A BETTER TOMORROW

Vor der Geburt ist man ja irgendwie auch tot
Bis vor kurzem schienen Handgranaten in Discos wirklich eine Grenze darzustellen, aber RTL II kann mit seiner Realityshow “II Club” tiefer. Bislang erweist sich glücklicherweise das Format Club als völlig TV-resistent, trotzdem ist es bedauerlich, dass der Parkplatz mit seinen unabdinglichen Ingredenzien und legendär wüsten Gebräuchen die Übertragung der Schülertheater-Veranstaltung noch nicht eingeholt hat. Club-Innovationen lauern allerdings sowieso woanders: Tanzflächen-Rentner warten dieser Tage vor ihren Monitoren darauf, dass ihnen endlich jemand verrät, wo sich das legendäre Keller-Loch befindet, in dem mit dem M-Commerce ernstgemacht wird. Das würde aus der Versenkung locken: Zuerst den Gästelistenplatz-Code per Infrarot an den Bouncer geschickt, dann auf dem Klo per Micro-Payment-System die Chemie klargemacht.

Neue Polizei-Standards
Erheiternd in der Wartezeit platziert: M-Spionage. Der Ex-Manager des Elf-Konzerns, Alfred Sirven, hat bei seiner Festnahme in Manila die Sim-Card seines Handys zerkaut, anschließend verschluckt und damit alle Spuren seiner Gesprächspartner und seiner letzten Telefongespräche verwischt. Ein nur verschluckter Chip hätte “nach dem natürlichen Weg durch den Körper” [dpa] noch seine “Geheimnisse” liefern können. Vom letzten Telefon-Gespräch berichtete die philippinische Gefährtin des 74-jährigen Finanzjongleurs: “Sie haben mich geschnappt, ich bin erledigt.” Sirven gilt als Schlüsselfigur im Elf-Schmiergeldprozess, bei dem in Paris der frühere Außenminister Roland Dumas und seine Ex-Geliebte Christine Deviers-Joncour vor Gericht stehen. Nach vorsichtigen Schätzungen sollen im ehemaligen Staatskonzern Elf Aquitaine mindestens 220 Millionen Euro Schmiergelder in “dunkle Kanäle” geflossen sein.

Resistente Fascho-Brut
Der Elf-Dunkelmann dürfte aber auch jede Menge kompromitierendes über unseren abgelegten deutschen Kanzler und seine Partei auf der internen Festplatte abgelegt haben und solange ihn kein Stammheim-Schicksal ereilt, bei dem seine biologischen Flash-Chips zermalmt werden, stellt er eine ständige Gefahr dar. Die Bedrohten machen unterdessen lustig mit ihrem 68er-Bashing weiter, was nicht weiter stören würde, wenn es bei Witzen über Deutschlehrer und zunehmender Intoleranz gegenüber Rebirthing bliebe. Dummerweise ist dem nicht so, den Protagonisten Springers und der christlichen Volkspartei geht es in ihrem offensichtlich durch zuviel Fürst-Bismark-Korn verursachten Delirium scheinbar wirklich um eine Re-Nazifierung Deutschlands. Denn nichts anderes bedeutet die Diskreditierung aller, die auch nur an den Ausläufern mit den isoliert betrachtet eigentlich albernen Ereignissen der Jahre 67 bis 77 zu tun hatten. Die Revolution war natürlich Banane, aber der Glauben an sie nach 25 Jahren Verdrängung nötig, um die BRD wenigstens symbolisch zu entnazifizieren. Der Terrorismus der Siebziger Jahre war demnach eine unabdingbare Dreingabe der Demokratisierung und die ‘klammheimliche Freude’ über ihre Opfer eine Reaktion auf tausende deutsche Völkermörder und Kriegsverbrecher, die in der Bundesrepublik nicht belangt wurden, ihre Karrieren fortsetzen konnten und weiterhin große Teile der Funktionseliten stellten. Wer also heute die Gewalt in den Siebzigern isoliert betrachtet, setzt sich nicht über das Leid von einigen Dutzend Opfern und ihren
Angehörigen hinweg, sondern über das von zig Millionen.

