Buch: Tobias Moorstedt – Jeffersons Erben
Neue Weltzeit beginnt morgen, die USA bekommen einen neuen Präsidenten. Über das Web und den Wahlkampf hat Tobias Moorstedt ein Buch geschrieben.

Tobias Moorstedts Buch könnte auch “Wie das Web2.0 Obama zum Präsidenten macht” heißen, was der Lektüre allerdings keinen Abbruch tut. Denn das stärkste Indiz für einen fundamentalen Wandel in der US-Politik ist die Tatsache, dass es dem Kandidaten der demokratischen Partei tatsächlich gelungen ist, die Clinton-Maschinerie beim Spendensammeln haushoch auszustechen: Hillary konnte auf das beste Netzwerk von Großspendern aller Zeiten zurückgreifen, womit sie nach den bislang geltenden Regeln einfach hätte gewinnen müssen. Aber selbst das Team Clinton war machtlos gegen die Mikro-Spendenflut, die Obama über Mybarackobama.com eintreiben konnte. Und die Site heißt nicht nur so ähnlich, sie ist auch ein Kandidaten-MySpace, über das neben dem Spendenfluss auch ein Großteil der sonstigen Wahlkampfaktivitäten in bester Selbstorganisations-Manier angeschoben werden. Tobias Moorstedt beschreibt die Zusammenhänge in einer für die edition suhrkamp erfrischend unverzopften Art und Weise, die manchmal fast schon zu sehr als Häppchen-Journalismus daher kommt. Trotzdem sind die 165 Seiten nicht nur besonders leicht verdaulich, sondern auch hochgradig interessant. Insbesondere weil hier das Grundverständnis für die spannendste Frage nach den Wahlen gelegt wird: Bleibt die Web-Partizipation nur auf die Kampagnen beschränkt oder hält sie auch in den Regierungsalltag Einzug?
Anton Waldt

Tobias Moorstedt
Jeffersons Erben. Wie die digitalen Medien die Politik verändern
edition suhrkamp
www.suhrkamp.de
Autor: Anton Waldt
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