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17.01.2008 | 23:22
 
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Freshly picked: Tingle’s rosy Rupeeland

Rupees make the world go around - Genieße die Verausgabung


Ganz neu ist Tingle, der knorke Kobold mit der roten Nase im Nintendo Universum nicht. In den letzten Zelda Episoden hatte er als Kartograph schon mal eine Nebenrolle, aber neben Link, dem blondgelockten Strahlemann konnte Tingle keinen Stich machen. Mit „Tingle’s Rosy Rupeeland“ wird nun aber dem viel authentischeren Antihelden, der sich in etwa so zu Link verhält, wie Wario zu Mario, endlich ein eigenes Game gewidmet.

Tingle’s rosy Rupeeland

Obwohl ich bei meinem neu gekauften DS keinerlei Geburtsdatum oder sonstige persönlichen Daten eingeben musste, begrüßte mich das Spiel doch als 35jährigen, älteren jungen Mann, den der alltägliche Trott fertig macht. Woher wissen die von Nintendo das bloss? So konnte ich mich natürlich sofort identifizieren und nur zustimmend auf den Screen hämmern, als mir ein netter Onkel namens Rupee versprach, daß ich ins Rupeeland kommen und es mir an nichts fehlen würde, wenn ich nur genug Rupees in seinen Teich würfe. Ein Turm würde aus diesem, seinem Teich erwachsen und mich schließlich ins geheiligte Rupeeland bringen wo Milch und Honig flössen. Sounds familiar? Gut, willkommen im Kapitalismus!
Onkel Rupee zieht mir einen grünen Kittel an, setzt mir eine Kappe auf gibt mich in die Obhut seiner bezaubernden Assistentin Pinkle, die mir erklärt, dass die Rupees meine Lebensenergie seien und ich gefälligst welche ranschaffen sollte um sie in den Teich zu schmeißen um damit den Turm wachsen zu lassen, da ich ja schließlich irgendwann mal ins Rupeeland wollen würde.

Tingle’s rosy Rupeeland

Von meinen anfänglich hundert Rupees wandern also schon mal siebzig in den Teich, bis die Stimme des Onkel Rupee vorerst zufrieden ist und mir den richtigen „spirit“ zugesteht. Dann ziehe ich los und fange an, Muscheln und Knochen zu sammeln und daraus in meinem alten zerbeulten Topf Feuerwerkskörper zuzubereiten und diese für ein paar Rupees an die miesepetrigen Händler in der Stadt zu verkaufen. Jede weitere Information, jedes weitere Kochrezept kostet Rupees und im Kampf gegen Krebse, Ratten und fliegende Schafe verliere ich Rupees. Schließlich kann ich zwei Krebsen ihre Perle aus der Auster stibitzen und für hundert Rupees an den Edelstein-Händler verkaufen. Yippie! Aber schon erscheint die reizende Pinkle wieder und erinnert mich, den Teich zu füttern, schließlich soll es doch nicht immer so anstrengend bleiben. Willkommen im Prekariat!

Tingle’s rosy Rupeeland

In Japan ist Tingle der neue Star. Auf so humorvolle Weise die tägliche Verausgabung und die Gier nach der Kohle vor Augen geführt zu bekommen hat schon was. Abgesehen von diesen rein zufälligen Parallelen zwischen Spielgeschehen und Real-Life bietet das Spiel aber eine ganze Menge Geblinke und glockenhelles Geklingel, wenn die Rupees rollen. Auch die Ausnutzung beider Screens ist extrem abwechslungsreich gelungen. Tingles Einstand auf dem DS ist also bis auf die etwas einfallslosen Kämpfe, bei denen möglichst hektisch auf den Touchscreen gehämmert werden muss, absolut gelungen und in Zukunft wird sicher noch einiges von Tingle zu erwarten sein.

Tingle’s rosy Rupeeland

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