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8.03.2010 | 17:12
 
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Human Patient Simulator: Kaltschweissig

Zittern, bluten, röcheln, schwitzen, fiebern, zucken, frösteln, pinkeln und hyperventilieren.


Foto: US Airforce

Der Roboter-Freund auf dem OP-Tisch heißt iStan und ist ein Human Patient Simulator (HPS) der Firma Medical Education Technologies (METI). iStan kann zittern, bluten, röcheln, schwitzen, fiebern, zucken, frösteln, pinkeln und hyperventilieren. Außerdem beherrscht er alle denkbaren Atmungsvarianten vom flachen Hecheln bis zum veritablen Hustenanfall.

Die Latexhaut des Testpatienten fällt zwar hier und dort etwas lappig aus, dafür kann sie ganz nach Bedarf heiß oder kaltschweißig werden. Dank seiner Akkus ist der Medizin-Dummy unbegrenzt mobil, die Steuerung erfolgt mittels iStan-Software am Rechner, der via WLAN mit dem Roboter verbunden ist.

Für gängige Krankheitsbilder gibt es dabei Pre-Sets, die Wirkung zahlreicher Medikamente kann per Plug-in nachgeladen werden. Der einzige Haken an diesem High-Tech-Spielzeug ist unterdessen der Preis, wer per Mausklick einen stark unterzuckerten Diabetiker mit Nasenbluten simulieren will, muss etwa 65.000 Euro auf den Tisch legen.

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6 Oscars: Kathryn Bigelows The Hurt Locker

Kathryn Bigelow gilt als eine der wichtigsten Hollywood-Action-Regisseurinnener letzten Jahrzehnte. Kassenhits wie "Gefährliche Brandung", "Blue Steel" oder auch "Strange Days" gehören zu ihren Arbeiten. Nachdem sie einige Zeit von der Bildfläche verschwunden war, meldet sie sich mit dem Irakkriegsdrama "The Hurt Locker" fulminant zurück. Text aus De:Bug 134.

Nach dem Misserfolg ihres letzten Films, dem U-Boot-Drama ”K 19“, war auch Kathryn Bigelow für lange Zeit abgetaucht. Nach sieben langen Jahren ist eine der ehemals größten Action-Stilistinnen Hollywoods wieder mit einem Film zurück in den Kinos, der im Gegensatz zum vorangegangenen öden Harrison-Ford-Star-Vehikel mit kaum bekannten Schauspielern gedreht worden ist, die Regisseurin aber wieder auf der Höhe ihrer Kunst zeigt.

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6.03.2010 | 18:21
 
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Basics: Die Nebelmaschine

Es gibt Dinge und elektronische Lebensaspekte, ohne die unsere De:Bug-Welt nicht funktionieren würde. Jeden Monat gibt es ein neues Basic mit seinen Facetten und Aspekten. Diesmal: die Nebelmaschine, der Dunstproduzent, der den Stroboskop-Rave erst ermöglicht hat.

Eine Nebelmaschine stellt künstlichen Nebel her, indem sie Nebelfluid verdampft. Daher lautet der vollständige Name Verdampfer-Nebelmaschine.

Ein süßlich zellophaner Geruch macht sich breit. Staubtrocken, vermischt mit Nikotinrauch, zuckend, klaustrophobisch, lungenverengend, zerstreuend. Licht-Spaghetti schießen durch den Raum zwischen Stroboskop-Gewittern. Nebel gibt der schnellsten Substanz der Welt, dem Licht, die nötige Tiefe. Was würde der Club ohne die Nebelmaschine sein? Was wäre die Heck‘sche Hitparade ohne Aerosol-Teppich gewesen, wo die Gildos, Kaisers und Blacks der Schlagerwelt ihre Schlaghosenfalten mit Hackentrick in den Dunst des Trockeneis kickten? Die Nebelmaschine ist die Möglichkeit der Erweiterung von Zeit und Raum in isolierten Event-Orten.

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| 16:40
 
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Basics: Der Tresen

Es gibt Dinge und elektronische Lebensaspekte, ohne die unsere De:Bug-Welt nicht funktionieren würde. Jeden Monat gibt es ein neues Basic mit seinen Facetten und Aspekten. Diesmal: der Tresen, der Ort an dem die Nacht beginnt und endet.

Als Tresen wird in Gaststätten und Lokalen der Ort bezeichnet, an dem die Warenübergabe und die Bezahlung erfolgt. Im Nachtleben bezeichnet er Verlässlichkeit, Sicherheit und ist gleichzeitig Spielplatz für soziale Nerurosen. Der Tresen ist die Seele jedes Ladens.

TTT, das steht nicht nur für Titel, Thesen, Temperamente. TTT, das sind die Basics des Clubs: Tresen, Tanzfläche und Toilette. Aber vor allem findet am Tresen die Initiierung statt, an ihm beginnt die Nacht. Er ist der erste Ort, der angepeilt wird, wenn man einen Club betritt. “Erstmal ein Bier!“.

Das schafft Klarheit und liefert sofort eine Anlaufstelle in der unübersichtlichen Betriebsamkeit. Wer zielstrebig seinen Weg zur Bar einschlägt, gibt sich nicht die Blöße, unsicher und unbeholfen herumzustehen. Während des Durch-die-Menge-Wühlens kann zusätzlich ein strategischer Überblick verschafft und in Ruhe die Tanzfläche, der DJ und das Publikum abgecheckt werden. Ein Tresen gibt der Anwesenheit sofort einen Sinn und eine Bestimmung: Am Anfang der Nacht ist der Tresen ein Anker.