TV-Addict Nummer Eins
Die Zuschauer-Profis, zu denen wir uns aus dumpfen Sofa-Kartoffeln in den 90ern entwickelt haben, weil jetzt auch lässige Macher-Profis überall hinter dem Bildschirm zuwege sind, bekommen dieser Tage jede Menge Extra-Spaß. Nicht nur, dass die Format-Rotation sich erheblich beschleunigt, dazu bekommt man jetzt auch immer öfter super Börsen-Gossip zur Sendung. Bei Brainpoool [“Danke Anke!”, “voll witzig” oder die “Pannenshow”] fühlt sich das zwei Monate nach einem offensichtlichen Koks-Totalabsturz des wichtigsten Human-Kapitals so an: “Betriebsergebnis [EBIT] nach vorläufigen Zahlen fast verdreifacht, ‘TV total – Das Magazin’ und die neue TV-Serie ‘Der Doc – Schönheit ist machbar’ vielversprechend gestartet.” Dazu wird eine gute Quote gedropt und die Aktie hüpft endlich wieder über den Ausgabepreis. Für ein besseres Morgen: Eigene Quoten aufstellen, AMDs Sledgehammer vor dem Gewahrsam verspeisen und Nazis beim Namen und an die Wand stellen.

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a better tomorrow

Anton Waldt

Der Pressesprecher des CCC hockt morgens um sieben mit seinem Laptop im Club & mag mit niemandem reden. Später sagt er im Fernsehen (RTL) wie locker die 16-Jährigen das mit den Kreditkarten hinkriegen, also nicht den eigenen. Ein paar soziale Fehlfunktionen also, aber eigentlich ein freundliches Mensch-Maschine-Interface, dieser Chaos Computer Club mit seinem Zentralorgan der Datenschleuder. Die amerikanische Wired ist eher ein Kapital-Maschine-Interface: auf dem Juli-Titel prangen die Zeilen: We’re facing 25 years of prosperity, freedom and a better environment for the whole world. You got a problem with that? Durch weltweit befreiten Daten & Güterverkehr & jede Menge tolle neue Technik soll alles für alle gut werden. In den USA und Asien ist es sowieso schon so weit, Europa muss bloss noch seine negative Einstellung ändern & seine Sozialsysteme abschaffen, Afrika wird einfach nicht mehr beachtet: Kommt nur einmal auf der Übersichtsgrafik der nächsten 25 Jahre vor: Aus ungenannten Gründen werden im Verlauf einer grossen Krise im Jahr 2015 fünf Millionen Afrikaner sterben… 2010 gibt es keine “birth defects” mehr, 2015 gibt es die Gen-Krebs-Therapie, 2020 werden alle schon 120 Jahre alt und 2025 gibt es die ersten Designer-Babys. Das ist Süd-Kalifornien: Das Leben in Home-Run Distanz zu den Südamerikanischen Parias verbringen, ohne einmal das Kratzen an der Käseglocke zu hören. Täglich alleine soviel Wasser und Strom verbrauchen wie eine durchschnittliche afrikanische Kleinstadt, aber stolz wie Oskar, wenn es nach mühsamen Jahren des Forschens gelingt, den Energieverbrauch der eigenen Festplatte um 10% zu reduzieren. Die Vega-Burger mit Calzium-Cherry-Coke runtergespült & das Ganze mit einem Schuss Beastie Boys Outfit und Scientologie & Microsoft-Big-Brother Metaphysik aufgepeppt. Da sind die Journalisten, die mit Hilfe anonymer Informanten, die in Parkhäusern Informationen aus dem Schatten flüstern, den Präsidenten stürzen, echte Fackelträger der Aufklärung. Wenn die Punika Oase nicht der letzte menschenfreundliche Ort werden soll (vom Rücksitz eines Cadillac auf die Ladefläche eines Melonenlasters ist sowieso ein schlechter Tausch) muss der digitalen Elite soziale Kompetenz eingebleut werden, sonst löst der Silicon-Valley-Zentrismus den Euro-Zentrismus ab: 120 jährige blonde Hünen, die mit Nanotechnologie ihren Sonnenschutzfaktor bestimmen, um dann im Wasserstoff-Mobil zur Fingernägel-Gendusche nach Beverly Hills zu flitzen oder ihrem Haustier, dem Bank-Wesen, was zum Ficken besorgen: vielleicht einen Fenster-Putzer? Die Geheimwaffe gegen solche Bio-Chip-Dumpfbacken ist die grosse Schule des Abhängens, die sich vor allem in Europa in den letzten Jahren entwickelt hat: mindestens den Soundtrack kennen & lieben wir schon jetzt. Es gilt diese kulturelle Definitionsmacht in gesellschaftlichen Druck zu verwandeln : Vorwärts & nicht vergessen wie unsere Party geht, beim Abhängen und beim Einfahren : die Solidarität. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Diana nicht von Leo Kirch und der CIA umgebracht wurde, um strategische Optionen auf Spionage & TV-Satelliten zu bekommen, sondern von der Metalheadz-Crew um a) die britische Monarchie zu stürzen, aus Rache für die Weigerung der Windsors, sie zu Hoflieferanten zu machen und b) um die Einführung des Euro zu verhindern und so ihre (also Metalheadz’s und nicht Dianas) Exportgewinne im Platten & Goldzahngeschäft nicht zu gefährden.

