In New York fand die WebNYC statt, eine fünftägigen Konferenz für Web Professionals. Höhepunkt war die Einführung von John Perry Barlow, dem früheren Greatful Dead Sänger und eine der Stimmen in der Deklaration der Unabhängigkeit des Cyberspace. Mittlerweile Angestellter am Berkman Center für Internet und Gesellschaft an der Harvard Law School, verteidigte Barlow die Idee von freier Information. Jeremy Abbett hat zugehört.

/internet/copyright Goldene Imperien John Perry Barlow über die Ökonomie der Ideen Für Barlow ist einer der Hauptfaktoren des Netzes das Verbreiten von Ideen. “Wir brauchen nicht länger grosse Verlage, um Ideen zu verbreiten”, so Barlows Statement. Das wirft die uralte Frage nach den Gedanken der Menschen auf, und wem diese Gedanken gehören. Werden grosse Institutionen die Ideen kaufen, oder wird das Internet unsere Gedanken verbreiten und eine Art Ökosystem der Ideen werden? Die Frage bleibt sicher offen, hätte jedoch Barlow zu entscheiden, würde es sicher einen öffentlichen Besitzes von Ideen gehen. Barlow erinnerte an die Parallele zwischen der Explosion von Ideen auf dem Netz und dem Entwurf des “Commen Sense” von Thomas Paine 1776, der zu der Deklaration der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten führte und eine besondere moralische Verpflichtung Amerikas für die Welt postulierte. Folgt man dieser Richtung, dann glaubt Barlow, dass man Macht durch das Teilen der Gedanken bekommt. Eine Ökonomie die auf Werten basiert, bei der der Wert sich aus dem bestimmt, was man noch nicht getan hat. Das bedarf wohl einer Erklärung: Teilt man gute Ideen durch eine Verbreitung in Netzwerken, dann erhöht sich der Wert mit der Erwartung, dass deine nächste Idee noch besser wird, weil die Leute planen, dass das, was du noch nicht getan hast, noch mehr wert wird. Barlow nahm als naheliegendes Beispiel seine Band The Greatful Dead: Dead Headz gehen zu den Konzerten und nehmen die Shows auf. Diese Bootlegs zirkulieren dann in der Community und erzeugen ein effektvolles Marketing, ganz umsonst und besser als es die Deads jemals machen könnten. Was kann sich Greatful Dead besseres wünschen als Bootlegs? Fans werden den Dead weit durch das Land folgen, nur um ihre Konzerte auch einmal zu sehen, von denen sie soviel gehört haben. Der Begriff des Eigentums, ist im Netz sowieso so schwer zu verteidigen ist, dass man sich von ihm verabschieden sollte: “Wir sollten das Copyright an der Schwelle zum Cyberspace anhalten”. Das Netz ist eine Beziehung zwischen den Köpfen. Es ist Information. Und Information ist für Barlow ein Verb, kein Hauptwort. Den Begriff des Eigentums auf ein Verb zu beziehen ist extrem schwer. Vielleicht, laut Barlow, wird das Netz das, was Marx und Engels anvisiert haben: Eine “Ökonomie die endlose Überproduktion erzeugt, so dass jeder davon profitiert.” Jemand im Zuhörerraum fragte Barlow wie grosse Firmen mit dieser neuen Ökonomie dealen werden. Barlow antwortete: “Grosse Institutionen sollten jungen Leuten erlauben ihr Ding zu machen, und wenn es erfolgreich ist, auch mit langem Atem.” Er glaubt daran, dass Firmen in der Zukunft mehr wie Föderationen sein werden, nicht wie Aktiengesellschaften. Wie goldene Imperien… WebNYC ist eine Konferenz, die von Miller Freeman unter dem Namen “web2000” als Serie gestartet wurde.

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Elektronische Lebensaspekte.

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