Drexciya sprechen durch ihre Musik und legen sich sonst auf's Riff, programmatisch maulfaul. Freimaurer, Kinderfasching, Pan Tau sind sicher weniger die Ideenvorgeber als Ralph Ellisons "Unsichtbar" für diese Kulturpraktik, aber als interviewender Bruder im Geiste kann man schon mal polemisch vergrätzt sein...

Zunächst sah es so aus, als würde die informationspolitische Tauwetterperiode noch weiter anhalten. Wir erinnern uns: 1999, das Album “Neptune’s Lair” erscheint auf Tresor Records und Drexciya, Detroits bestgehütetes Geheimnis, gab dazu Interviews. In diesen erschien Drexciya erstaunlich auskunftsfreudig, stellenweise geradezu redselig, was natürlich ein völlig neues Paradigma in der Selbstdarstellung der rätselhaften und sehr öffentlichkeitsscheuen Unterwassermutanten darstellte. Na gut, Fotos gab es keine und die angegebenen Namen waren vermutlich erfunden, aber man will ja auch nicht alle lieb gewonnenen Gewohnheiten über Bord werfen. Anfang diesen Jahres erschien nun wieder ein Drexciya Album, “Harnessed The Storm”, kurz vorher noch die 12″ “Digital Tsunami”. Schon die Titel ließen sich als Offensive deuten. Und auch die Musik machte einen weiten Satz nach vorne. Die neuen Stücke verfolgen eine deutliche Weiterentwicklung des immer schon sehr eigenwilligen drexciyanischen Electro. Sie sind auffallend digital im Klangbild und wirken somit noch schärfer und präziser als die Tracks des Vorgängeralbums. Neptune’s Lair funktionierte eher wie eine Sammlung von Skizzen, nicht zuletzt weil viele Tracks sehr kurz waren und vieles nur angedeutet wurde. Es wirkte manchmal wie ein Fotoalbum, das man weitergeben muss, bevor man sich die Bilder genau ansehen konnte. Harnessed The Storm verhält sich dazu eher wie ein Spielfilm mit vielen Special Effects. Es ist viel ausformulierter, zusammenhängender und weniger referentiell und abstrakter als Neptune’s Lair.

Also, neues Album, neuer Sound und wieder gab es die Möglichkeit, ein Interview mit Drexciya zu führen. Diesmal zwar nur per E-Mail, aber immerhin. Die Fragen wurden an das Tresor Office geschickt und von da aus weitergeleitet. Auf die Tauwetter Periode folgte jedoch eine Eiszeit, wie sich leider herausstellte. Die zurückgemailten Antworten waren so kurz, dass man sie auch ins Vinyl zwischen die Auslaufrillen hätte ritzen können. Entsprechend wenig Erkenntnisse über den ästhetischen Richtungswandel waren Drexciya zu entlocken.

Ein Beispiel: Was für eine Rolle spielt Technologie in der Welt von Drexciya? Wirkt sie vielleicht emanzipierend auf die Bewohner, oder schafft sie neue Abhängigkeitsverhältnisse? Kann sie Stürme bändigen, wie der Titel suggeriert? Antwort: “Technology plays a big role in the drexciyan R.E.S.T program. R.E.S.T= Research, Experimentation, Science, Technology.” Ach so. In wie weit sich die neue Soundästhetik von Harnessed The Storm auf veränderte Produktionsbedingungen zurückführen lässt, wird ebenso elliptisch beantwortet: “50% altered and it will be altered again and change is good.” Diese Affirmation von Fortschritt kann man dem Detailreichtum von Harnessed The Storm durchaus anhören. Was für ein Sturm da allerdings gebändigt wurde und warum, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden. Dafür aber, wie sich ein digitaler Tsunami anfühlt: “Digital Tsunami is like sitting in a 5×5 anti-gravity room set on zero gravity surrounded by speakers and the rich pure sounds pushes you in many different directions.”