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A BETTER TOMORROW De:Bug-Leser scheinen friedliebende oder feige Menschen zu sein, keiner hat das im letzten Heft an dieser Stelle ausgesetzte Kopfgeld abgeholt. Vielleicht lags ja auch daran, dass Frau Bunz in einer ZDF-Talkshow die Gelegenheit versäumte, einen der Schwachsinnsheimer selbst und sofort hinzurichten, obwohl die Redaktions-Glock gut geölt, mit weggefeilter Seriennummer für solche Heldentaten bereit liegt. Gute Publicity wäre das gewesen, vor allem für die mächtig angepeilte Lesergruppe unter 16, an die wir ums Verrecken nicht drankommen, weil immer so viel geschrieben werden muss. Deren Helden lassen sich in der Schule verhaften (Kommentar: “cool!”) und geben als Berufswunsch “Massenmörder” an. Wenn Papa Schichtarbeiter bei BMW und Mama mit einem Onkel durchgebrannt ist, eine gradlinige Wahl. Schuld an der Existenz solcher Bastarde ist selbstredend die liberale Gesellschaft, im Sinne der WTO oder Graf Lambsdorfs, die Kindern zuwenig Freiheit lässt und eben nicht zuviel. Die 68er sind leider nicht verantwortlich zu machen, nicht dafür, dass sie hilflos sind und drüber reden wollten. Soziologen, die nicht nur drüber reden, sondern auch was nachforschen gehen übrigens unterhaltsamerweise davon aus, dass das Lehrermetzeln einmal angefangen, vorerst nicht zu stoppen ist. Auch Quake-In-Der-Schule verhält sich nämlich nach den Gesetzen eines Hypes und einmal losgetreten muss der Trend erst noch wachsen, bis er wieder abebbt. Studenten auf Lehramt waren zum Glück immer besonders unsympathisch. POLICE AND THIEVES Die Russen ficken Grosny, die Amerikaner das Netz. Keine Frage wer da mehr Spass hat und besser aussteigt. Aber beide Jobs werden mit gründlicher Überheblichkeit durchgeführt: Die US-Justiz bemüht sich dieser Tage darum, ihre Rechtsprechung im ganzen Netz durchzusetzen. Die Vorgehensweise dazu ist genauso einfach wie arrogant: Wer den US-Companys auf die Nerven geht wird nach heimischem Recht verklagt und abgestraft, insbesondere bei Domainname-Streitigkeiten geht das ganz prima, weil die coolen Toplevel-Domains nach wie vor in den Staaten verwaltet werden. Ähnlich heimlich wie die Nazi-Amnestie 1968 in Deutschland in der Strafrechtsreform verpackt “aus Versehen” verabschiedet wurde, massen sich die Amerikaner jetzt an, jedem Cybersqatter 100.000 Dollar Strafe anzuhängen. Nachdem das entsprechende Gesetz das letzte Jahr vom Weissen Haus blockiert wurde, haben Senat und Kongres es einfach zusammen mit dem 2000er Jahresetat im Paket verabschiedet. Der “Trademark Cyberpiracy Prevention Act” soll Beeinträchtigungen des E-Commerce und “öffentliche Verwirrung” verhindern und die richtet jeder an, der aus einem fremden Markennamen im Netz in irgendeiner Weise Profit zu schlagen versucht oder zur “Schwächung” einer Marke beiträgt. Da Amis dumm sind und deshalb ziemlich leicht verwirrt werden können bedeutet das nix gutes. So reichte der Anruf eines debilen Opas, der sich vertippt hatte, beim online-Spielzeughändler etoyS.com die internationale Künstlergruppe etoy.com zu verklagen und natürlich hat das kalifornische Gericht die Verwendung der Domain bis auf weiteres untersagt. Das ist besonders hanebüchen, das etoy sowohl den Namen, als auch die Domain Jahre vor dem Spielzeughändler fucking offiziell angemeldet hatte. Zwar sind Künstler per se nicht sympathisch und konkret auch nicht, da diese hier bisher nur mit schwachsinniger Konzeptscheisse aufgefallen sind, aber nicht mal das ist ein Grund ihnen die Domain wegzunehmen. Könnte ja sympathische Tschabos erwischen, zum Beispiel wenn ein Online-Antifloh-Hundehalsband-Händler die De:Bug-Domain haben will. Fies an Prozessen vor amerikanischen Gerichten sind dann vor allem die Kosten, da kann man sonst was im Recht sein und kriegt einen Arschtritt, dieses Schicksal dürfte auch etoy blühen. Für ein besseres Morgen: Keinen Nachwuchs zeugen, die Glock auch mal benutzen und das Netz sauber halten.

