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20.03.2006 | 16:55
 
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Rave 2005

Seit spätestens Ende der 90er wollte man, sofern man nicht gerade pinke Fellschlaghosen trug, mit Rave nichts mehr zu tun haben. Jetzt ist Raven wieder offiziell salonfähig.


Rave Strikes Back – Nach dem Rave ist vor dem Rave

Nun, was lesen wir da: “Rave, aus dem Englischen für ‘rasen, schwärmen, toben, fantasieren’, ist die Bezeichnung für eine während der Acid-House-Bewegung ab dem Summer of Love 1987 entstandene Art großer Party-Veranstaltung mit lauter elektronischer Musik.“ (http://de.wikipedia.org)

2005 – Es wird getobt, gerockt und geravet in einer gesunden Anonymität und ohne aufdringliche Formen der Selbstdarstellung. Man nimmt deutlich wahr, dass der Begriff “Rave” in seiner natürlichen, unschuldigen Urform in die Clubkultur zurückkehrt. Hier ein “Brutalga Square” im Stroboskop, dort ein Rave-Signal im Erdbeernebel. Hymnen ertönen wieder verstärkt im Clubkontext und man hat das Gefühl, die bisher gekannte Anrüchigkeit des Wortes Rave verschwindet wieder.

Was ist zwischenzeitlich passiert? Da war doch zu erkennen, dass ab Mitte der 90er Jahre und bis vor kurzem noch diesem Wörtchen folgende äußerliche Eigenschaften des Partyvolkes zugeordnet wurden: pinkfarbene Fellschlaghosen, Glitzer hier und da, Vogelnestfrisuren, Plateau- und neongelbe Raumfahrerschuhe, die man sonst nur von der Mondlandung kennt. Viele Veranstalter klassifizierten auch ihre noch so schlechten Partykonzepte mit dem Beiwort Rave-Party. Es mochte dann kaum noch jemand Rave in den Mund nehmen, aus Angst davor, sich den Unterkiefer splittrig zu brechen. Wer Rave sagte und hörte, geriet ins soziale Aus.

Da ist es doch schön zu sehen, dass eine Integration von Rave in musikalischer und sozialer Weise im Moment wieder ohne Naserümpfen passiert. Auf einmal sieht man das Wörtchen Rave wieder in leuchtenden Lettern auf den T-Shirts in den Clubs. In Jena erschuf man eine Webseite mit der Message “Rave strikes back!“, wo bekannte DJs und Producer ihre zehn schönsten Rave-Tracks hinterließen. Am Ende des Abends hört man sogar: “Mann, was für’n geiler Rave heute.” Da kann man doch glatt sagen, wir sind auf dem Weg in eine klassenlose “Raving-Society“ (schade, dass Jürgen Laarmann nicht mehr daran teilnimmt).

Auch gut:

  1. Sónar 2005
  2. Rave: The Chemical Brothers
  3. Leserpollauswertung 2005
  4. Vinyl 2005
  5. Sónar 2005
Text aus De:Bug 99
Autor: Toci & Spatz
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