DIE GEHEIMNISVOLLE SECHSTE SPHÄRE

Besonders wenig Lust haben die Drexciyaner erfahrungsgemäß auf alle Fragen, die sich mit der Identität der Menschen hinter dem Projekt beschäftigen oder den Zusammenhang zwischen Drexciya und anderen mit ihnen assoziierten Projekten ergründen wollen. Trotzdem: Wie genau hängen “The Other People Place” und “Transllusion” mit Drexciya zusammen und zu welchem Zweck wird ein solches Kreativitätsoutsourcing betrieben? “They are some of the mechanisms that form and harness the storm that has been created. They are just two of six black stabilizing spheres.” Da ist es also wieder, das Drexciya Geheimnis: Sechs schwarze, stabilisierende Sphären, bloß welche Projekte verstecken sich dahinter? Na gut, The Other People Place und Transllusion sind gesetzt, “Dopplereffekt” ist auch klar, “Japanese Telecom” und “Der Zyklus” sind weitere heiße Kandidaten, bleibt also nur noch die geheimnisvolle sechste Sphäre? Ein Projekt namens “Ultradyne” war im Netz zu finden, oder ist es am Ende vielleicht doch Kraftwerk, wie ein Freund neulich vorschlug?

OHREN ZU UND DURCH

Weiterhin lässt Drexciya durchblicken, dass Inspiration für das eigene Schaffen vorangig von Gott kommt, auf keinen Fall aber von der aktuellen elektronischen Musik, denn das würde die Experimente, wie Drexciya ihre sonischen Tiefsee Exkursionen umschreibt, zerstören. “Not to say that their projects are bad”, wird angefügt – Pluralismus wird eben auch Unterwasser groß geschrieben. Gleiches gilt für die musikalische Tradition, denn Drexciyas Sonic Fiction ist alles andere als ein saisonales Geschäft: “It means everything. Without tradition there would be no music”, werden wir informiert. Wann jedoch Tradition anfängt und wo die musikalische Gegenwart aufhört, wird wohl immer im Verborgenen bleiben, wie die Antwort auf die Frage nach der künftig zu erwartenden Öffentlichkeitspolitik andeutet: “In 1999 Drexciya was sheding a layer of skin opening all valves and draining all tanks. Now this is the new beginning, a few interviews will be done and there will be no more for quite some time. Due to a heavy R.E.S.T schedule.”

INVISIBLE = INVINCIBLE?

Das Boot taucht ab, neue Expeditionen im Visier, und lässt uns Erdenbürger ein wenig ratlos zurück. Es war immer schon grundlegend für Drexciya, auf Suggestion statt Information zu setzen und sich somit einen Freiraum abseits gängiger Diskurse zu schaffen. Unterwasser wie auch im Weltraum gehen die Uhren eben anders. Man kann dort seine Identität selbst bestimmen, ohne dass einem die Regeln der Musikindustrie oder sonst irgendeines mafia-ähnlichen Gebildes aufgedrückt werden. Die Notwendigkeit einer solchen Repräsentationsstrategie ist im Kontext afrikanisch-amerikanischer Identitätspolitik mehr als nur verständlich. Aber muss das denn gleich heißen, dass man von dem Leben unter den weiten Wogen nur Zeichnungen wie aus Gerichtssälen erhält? Sich verstecken, sich verstellen, sich verkleiden – das alles sind Kulturtechniken, die das Ziel haben, die eigene Identität einer Fremddefinition zu verweigern. Sie mögen effiziente Schutzschilde gegen einen Zugriff von außen sein, manchmal ähneln sie in ihrer Trotzigkeit Verhaltensmustern, die man durchaus auch auf Kinderfaschingen beobachten kann.
Als Trost bleibt, dass der unter den Meeresspiegel verlagerte symbolische Widerstand gegen jede Form von Fremdbestimmung auf viel theoretische und literarische Gegenliebe stieß, wie die ausführliche Drexciya Exegese in Kodwo Eshuns “Heller als die Sonne” oder Thomas Meineckes “Hellblau” belegen. Dieses Close Reading all der kryptischen Botschaften aus Drexicyas Aquatopia durch Eshun und Meinecke füllt die Lücke, die zwischen der Klarheit der Musik Drexciyas und der bewussten Diffusion in der Selbstinszenierung klafft.
Eshun und Meinecke qualifizieren sich damit zu so etwas wie unautorisierten Botschaftern Drexciyas. Ihre Auseinandersetzungen sind letztendlich aufschlussreicher als Interviews, die vor allem illustrieren sollen, dass man nicht bereit ist, mit irgendwem da draußen in Kontakt zu treten.

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Elektronische Lebensaspekte.