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A Better Tomorrow Anton Waldt waldt@v-records.de Die Herren Kruder & Dorfmeister sind zum Stones-Konzert eingeladen, gehen aber nicht hin, weil: “Ein schlappes Shakehands hinter der Konzertbühne interessiert uns nicht (…) Wenn, dann möchten wir mit ihnen essen und quatschen.” In Wien nimmt ihnen solches Geschwätz auch dann niemand übel, wenn sie es im PROFIL, der österreichischen Variante des SPIEGELs, veröffentlichen. “Eh OK oder? Vielleicht lädt dich Mick Jagger auf H ein, oder so!” In Berlin dagegen ist das Urteil glasklar: TEUFELSZEUG! Gerade dieser Tage zur Love-Parade muss man den angereisten Neffen & Nichten schließlich GUT & Böse vermitteln, bevor man sie auf die Straße lässt, selber bleibt man natürlich zu Hause, vielleicht die Tür mit 3 oder 4 Extra-Sicherheits-Schlössern verrammeln und sich einer gediegenen NYC-Paranoia hingeben. Erlebt haben wir sowieso schon alles, die Mieten steigen, und sogar im Osten gibt es schon ein paar Straßen, die SAUBER sind. Wenn die Neffen & Nichten dann Montagmittag um 12 Uhr ein bißchen geschafft aber glücklich wieder angejeanst kommen, hallt ihnen “Tötet die drei Tenöre!” (De:Bug 2000) entgegen. Check, Recheck: Eine Kohorte ukrainischer Legionäre füsiliert mit Uzis, ein Terpentin-trunkener Japaner tunkt dicke Italiener in Säure & Doublecheck: Das Nummernmädchen aus dem Glücksrad bringt eine Überdosis Viagra, das meuchelte in Nigeria schon erfolgreich Potentaten. Auch sonst wächst der Glaube an Pillen: 30% aller 7.-Klässler halten die Anti-Baby-Pille für einen wirksamen Schutz gegen Aids. ERNTEARBEIT IST NICHTS FÜR ROMANTISCHE SEELEN Die Hirnforschung beißt sich inzwischen die Zähne am Bewusstseinsproblem aus. An der Organisation der Grenze zwischen bewussten & unbewussten Rechenleistungen wird sich auch die Zukunft der künstlichen Intelligenz entscheiden: Kann man jetzt ein Hirn nachbauen? Das Wired sagt natürlich JA und versucht sich auszurechnen, wann es soweit ist. Endlich ihre von kalifornischer Sonne und erbarmungslosen Klimanlagen ausgesaugten Hirne duplizieren und das alte mit Koks und Esoterik endgültig hin machen! Da lacht das Share-Holder-Value, kein Verlust mehr durch Golf-Unfälle! Die Schulbuch-Psychologen wollen davon natürlich nix wissen, aber der Glaube an den Hyper-Drive, der aus der Summe der Elemente NOCH mehr macht, ist zu durchsichtig berufserhaltend. Wichtiger als dieser Streit ist natürlich: Können wir etwas Besseres als das Gehirn bauen? Die De:Bug konstruiert sich zu diesem Thema als Langzeitstudie einen Praktikanten. Gestritten wird noch über die erste Sprache, die wir ihm beibringen. Es ist wie bei der Abstimmung in den USA 1787: eine knappe Mehrheit für Englisch vor Deutsch und eine Stimme für Holländisch! Die Identität unseres Roboters wird so Gaga angelegt, dass sein Zentralrechner nach dem Überschreiten der für Menschen maximalen Zahl an Verknüpfungen pro kleinster Organisationseinheit