Grafiker von Flyern und Montasprogrammen können aufatmen, auch noch so verpeilte Kulturbetriebsveranstalter können sie dank des Layoutomat von Blotto nicht mehr schrecken.
Text: Jan Rikus Hillmann aus De:Bug 93

Der Layoutomat
Informationen zu Daten, Daten zu Design

Jeder Designer, der jemals für einen komplett verpeilten, verhuschten oder hyperaktiven – also ganz durchschnittlichen – Veranstalter im Theater-, Kino-, Konzert- oder Club-Business einen Flyer oder ein Monatsprogramm gestaltet hat, kennt diese Situation: Termindaten und Bookings werden bis zur letzten Sekunde vor Druckabgabe geändert und geupdated. Die Daten werden, auch nach jahrelanger Zusammenarbeit, gerne individuell als Word- oder Email-Labskaus angeliefert. In verschiedenen Versionen, von verschiedenen Ansprechpartnern. Von abgestimmten Korrekturphasen wollen wir erst gar nicht reden.
Workflow-Management ist in diesem Zusammenspiel nach wie vor ein Fremdwort, denn zum Ordnen gibt es gottlob die Gebrauchs-Grafiker, ihres Zeichens willige Dienstleister, die sich in das Schicksal monotoner und aufwendiger Routinearbeiten ergeben, die eigentlich nicht zu ihrem Job gehören. Doch Licht am Ende des Tunnels naht: Die Berliner Agentur Blotto Services schafft mit einem Schnellstart ins datenbasierte automatische Layouten, dem Layoutomat, Abhilfe: Laut Blotto funktioniert der Layoutomat “wie eine Art Daten-Waschmaschine: Dreckwäsche reinwerfen – Programm wählen – sauber, gebügelt und zusammengelegt wieder rausholen! Ist ein Wäschestück vergessen worden, wird der Waschgang einfach wiederholt.” Aber was macht das Ding nun konkret?

1. Datenerfassung, Sortierung und Korrektur im Autorentool:
Der Layoutomat ist erstmal ein Programm zur automatischen Erzeugung von formatierten Texten für Veranstaltungsprogramme auf der Basis einer Filemaker-Datenbank. Über eine Eingabemaske mit Kalenderfunktion, die es als kostenlose Freeware gibt, werden Veranstaltungsdaten erfasst und verwaltet. Eine kleine feine Eventdatenbank also, in die man Termine und Veranstaltungsorte ordentlich und strukturiert eintragen und sortieren kann. Was alleine diese strukturierte Arbeitsweise an Erziehungspotential ausmacht, ist enorm.

2. Formatierung,Korrektur, Textsatz, automatisches Layouten im Designertool:
Die Vollversion mit den Design-Editiermöglichkeiten erzeugt dann vollständig formatierten Text im InDesign-Tagged-Text-Format oder in XPress-Formatmarken-Text. Ebenso ist die Ausgabe als Tabelle, als Text-Manuskriptdatei oder im internen XML-Austauschformat möglich. Das gilt natürlich auch für Web-Applikationen.

Blotto denkt dabei an fast alles: An die Erzeugung einer Datumsleiste mit korrekter Tagesbenamung, automatische Umformatierungen für Wochenenden oder Premieren. Auch ausgefallene Designvorgaben sind individuell umsetzbar. Linien, farbige Hinterlegungen und sogar Tabellen werden automatisch durch Verknüpfung mit Quark oder Indesign erzeugt. Trotz aller Automatisierung können die importierten und formatierten Daten im Layoutdokument vom Designer individuell bearbeitet werden. Es gibt drei Funktions-Level, die so genannten 30°-, 60°- oder 90°-Waschgänge des Layoutomaten:
Im einfachsten Fall erhalten die Veranstalter für ihre Programme ein bequemes, datenbankgestütztes und dazu kostenloses Eventplanungsinstrument.
Dann können sie die Daten über ein eigenes XML-Austauschformat dem Layoutomaten ihres Gra1kers übergeben, der sie in formatierten Text übersetzt. Es können aber auch individuell eingerichtete so genannte Designsets zugekauft werden. Gra1ker können somit beliebig viele selbst erstellte oder importierte Designsets verwalten, d.h. Sammlungen von Stilvorlagen und Ausgabeschemata, die es ermöglichen, aktuelle Daten in ein vorgegebenes Design zu übersetzen.
Dazu gibt es eine integrierte Programmierumgebung, die schon die meisten benötigten Textbausteine anbietet. So lässt sich das Ausgabeschema durch das Schreiben einer einzigen Textformel erstellen.
Wir wünschen uns noch einen automatischen Deadline-Melder mit integrierter minutengetakteter Budget- und Druckpreis-Erhöhungsfunktion.

Und welchen Ein1/4uss hat die Automatisierung auf das Design und das Berufsbild des Gra1kers? Zuerst einmal: Der Einzug von datenbankgestütztem Design ist nicht neu. Das, was im Editorial- und Webdesign schon fast Standard ist, nämlich die Arbeit in und mit Redaktionssystemen, findet hier eine kleine, aber feine Lösung, die ihren schlagkräftigsten Teil im Autorentool hat. Denn Informationsstrukturen zu standardisieren, schafft Raum und Zeit für bessere Ideen. Auch im Kulturbetrieb.

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Elektronische Lebensaspekte.

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