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Back from the Abyss
Drexciya

Detroit war immer ein Geheimnis und brachte dieses Geheimnis in elektronische Musik ein, damit sie anders sein und bleiben konnte. Und man kann jederzeit nach Detroit sehen und wird feststellen, dass alles Gerede von einem Ende der grundlegenden Ideen elektronischer Musik, die immer Ideen gegen das Subjekt waren, nicht nur Unsinn ist, sondern es auch Leute gibt, die dafür sorgen werden, dass es Unsinn bleiben kann. Es interessierte nie wirklich, wer Mike Banks war, wer UR ist oder Red Planet, auch wenn einige dieser Dinge nach und nach aufgedeckt wurden, gerne genussvoll,und immer mehr Fotos auftauchten. Es wurde bis auf wenige Ausnahmen, die meist die Stadt verliessen, vor allem immer unwichtiger. Drexciya ist und bleibt eins der undurchsichtigsten, geheimnisvollsten Projekte Detroits. Das Konzept einer Welt, in der alles unter Wasser stattfindet. Ihr werdet das wissen. Eine E-Mail bei Hotmail.com war bis vor kurzem der einzige Kontakt, den wir hatten. Und als Hotmail gehackt wurde, hätten wir uns fast gewünscht, wir hätten seine Mails durchgelesen, um etwas herauszufinden über das “enigmatischste Duo Detroits” (Eshun). Man macht es dann doch nicht, die Interviewtermine fielen natürlich erst mal aus, und selbst Leute, die nur einen Kilometer weit weg wohnen, redeten von “ihm” nur noch als untergetaucht. “He’s back in the Abyss” (PrismFX, Detroiter Künstler und Coverdesigner). Genauso plötzlich und unvermutet war er dann doch wieder da, hatte eine Telefonnummer, wechselte ständig zwischen ich und wir, der “realen” und Drexciyas Welt, die sich für ihn logischerweise nicht trennen lassen und auch nicht getrennt werden müssen, und war ein ganz normaler, vor allem sehr netter Mensch, genau wie man das eigentlich erwartet hatte.

De:Bug: Wie kommt man zu so unterschiedlichen Labeln wie Rephlex, UR und Tresor?

Drexciya: Man kann es vielleicht so sagen: Wir floaten. Wenn man eine Beziehung zu Menschen aufbaut, dann mag man sie weiterentwickeln, kann sie eine Weile aufrecht erhalten, aber dann kann es sein, dass man sich woanders hinbewegt. Wir bewegen uns gegen die Regeln, und das ist die eine Sache, an die wir glauben, gegen die Regeln vorzugehen. Nicht zu tun, was uns jemand erzählt, und nicht zu tun, was uns jemand als einzigen Weg zeigt. Auszudrücken, dass wir fühlen, dass es einen anderen Weg gibt.

De:Bug: Wer sollte einem sagen, was man zu tun hat?

Drexciya: Die Industrie. Wie Frank Sinatra schon sagte, er machte es auf seine Weise, und das ist genau das, was wir auch sagen. We do it our way. Wenn wir mit anderen Record Companys dealen, dann beschäftigen wir uns mit anderen Fragmenten des Business. Sicher, man kann sagen, dass 75% der Label ihre Platten im gleichen Bereich verkaufen, aber diese 25% Rest gibt es auch. Und auf diese Weise schaffen wir uns ein grösseres Territorium.

De:Bug: Bist du jemals nach Europa gekommen?

Drexciya: Nein, aber ich plane es. Für das Jahr 2001, das das 10te Jahr sein wird, dass ich Drexciya mache. Du könntest sagen, dass es wie in einem unserer Songs ist, “The Species From The Pod”. Es braucht 10 Jahre, um etwas auszubrüten, und wenn es dann schlüpft, manifestiert es sich als eine ganz andere Spezies. Wir haben die Wasser getestet, wenn wir einen Durchgang gefunden haben, dann haben wir hier und da eine Platte released, dann wieder aufgehört, sind wieder zurückgegangen zum Labor, in die Höhle, haben überwintert. 2001 wird die Zeit sein, in der wir reisen können, aber jetzt gehe ich nirgendwo hin. Es gibt zuviel Arbeit im Laboratorium.