nicht einfach schizophren oder debil wird, sondern – der ÜBER-ROBOTER! Für den Anfang wird er glauben, er sei ein russischer Matrose, der aus einem Ende der 60er Jahre gesunkenen Atom-U-Boot gerettet wurde. Und zwar von den Amerikanern. Als der Kahn vor Haiti absoff, fand ihn nämlich die CIA noch vor den Sowjets. Die Aktion war so geheim, dass nicht einmal der Oberkommandierende Navy-General des Pazifikraums Details erfuhr. Als das Boot dann aufgespürt & fotografiert war, allein das im kalten Krieg schon ein Sensation, kam richtiger Grössenwahn auf: Das U-Boot sollte aus 2500 Metern Tiefe geborgen werden, natürlich vor allem wegen der vier atomaren Sprengköpfe. Weil ja alles so geheim war, musste das nötige Equipment für diese Operation an allen offiziellen Budgets vorbei organisiert werden. Diesen Taschenspielertrick hat Howard Hughes (DER Howard Hughes? Ja DER!!!) gebracht: Die 500 Millionen Dollar, die das gigantische Bergungsschiff (das auch Hughes Namen trug) kostete, sammelte er bei Freunden ein, und was noch fehlte schoß er selbst zu. Die Bergungsaktion war dann nicht so erfolgreich, beim Versuch das U-Boot zu heben, brach der grösste Teil ab, und es konnte nur ein 15 Meter langes Stück, ohne die atomaren Sprengköpfe, geborgen werden. Aber in der Folgezeit verloren die traditionellen Ausrüster der Navy ihre Aufträge zugunsten einer Reihe von Unternehmen, die bis dahin vor allem die CIA beliefert hatten. Hughes war wieder auf der Gewinnerseite. Die 6 russischen Matrosen, die sich in dem geborgenen Teilstück befanden, wurden mit allen militärischen Ehren von der Navy dem Ozean zurückgegeben und den geneigten De:Bug-Leser, die diese Geschichte für Seemannsgarn halten, sei gesagt, dass es von dieser Seebestatung einen Film gibt, den Clinton ’92 seinem Kumpel Boris gezeigt hat. Was beide nicht wissen: Es gab einen siebenten Matrosen: Unser neuer Praktikant! ZITAT: 30% aller 7.-Klässler halten die Anti-Baby-Pille für einen wirksamen Schutz gegen Aids.

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A BETTER TOMORROW Anton Waldt Junges Gemüse Wind in Böhen bis Windstärke 5 & der Gestank der benachbarten Imbißbude beuteln die Raver in der Schlange vor der Disco. Einer saugt gierig an seiner Zigarette und sagt zu seiner Freundin: Wir erleben die Alltäglichkeit einer sozialen Konstellation, an deren euphorische Anfänge 1991/92 ich mich gerne erinnere, aber ich weiß, daß diese Zeit vorbei ist. Das stimmt! antwortet das Mädchen, die ihr Kaugummi zermalmt & in ihren Glitter-Hotpants friert. Aber der kulturelle & musikalische Fortschritt ist unumkehrbar und wirkt heute noch fort, wenn auch mit abnehmender Intensität! Ein Heroin-Model drängelt vorbei: Die positive Neubestimmung des Kollektivbegriffs durch die Tanzflächen war nur durch den Zusammenbruch der sozialistischen Staatengemeinschaft möglich. Das war ein schlechter Tausch. Laßt mich durch, ich stehe auf der Gästeliste! Flammendes Inferno Der Türsteher denkt: