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3.01.2006 | 14:27
 
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Genevieve Gauckler

F-Com, Fox Project, Eastpack, Yves Saint Laurent, Pleix, Pictoplasma: Die Pariser Künstlerin Geneviève Gauckler hat viele Spuren hinterlassen mit ihren Grafiken und Charactern. Wir verfolgen den Weg der Helvetica-Liebhaberin.


Eierköpfe mit Spiddelarmen
Geneviève Gauckler

Auch wer ihren Namen nicht kennt, gesehen hat von Geneviève Gauckler bestimmt fast jeder schon etwas – wie z.B. das Video, das sie 1997 zusammen mit Olivier Kuntzel und Florence Deygas für das Lied “Sacré Français” von Dimitri from Paris gemacht hat.
Nachdem sie 1991 das staatliche Diplom von Les Arts Décoratifs – der berühmten Pariser Hochschule für Graphik und Design – bekommen hatte, hat Geneviève an zahlreichen Projekten mitgewirkt, die meistens im unmittelbaren Zusammenhang mit Musik standen. Zwischen 1991 und 1996 hat sie mit dem Label von Laurent Garnier, F Communications, zusammengearbeitet und für verschiedenste Veröffentlichungen Coverartwork gestaltet. Die Kombination von Graphikdesign und Musik kam auf natürlichem Weg: Geneviève ist immer Musikfreak gewesen, und der Entwurf von Plattenhüllen ermöglichte ihr, ihre Arbeit über die Buchdruckkunst hinaus zu vertiefen. Ihre Lieblingsfont ist übrigens Helvetica und sie meint, sie könne Stunden damit verbringen, den perfekten Zwischenraum zwischen den Zeichen und den Zeilen zu finden, weshalb für sie die Rückseite einer Plattenhülle genauso wichtig sei wie das Rekto. Mit dem schon erwähnten Video zu “Sacré Français” hat sie “die Bilder, die sich bewegen” entdeckt und anschließend an der Entstehung von mehreren Kurzfilmen, weiteren Musikvideos und Werbungen, wie z.B. der Kampagne “Live Jazz “ von Yves Saint-Laurent, mitgewirkt. Als das StartUp-Abenteuer seinen Höhepunkt erreicht hatte, war die Elsässerin selbstverständlich auch dabei: Zwei Jahre lang hat sie für boo.com gearbeitet und zog für ein Jahr nach London – eine “chaotische Zeit”, in der sie aber von Leuten, die sie als junge Künstlerin bewunderte, viel lernen konnte.
Als sie 2001 nach Paris zurückkam, war es mit dem Experiment und der Suche nach neuen kreativen Konzepten nicht vorbei: Mit sechs anderen Künstlern hat Geneviève das Kollektiv “Pleix” gegründet. Vor allem ihre Videoarbeiten wie für Basement Jaxx oder Plaid haben für Furore gesorgt. Bei Pleix gibt es keine festen Regeln, man arbeitet zusammen, wenn Lust und Tagesform es zulassen, und das meistens auch in kleineren Teams von zwei oder drei Leuten, die flexibel sind und sich je nach aktueller Inspiration der Mitglieder bilden.
Nebenbei arbeitet Geneviève weiter als freie Grafikerin und 2003 wurde ihr erster Comic “L’Arbre généalogique” veröffentlicht. Ihre Fantasiefiguren driften zwischen Kobold und Roboter, deren gute Laune ist genauso ansteckend wie das Lachen ihrer Erfinderin. Den ganzen Band hat sie mit dem Programm Illustrator “gezeichnet”. Sie selbst meint, sie könne nicht gut genug zeichnen, wurde aber dennoch nach Japan eingeladen, um dort mit anderen Leuten eine Wand zu bemalen. Außerdem lässt sie gerade ihre spindelarmigen Eierkopffiguren über eine Eastpack-Rucksack-Kollektion laufen. Graphikdesign ist für sie eine Kunst, deren Vielfalt keine Grenzen kennt. Nun möchte sich Geneviève mit 3D auseinander setzen und weiter im Videobereich arbeiten.

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Text aus De:Bug 96
Autor: Magali Girault
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