De:Bug: Kommen die Tracks auf “Neptune’s Lair” aus verschiedenen Zeiten?

Drexciya: Ja. Wir versuchen, mit unserer Musik etwas für jeden zu machen, 360 Grad, so dass, wenn jemand einen Track nicht mag, er vielleicht einen anderen gut finden kann. Ob Tanzmusik oder Listening, das interessiert uns nicht. Wir machen Musik, um die Gehörgänge der Menschen zu erfreuen, weil ich die Tradition aufrecht erhalten will, mit der ich aufgewachsen bin. Damals machten und hörten die Leute Musik, die sie glücklich machte. Es ging nicht um Egoprobleme oder um Geld.

De:Bug: Was für Musik war das?

Drexciya: Ich habe alles gehört. Von New Wave, Punk, Rock, Techno und HipHop, oder was es damals war, Africa Bambaataa, Newcleus und so, und es gab die P Funk Allstars, George Clinton, Jimi Hendrix, die B52’s, Wham, alles. Hier in Detroit waren wohl New Wave und HipHop Funk am wichtigsten. Das musikalische Talent dieser Zeit hat viel Energie und Arbeit in die Musik gesteckt. Es ging nicht darum, ein paar Knöpfe zu drücken. Und genau so hart wollen wir an uns arbeiten.

De:Bug: Ist es möglich, dass du in Detroit genau so wahrgenommen wirst wie hier? Sehr Low Profile, unbekannt, etwas mystisch? Die Leute sehen dich doch auf der Strasse.

Drexciya: Nein, nicht wirklich. Ich halte mich sehr bedeckt. Wir gehören zu keiner Posse, wir gehen nicht zu oft zu Partys, und wenn, dann eher mal kurz, unscheinbar, kümmern uns nicht um dieses “Zeig wer du bist”-Ding. Ich mag es nicht, diese Seite zu pushen. Ich muss es auch nicht. Es ist mir wichtiger, wenn die Leute fühlen können, worum es bei Drexciya geht. Das hat nichts damit zu tun, dass man mich oft sehen müsste. Ich will mit meiner Musik gefallen und vielleicht mit den visuellen Eindrücken, die sie schafft und die sie begleiten werden. Animierte Videos machen, um besser zu zeigen, worum es bei Drexciya geht, denn Livevideos sind ja vollkommen ausgeschlossen, schliesslich müsste man, um das wirkliche Gefühl von Drexciya zu bekommen, eine Leitung in meinen Kopf legen.

De:Bug: Wer ist denn eigentlich dein Partner?

Drexciya: Du weisst, dass ich das nicht gerne sage, aber gut, es ist Dopplereffekt. Als wir vor einer Weile Drexciya wieder mal auf Eis gelegt haben, um Research zu machen, hat er sich entschlossen, sein eigenes Projekt zu machen, und daran ist auch nichts falsch. Aber wir halten die beiden Dinge sehr stark getrennt. Vielleicht arbeite ich eines Tages auch solo, aber dafür bin ich jetzt noch nicht bereit. Drexciya kann nur mit uns beiden entstehen, denn alleine ergibt das einfach einen anderen Klang.

De:Bug: Wäre das Konzept des Wassers immer noch so wichtig, wenn du alleine arbeitest?