Im Fernsehen zeigen sie wieder den Vick-Daymed Spot mit dem Saxophonspieler, der Husten hat. Es wird Winter. Er sagt: Ihr beide dürft jetzt rein! Der Raver gibt der Kassiererin einen Schein : Hier sind 50 DM. China hat die BRD als zweitgrößte Volkswirtschaft abgelöst (nach Kaufkraft). Die Kassiererin antwortet: Hier sind 10 DM Wechselgeld! Das wird das Jahrhundert Asiens! Die Raverin tänzelt Richtung Garderobe und versucht sich eine Milliarde Hooligans vorzustellen, dadurch werden ihre Pupillen noch größer. Die Garderobenfrau sagt : Früher war ich ein Mann, jetzt nehme ich Östrogen & bin operiert. Das macht 2 Mark pro Jacke! Rythmus im Blut Der Nebel in der Techno-Dizze – und der Weihrauch in der Kirche: einunddasselbe! flucht der DJ, als er sich mit seinem Plattenkoffer durch die Tanzenden zur DJ-Kanzel drängelt. Die Raverin hört nicht auf zu tanzen und brüllt: Hallo DJ! Soll ich helfen? Das ist nett, ich habe besonders viele schwere Dubplates dabei! Der Raver will auch was brüllen, hat aber die Trillerpfeife im Mund vergessen. Der Chef begrüßt den DJ: Okidoki! In den 80ern gab es hier nur Gitarren und auch wenn ich gut verdient habe, mußte ich immer sehr dreckig sein & billiges Bier trinken & mich über den Zustand der Welt besorgt zeigen.Wie war dein Flug? Der DJ läßt den Koffer los, tätschelt der Raverin den Hintern und brüllt: Das Essen war schlecht, aber die Stewardessen schön. Früher hatten wir doch Ideale & wir wußten, wer Schuld hat. Die Raverin kreischt: Babylon! Der Chef: Und noch schlimmer! Was wollt ihr trinken? Die Raverin stellt den Plattenkoffer auf einen Fuß des DJs und schreit: Jägermeister! Wir haben durch den Verlust der negativen Fixierung auf das Schweinesystem kulturelle & soziale Freiräume gewonnen. Der DJ fuchtelt: Das schmerzt! Ich will auch Jägermeister & meine Hand bleibt, wo sie ist & wenn wir kein politisches Bewußtsein entwickeln, geht alles wieder den Bach runter! Der Chef stolpert mit drei Jägermeistern & beschmutzt sich: Das passiert mir im falschen Jahrzehnt! Heute muß ich proper & erfolgreich aussehen, sogar wenn ich pleite & krank bin. Die Raverin hilft ihm auf die Beine und sagt: Und was trinken wir jetzt? Es kommen eben Zeiten, in denen das Kollektiv zählt, da ist kein Raum für Einzelschmutz. Sieh dich um, auch auf deiner Tanzfläche sind alle gleich wichtig! Der DJ legt durstig seine erste Platte auf und stellt sich eine Milliarde tanzende Hooligans vor & auch seine Pupillen werden größer. Aber dann muß er an Gumpei Yokoi denken, den Erfinder des Game-Boys, der 96 bei Nintendo rausflog & letzte Woche starb und der Mix geht voll daneben. Arme Schlucker. Es ist 10 Uhr morgens, die Disko ist schmutzig & die Putzfrauen sind aus Osteuropa. Sie suchen zuerst gründlich den Boden ab, dann spülen sie die gefundenen Pillen mit Schnaps runter. Diese Ravenation ist substanz- & ahnungslos!, sagt die Jüngere. Das stimmt!, antwortet die Ältere. Aber sie hinterläßt viel interessanten Müll!

