Anwendungen für Smartphones gibt es wie Sand am Meer und werden in den Stores der Anbieter an den Mann gebracht. Hier ein Überlick.

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1 / Android Marketplace

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Der Android Marketplace ist das Linux unter den App Stores. Kongruent zum offenen Google-Betriebssystem Android, das in der letzten Zeit auch immer geschmeidigere Devices bekommen hat, gibt es im Gegensatz zum Apple Store keine Einschränkungen, was, von wem und wie an Applikationen entwickelt wird. Man wartet in der Regel also nicht darauf, bis eine Anwendung von oben abgesegnet wird.

Zurzeit gibt es etwa 5.000 verfügbare Third-Party-Applications. Die Anzahl dürfte in Zukunft durch überzeugende Smartphones wie das HTC Hero noch mal um einiges steigen und auch Firmen wie Samsung arbeiten emsig an weiteren High-End-Phones mit dem Google-OS. Das Angebot umfasst viele Games und kleinere Gimmicks wie Uhren, Kompass-Applikationen oder Barcode-Leser. Office-Anwendungen scheinen hingegen noch nicht so stark vertreten zu sein.

Offen vs. proprietär wird eine Diskussion sein, die uns in Zukunft beschäftigen wird. Der Android Market ist dabei das Forum eines offenen Ansatzes, das sich im Vergleich zur proprietären Konkurrenz auch erstmal behaupten muss. Der Wilde Westen der Mobile Apps hat gerade erst begonnen.


2 / Apple App Store

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Mit über 1,5 Millarden Downloads ist Apples Download-Laden mit Abstand der erfolgreichste seiner Art. Kein Wunder. Das Handling ist bemerkenswert einfach und auch die Installation der Programme auf iPhone und iPod touch geht wie von selbst. Wer sich einmal in iTunes akkreditiert hat (für iPhone-Benutzer eh ein Muss), braucht lediglich sein Passwort einzugeben, alles andere geht automatisch. Keine Nutzungsbedinungen akzeptieren, kein endloses Scrollen, man hat alles auf einen Blick.

Für jeden Geschmack findet man hier die entsprechende App, erfreulicherweise auch viel Material für umme. Die Eleganz, mit der das iPhone und der iPod touch auch unerfahrene User ganz zwanglos abholt, setzt sich im AppStore fort: Wie überall im mobilen Interface von Apple-Geräten ist alles klar strukturiert, alles funktioniert nach dem gleichen eingeimpften Schema: Genau so muss der Download auf den Handys funktionieren.

Nachteile: Neue Umsonst-Apps lassen sich nur über einen externen RSS-Feed finden, und die niedrige Entwicklungshürde führt zu Schwemmen extrem banaler Apps, die die Perlen leicht verdecken können.

3 / BlackBerry App World

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Gerade mal einen Monat ist der Store von RIM für alle BlackBerry-Geräte in Deutschland online. Dafür ist die Auswahl mit rund 2.000 Programmen schon recht üppig. Wie funktioniert’s? Auf dem BlackBerry muss ein kleines Programm installiert werden, über das man durch das Angebot browsen kann. Das ist übersichtlich, sieht gut aus und auch Download und Installation der Programme sind vollkommen unproblematisch.

Allein die Preisgestaltung halten wir für ein wenig übertrieben. Zwar gibt es auch zahlreiche Umsonst-Angebote, aber wenn eine App Geld kostet, sind es schnell mal 18 Euro. Und das für eine Funktionalität, die bei Apple deutlich billiger zu haben ist. Da schwingt der alte Kernmarkt von RIM, die Geschäftsleute, noch deutlich mit und wir erwarten spürbare Preisstürze in der nahen Zukunft.

Angeboten werden bislang Apps quer durch alle Bereiche: Instant Messaging, Ratgeber, ein paar Games, viele Finanzdienstleistungen, diverse Audio-Player und -Tools. Zur Bezahlung wird generell ein Paypal-Konto benötigt: Die Umsonst-Programme lassen sich allerdings ganz ohne Registrierung laden. Das ist vorbildlich.

4 / PlayNow Arena

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Der PlayNow-Arena-Shop von Sony Ericsson war, wie der Name noch andeutet, zuerst mal ein Spiele- und Musik-Service, aber er entwickelt sich mehr und mehr zum Allround-Store. Filme gibt es schon, Musik sowieso, und Apps tummeln sich langsam auch in größerer Zahl. Noch ist die Auswahl eher mager, aufgrund der vielen verschiedenen Modelle und Software-Varianten auf Sony-Ericsson-Telefonen aber auch schwer zu realisieren.

Die üblichen Social-Networking-Applikationen sucht man deshalb beispielsweise noch vergebens. Eine Erweiterung der Arena liegt aber strategisch im Zentrum neuer Sony- und Sony-Ericsson-Entwicklungen. Da sich die Bedienung bislang hauptsächlich auf den Rechner und einen späteren Transfer zum Telefon konzentriert, werden ein Handling über das Handy und eine vergrößerte Auswahl an Apps hoffentlich im Fokus des Ausbaus stehen.

5 / Ovi Store

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Der Nokia Store für Apps besteht aus einer Lösung mit Webseite für den Browser und App auf dem Telefon, was im Grunde schön sein könnte, müsste man nicht spezielle Software installieren (die gibt es für PC, nicht aber für Mac). Die Kommunikation zwischen beiden aber beschränkt sich auf SMS, was zusätzlich ein Sicherheitsrisiko darstellt.

So wird Spam Tür und Tor geöffnet, angebliche Links in den Store zum Download können auch ganz anders hinführen. Auch vorgemerkte Einkäufe, die man z.B. beim nächsten Aufruf auf dem Telefon runterladen könnte, gibt es nicht. Die Suchfunktion findet online andere Dinge als im Appstore, die Aufteilung der Software in Sparten ist minimal und die Auswahl eher noch mager (kein kostenloses Twitter-App, kein Myspace, kein Last.fm etc.).

Die Anmeldung geht dafür schnell und auch ohne Kreditkarte, die Installation der Apps problemlos und fix. Aber generell hat Nokia beim Ovi Store noch eine Menge Arbeit vor sich.

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Elektronische Lebensaspekte.

2 Responses

  1. Diego Alcazar

    Vor einigen Tagen hätte ich mich noch gewundert, daß der Vodafone 360 Shop nicht genannt wird. Nachdem ich ihn allerdings be-sucht habe weiß ich auch warum. Ein Aufführen an dieser Stelle wäre gegebenenfalls trotzdem nützlich um das Fled zu komplettieren.

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  2. bleed

    Tatsächlich haben wir ihn nicht genannt, weil es ihn, als der Artikel im Heft erschienen ist, noch gar nicht gab.

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