Drexciya: Lass es mich so sagen. Wasser ist das stärkste Element auf diesem Planeten. Wenn man die Polarkappen schmelzen würde, dann wären wir komplett überflutet, niemand könnte das aufhalten oder soviel Wasser verdunsten. Wir wären alle tot, würden irgendwo rumfloaten. Es ist das stärkste, gefährlichste, schönste, zarteste, aggressivste Element, das es gibt. Und das ist es, worum es uns geht. Wir sind aggressiv, leicht, ruhig, gewaltsam, können schön sein, rauh, hässlich und alle diese Dinge mit Musik erreichen.
Wasser ist auch dieser Ort, an dem es keine Probleme gibt, die es hier oben so anstrengend machen. Wir versuchen, diese Gewalt von Drexciya fernzuhalten. Drexciya ist eigentlich friedlich. Deshalb kommen wir auch immer wieder auf diese ruhige, friedliche, jazzige, ambiente Seite des Lebens zurück. Die militärische Sicht der Dinge, die bei UR ja sehr stark ist, ist für uns eher wie ein Reservoir. Aber nach der Reserve kommen wir immer wieder zurück zu Drexciya, um zu sein, was wir sind, Zivilisten.
Ich habe viele Leute getroffen, die, wenn sie unsere Tracks hören und den Titel dazu kennen, verstehen und fühlen können, woher wir kommen. Wir benennen unsere Tracks immer, nachdem wir sie machen. Titel geben eine weitere Dimension für die Tracks. Wenn wir Stücke machen, geht es dabei immer auch um einen Moment, den wir einfangen. Es ist alles live in ein oder zwei Takes gemacht. Wenn etwas statisches Geräusch dabei ist, dann gibt das dem Ganzen eine Signatur. Es kann niemals geremixt werden. Das ist uns wichtig, weil wir nie jemanden einen Drexciya Track remixen lassen würden. Wir würden es nicht mal selbst machen. Das zerstört die Musik, und das, was Musik sein soll. Ich hasse es. Und ich sehe, dass da Dinge passieren, die ich verachte. Remixe sind ein Agent der Segregation. Es werden verschiedene Mixe für verschiedene “Rassen” gemacht. Warum kann es nicht nur einen für alle geben, wie es früher war? Musik soll für jeden sein. Sie versuchen uns damit zu trennen. Die Musikindustrie. Und die Leute reden nicht mal drüber, all die R Kelleys und Whitney Houstons, sie wissen es wahrscheinlich noch nicht mal. Sie denken nicht darüber nach, wie der Remix benutzt werden wird und wofür. Auf den sogenannten schwarzen Radiosendern lief früher alles, aber jetzt nur noch “black music”. Das trennt uns mental, und so soll es nicht sein. Und ich werde an diesem Plan der Industrie nicht teilnehmen.

De:Bug: Aber Segregation kam zumindest vorher.

Drexciya: Ja, es gab immer Segregation, aber wir hatten versucht, sie loszuwerden. Und in gewisser Weise haben sie sie wieder eingeführt. Damals kamen die Leute wirklich zusammen. Durch die Musik. Und sie hörten alles.

De:Bug: Und das war auch immens wichtig für die Musikgeschichte Detroits.

Drexciya: Genau, es brachte Dinge in Gang. Es war mehr Spass. Und die Leute waren ruhiger, sicherer. Jetzt ist alles viel einseitiger. Tunnel Vision. Es gibt keinen anderen Geschmack mehr. Das ist nicht gut.

De:Bug: Was kann man dagegen machen?

Drexciya: Ich kann mich selber da nur raushalten. Nicht daran teilnehmen und mich verweigern. Die anderen müssen selber mitbekommen, was passiert, und aufhören mitzumachen. Vielleicht werden die Leute aufwachen, in einer Art Snowballeffect.

De:Bug: Wird es bis zur nächsten Drexciya Platte wieder so lange dauern?

Drexciya: Nein, das ist jetzt die Ruhe vor dem Sturm. Man kann es hören. Es an den Titeln sehen. Wenn du wirklich intelligent bist, und das mag ich an den Leuten, die Drexciya mögen, es sind alles Denker, intelligente Leute, dann wirst du hören, was passieren wird. Wir müssen dazu eigentlich nichts sagen. Drexciya Hörer können uns die Lyrics geben.

De:Bug: Was denkst du über den Wandel, den es bei Underground Resistance vor einiger Zeit gegeben hat, als sie plötzlich mit High Tech Funk als einer Art neuem Focus überall auftauchten.

Drexciya: Ich kann darüber eigentlich nicht reden. Ich halte mich ja eher von allen fern. Der Grund dafür ist, dass ich nicht die Vibes von anderen übernehmen will. Da bin ich sicher eigen. Aber wenn du viel mit jemandem zusammen bist, dann übernimmst du ihre Art, ihre Bewegungen und Worte. Das will ich in der Musik nicht. Ich versuche auch nicht zu verfolgen, was musikalisch passiert. Das gibt mir Energie und Frische. Ich versuche, mich selber in gewisser Weise einigen Dingen gegenüber naiv zu halten. Ich weiss es nicht, muss es nicht wissen, und ich will es nicht wissen. Das einzige, was ich wissen muss, ist, ob es dir gut geht, und du, ob es mir gut geht, und dass man sich helfen wird, wenn nicht.

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