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A BETTER TOMORROW HELDEN 97 Anton Waldt 97 war ganz schön normal. Spielregeln & Ereignisse, die 96 noch prophezeit, ausdiskutiert & hektisch ausprobiert wurden, werden jetzt routiniert abgespult. Hirnverbrannte Massenhysterien um den Tod einer Märchenprinzessin oder Treibhausgase erreichen so selbstverständlich die logikfreien Zonen wie ein deftiger Kreuzzug vor 1000 Jahren. Wegen einer graden Bassdrum entschuldigt sich auch niemand mehr, das Feuileton entdeckte Minimal-Techno als neuen (!) Trend & sogar Drum & Bass-Hörer konnten endlich damit aufhören sich über den dummen Techno aufzuregen, Positionierungs-Scharmützel beendet. Prima war auch, dass die wegen ihrer fröhlichen Dummheit berühmte Frontpage einging, um besserem zu weichen. Dafür müssen Afrikaner, die nicht mehr gemetzelt werden wollen, sich als Opfer der Umweltverschmutzung darstellen, wenn sie international gehört werden wollen, denn der Begriff “Menschenrechte” ist ein eingetragenes Warenzeichen der USA, die ihn manchmal an Europa, Hollywood oder die UNO herleihen. Unser Tierarzt erklärt ihnen nach der Werbung, wie sie ihren Katzen das Markieren abgewöhnen. TM3, Fernsehen für Frauen, mein neuerLieblingssender, danach präsentiere ich Helden & Phänomene, die keiner erklären kann. LIFE IS LIVE In Hamburg hängt alle 10m eine mittelgrosse Discokugel als Weihnachtsbeleuchtung, das ist cool. Hier um die Ecke wird die ZEIT produziert & deren Magazin hat Westbam interviewt & das war nicht cool. Wie Turntable-Helden integer bleiben, zeigt uns dafür DJ DSL aus Wien: Irgendwann hat er einfach aufgehört & zwar ohne Abschiedsgala & das zu einem Zeitpunkt, wo er ganz solide rumkam & verdiente & von allen Seiten belobhudelt wurde, sogar als “DJ des Jahres” in der Rockzeitung Spex. Nach sechs Jahren im Profilager war Schluss, trotzdem gibt es jetzt auf Mego eine neue DSL-Maxi: “Anton Polster du bist leiwand” ist aber kein Comeback sondern Ergebnis von DSL’s Präsidentschaft des Anton Polster Fanclubs Wien-Erdberg. Weil ein erfolgreicher DJ, der aufhört aufzulegen, interessanter ist, als einer der vom Ruhm vergangener Tage Mietshäuser in Berlin kauft, hat die DE:BUG Dj DSL interviewt. Abzudrucken ist das Ergebnis kaum, denn DSL hält den Ball lieber flach & was er über sein Idol Toni Polster sagt, gilt auch für ihn selbst: Keine Phrasen dreschen, gradlinig sein & lieber unverstanden bleiben, als zuviel zu reden. Der beim Interview ebenfalls anwesende Vize-Präsident des Fanclubs: “Da hat der Präsident recht!” DSL bestreitet die meisten Antworten also mit “is leiwand”(=super), “Is mir wurscht” oder “Is oasch”(=scheisse). DSL (=Danube Supa Leiwand) steigert sich in seinen Statements dabei manchmal zu einer regelrechten Dialektik des Dialekts: Warum er aufgehört hätte in Clubs aufzulegen: “Erwartungshaltungen…es hat mich genervt, obwohl es mir eigentlich wurscht war..”. Als Privileg empfindet er, mit dem was ihm Spass macht, Geld verdient zu haben und jetzt nicht mehr auflegen zu müssen, wo es ihm eben “nimma gfreit”. Jetzt noch wegen des Geldes aufzulegen kommt natürlich nicht in Frage: “Dann wär ich wirklich ökonomisch abhängig”. Die persönliche Befriedigung an den Turntables holt sich DSL einmal die Woche in seiner Radioshow und ganz selten, nur wenn er wirklich mag, gibt’s noch ein Set vor Publikum, wie dieses Frühjahr in der Kunsthalle Wien. Der Vize-Präsident: “Das war legendär!” Die neue Single war dementsprchend anfangs “nur ein Schmäh” für eine Radiosendung mit Fussball-Liedern: “Nehme ich mal irgendeinen Beat her, scratche drei -viermal ‘Toni Polster’ drüber”. Stark untertrieben natürlich, der Beat kommt von Mark The 45 King & der ist DSL’s Held & scratchen kann DSL wie sonst keiner in Europa. Das Ergebnis war zu schade für nur einmal spielen, das Label MEGO mochte den Track schon nach dem ersten Break & dementsprechend verkauft sich die CD “herrlich”. Den Track gibt es demnächst auch als 7″ Vinyl. Zum Schluss des Gesprächs gibt’s noch eine Diskussion über die Möglichkeit unter verschiedenen Projektnamen zu arbeiten:”Wenn ma so is wie ich, hat man diese Freiheit nicht!” & eine Mappe mit Fantransparenten im Stadion. Vielleicht gehe ich das zweite Mal in meinem Leben zum Fussball, ein St. Pauli Feuerzeug habe ich schon.

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