runes of Magic hat mit seinem zweiten Update mittlerweile mehr als 2 Millionen Spieler weltweit. Das ganze sieht dem Branchenprimus WoW recht ähnlich und ist als "kostenloses MMORPG" gebrandet. Das stimmt natürlich nur zur Hälfte, vor allem wenn man sich eingehender damit beschäftigen will.

Es gibt keine monatlichen Gebühren, man kann RoM also auch spielen, ohne echtes Geld zu bezahlen. Allerdings können im Spiel selbst viele Sachen nur mit sogenannten Diamanten bezahlt werden. Und diese kann man wiederum nur für echtes Geld erwerben. Wenn man zum Beispiel nicht überall zu Fuß hinlatschen möchte, muss man sich ein Pferd kaufen. Diamanten gibt es zwar mit Mengenrabatt, aber ein Pferd kostet umgerechnet trotzdem stolze 15 Euro. Den Zeit- und Prestigegewinn zuliebe lassen sich aber viele Spieler drauf ein: Zeit ist Geld.
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Das Spiel hat viel und gut von WoW übernommen, vieles ist für den Spieler aber sogar einfacher und komfortabler als bei WoW. So kann man mehr Berufe erlernen. Quest-Items muss man meistens nicht ganz so lange suchen, es gibt ein automatisches Laufsystem für Orientierungslose und man erhält viel mehr Gegenstände. Für diese muss man dann aber, wenn man sie komfortabel verwalten will, Taschenplätze mieten, was wiederum auf die echte Brieftasche geht. Um dies zu umgehen, kann man sich (wie bei WoW) Bankcharaktere erstellen, um die Items, die man nicht lagern kann, weil man den Platz nicht bezahlen will, an sich selbst – an seine Zweit- oder Drittcharakter zu schicken. Ist also alles möglich, auch ohne Geld zu bezahlen. Da man auch mit Diamanten im Auktionshaus bezahlen kann, ist zu beobachten, dass fast alles nur noch gegen Diamanten eingestellt wird, und man immer weniger mit In-Game-Gold bezahlen kann. Ob das im Sinne des Erfinders ist, bleibt dahingestellt, dem Zufluß von Diamantkapital in die Spielwelt wird es zuträglich sein. Beim digitalen Ableben hagelt es Erfahrungspunkt-Strafen. Wird man einige Male hintereinander vom Computer getötet, kriegt man gar eine ganze Weile keine Erfahrungspunkte mehr, was auch wieder den Wunsch erweckt, sich einen Trank gegen echtes Geld zuzulegen, um seine Schulden zu tilgen. Zeit ist Geld.
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Das Spiel sieht recht anime-artig aus, und hat höhere Systemanforderungen als das tolerante WoW, obwohl es trotz hoher Weitsicht sooo gut auch wieder nicht aussieht. Am Anfang durchkämmt man sehr weitläufige grüne Landstriche, später kommen andere, wie die unausweichlichen Schneelandschaften hinzu. Instanzen gibt es ebenfalls, auch wie beim Bruder WoW. Eine riesige Hauptsadt nahe des Startgebietes, in der man ewig herumlaufen muss, und die aufgrund ihrer kargen Weitläufigkeit und steinernen Wänden weder mit vielen lebendig wirkenden NPC’s noch mit echten Spielern bevölkert ist, wirkt indes ein wenig schal. Wer sich von solchen Mängeln nicht abschrecken lässt, wird dennoch Spaß daran haben, diese Welt zu erkunden. PvP (Spieler gegen Spieler) funktioniert nicht wie bei WoW, wo Fraktionen gegeneinander antreten – bei RoM kann jeder – ab Level 20 – gegen jeden spielen, und dem Besiegten sogar Gegenstände abnehmen (aber nur, wenn der Levelunterschied der Kontrahenten nicht zu stark ist). Wenn man selbst jemanden angreift, bleibt man für eine Zeitspanne (10 Minuten) angreifbar. Interessant ist noch, dass man einen Charakter mit 2 Klassen erstellen kann, wenn man will. Beide Klassen werden separat gelevelt. Klamotten wie ein Kettenhemd, die ein Magier nicht tragen kann, muss er im Inventory oder im Haus lassen (ja, Housing! Möbel kaufen: Kostet mal wieder echte Taler, wer hätte es gedacht?!).
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Über dieses System kann aber ein ein Level 20-Krieger, der auch ein Level 5-Magier ist, bis Level 5 zaubern. Andererseits kann der selbe Level 5-Magier dann aber nur auf Techniken des Kriegers bis Level 5 zurückgreifen, obwohl dieser schon bei Level 20 ist. So sind interessante Kombos wie Krieger-Schurke möglich, die viel Schaden machen, da sie ihre Spezialattacken aus verschiedenen „Pools“ beziehen, die sich unabhängig voneinander regenerieren. Runes of Magic hat trotz ständiger Update immer noch mit einigen Bugs zu kämpfen, aber ist als kostenlose WoW-Alternative sicherlich einen Blick wert. Wie bei WoW auch sind die Quests sich eben doch sehr ähnlich: Haue 10 davon um, haue 20 hiervon um. Grade in höheren Leveln wird es stupide. Tagesquests, die man jeden Tag machen kann – die aber immer gleich sind und vor allem dazu dienen, seine Zweitklasse zu pushen – sorgen langfrsitig nicht für die große Abwechslung. Da helfen nur nette Leute, mit denen man zusammen spielen kann. Wie in jedem MMO wächst seine Qualität mit der Community… Am besten ausprobieren, wenn der PC es mitmacht – es kostet ja (erstmal) nichts!
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5 Responses

  1. pHabe

    euer newsfeed war ja schon immer krachig, aber seit monaten zeigt er keine bilder mehr an. schrecklich, grade in diesen zeiten….

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  2. pHabe

    beide. die bild-url kommt anscheinend nicht im google reader an. oder nur selten – krachig halt. =)

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