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| 15:30
 
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Basics: Der Stempel

Es gibt Dinge und elektronische Lebensaspekte, ohne die unsere De:Bug-Welt nicht funktionieren würde. Jeden Monat gibt es ein neues Basic mit seinen Facetten und Aspekten. Diesmal: der Stempel, der den wahren Verbund der Nacht markiert.

Ein Stempel ist ein Werkzeug, das auf der einen Fläche mit erhabenen oder vertieften Figuren, Buchstaben und dergleichen versehen ist, um mittels Stempelkissen aufgetragener Farbe die Figur aufzudrucken.

Stempel sind ein Zeichen der Verifizierung. In Asien haben persönliche Stempel teils noch immer den gleichen Stellenwert wie die Unterschrift. In England kann ein Poststempel genau den Briefkasten und somit den exakten Ort angeben, wo etwas aufgegeben wurde. Dabei werden Stempel prinzipiell auf Papier oder Pappe gedrückt und seltener auf die Haut. Bei Viehherden werden Stempel mal gerne permanent, mit glühend heißem Metall in die Epidermis eingebrannt, um dem Cowboy im Chaos Orientierung zu geben.

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4.03.2010 | 20:15
 
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Mathias Kaden: Nach vorne

Die zweite Boygroup der Houserevolution aus Jena auf Solopfaden - Part 2

Es sind Fragen, die sich wohl jeder House- und Techno-Produzent im Vorfeld eines Albums stellen muss: Beuge ich mich dem Diktat des Dancefloors und produziere ein Album mit potentiellen Singles, oder nutze ich die Freiheit jenseits von 33 und 45 rpm, um der Kreativität freien Lauf zu lassen und bisher unbeschrittenes Terrain zu begehen?

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| 19:35
 
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Marek Hemmann: Unbeschwert angereichert

Die zweite Boygroup der Houserevolution aus Jena auf Solopfaden - Part 1

Auf der einen Seite: Steeldrums, Marimbaphon, Cowbell und Congas. Auf der anderen: Klarinette, Brass, Akustik-Gitarre und -Bass. Was auf den ersten Blick nach zwei verschiedenen Welten klingt, entfaltet sich auf “In Between” als neue Sandbank im Techno-Ozean, die entgegen der Tendenz zur Reduktion den Wellen standhält.

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| 08:29
 
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Holger Hiller: Ohi Ho, Guten Morgen Winkelkanu

Er war die markante Schreistimme der NDW-Supergroup Palais Schaumburg mit Thomas Fehlmann und Moritz von Oswald. Als sich kommerzieller Erfolg abzeichnete, verließ Holger Hiller die Band und widmete sich experimentellen Soloprojekten. Seit neuestem tritt er sogar wieder live auf. Im Interview erzählt er vom dadaistischen Textflow, seinem finanziellen Ruin am Aktienmarkt und dem Leben als Nachhilfelehrer.


Fotos: Andreas Chudowski

Wie vertrackt, krachig und traumatisch kann Funk sein? Das 1981 von David Cunningham produzierte Debütalbum von Palais Schaumburg gibt bis heute die Antwort. Holger Hiller verließ bald nach Erscheinen der ersten Platte die Hamburger Band, der es ohne seinen sich überschlagenden Sprechgesang an Markanz fehlte – Fehlmann und von Oswald sollten später mit Instrumentalmusik mehr Erfolg haben. Hiller zog nach London und veröffentlichte bis zum Jahr 2000 fünf Soloalben, auf denen er sich dem Sampling, der Neuen Musik und dem Drum and Bass zuwandte.

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3.03.2010 | 21:21
 
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Label & Design: Smallville – Anflüge von Zeit

Bei Smallville in Hamburg kommt das Visuelle zur Musik. Die Plattenladen- und Labelmacher bereiten handelsüblichen Party-Promotern Kopfschmerzen. Im De:Bug-Gespräch erklären sie und ihr ästhetischer Kopf Stefan Marx, warum man die Namen der DJs auf einem Plakat nur ganz klein und ganz unten stehen und der Rest des Plakats ein verschwommenes Aquarell sein lässt. Faszination fürs Handwerkerliche.

Zuerst fallen einem die großen Zeichnungen ins Auge. Auf den zwei großen Fensterscheiben links und rechts neben der Tür kleben sie. Gesichter sind es, etwas überzeichnete Charaktere, in der Mitte über der Ladentür hängt der Schriftzug. Smallville ist zuallererst ein Plattenladen in Hamburg, auf der Schneise zwischen St. Pauli und Schanze, aber Smallville ist auch ein mittlerweile erfolgreiches Plattenlabel, und, es ist sogar noch mehr.

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| 19:24
 
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Bilderkritiken: Staatskunst und Privat-Juwelen

Stefan Heidenreich über Kunst ohne Politik.


Auf dem Screen: Thomas Demand. Nationalgalerie
Im Buch: Jason Dodge: Amethist, garnets and rubies inside of an owl.

“Nationalgalerie” hat Thomas Demand seine Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie genannt. Das kann ironisch gemeint sein, muss aber nicht. Das Gleiche gilt für seine Bilder. Sie könnten ironisch gemeint sein, sind es aber vielleicht eher doch nicht. Und noch einmal das Gleiche gilt für die Machart der Bilder.

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