Herbstzeit ist Update-Zeit: Ableton rockt mit der Version 6 von Live immer mehr in Richtung DAW. Den User freut's.
Text: Benjamin Weiss aus De:Bug 107

Musiktechnik

Ableton Live 6

Neue Plugs & Instrumente
EQ 8 heißt der neue Standard-EQ in Live 6, der acht Bänder bietet und schon mal deutlich besser klingt als sein Vorgänger. Neben normalem Stereo- oder Monoeinsatz kann man ihn auch zum selektiven Equalizen des linken und rechten Kanals oder der Seiten und Mittenanteile des Signals nutzen. Dynamic Tube ist ein weiterer Röhrenverzerrer, der nichts falsch macht, aber auch nicht wirklich vom Hocker reißt. Sehr effektiv dagegen der aufgebrezelte Saturator: Er hat einen Waveshaper bekommen, der sich auch editieren lässt und ziemlich außergewöhnliche Verzerrungen ermöglicht. Operator hat ein paar neue 24dB-Filter bekommen und zwei weitere FM-Algorithmen. Schließlich kommt jetzt auch Simpler mit einer kleinen Library, die diverse Orchesterinstrumente, Keyboards, E-Gitarren und ähnliches bietet.

Sampler
Nach dem Muster von Operator, den man ja einzeln kaufen muss, gibt es nun auch einen deutlich erweiterten Sampler. Er unterstützt die Formate Akai S1000/3000, EXS 24/Garage Band sowie Soundfont, Kontakt und Gigastudio. Vielfältig modulierbar, unter anderem auch mit einem eigenen Modulationsoszillator und einem morphfähigen Multimodefilter, kann er deutlich mehr als sein kleiner Bruder Simpler, deswegen in der nächsten Ausgabe ein ausführlicher Test.

Racks
Racks sind ein recht interessantes Konzept: Mit ihnen kann man sich Kombinationen aus Instrumenten und Effekten (egal ob VST, AU oder die internen von Live) zusammenstellen. Diese lassen sich dann mit acht Macros in Form von Drehreglern bedienen, wobei auch mehrere Parameter verschiedener PlugIns auf ein Macro gelegt werden können. Racks können auch aus anderen Racks bestehen, so dass sich diverseste Kombinationsmöglichkeiten ergeben.

Verbesserungen
Jede Menge Details sind verbessert worden, was ja gern in der Flut von Neuem untergeht, aber bei einem Update eigentlich immer wichtig ist. Komplett überarbeitet und übersichtlicher gestaltet wurden zum Beispiel die Preferences.
Warp Marker können jetzt auch gemeinsam angewendet werden, wenn man zum Beispiel gerade mühselig einen Clip gewarped hat, kann man diese Warpmarker auch auf andere Clips anwenden. Ebenso verhält es sich mit dem Tempo Master Clips. Der Mixer ist nun endlich auch vergrößerbar und bietet bei Track-in-Track-Routings mehr Möglichkeiten: Pre FX, Post FX und Post Mixer. Hatte ich schon erwähnt, dass es jetzt auch einen sogar gut funktionierenden automatischen Latenzausgleich gibt? Sehr angenehm das. Und dass man jetzt auch alle Tracks eines Arrangements gleichzeitig exportieren kann? Auch nicht schlecht. Lange hat es gedauert, aber Live 6 importiert Quicktime, so dass man mit Videos arbeiten kann, die sich per Warp-to-Picture zum Sound synchronisieren lassen.

Controller Support
Instant Mappings heißt bei Live 6 das, was Novation mit seiner Remote SL vorgemacht hat: Abhängig vom gerade selektierten Fenster/Plug/Track werden bei von Live unterstützten Controllern automatisch die entsprechenden Parameter gemappt, ohne dass man sich selbst darum kümmern müsste.

Insgesamt ist Live mit dem Update nicht nur schneller, sondern auch deutlich übersichtlicher und stringenter im Workflow geworden. An diversen Ecken und Kanten wurde erfolgreich abgeschliffen, das GUI verbessert und renoviert, aber auch die Neuerungen wie die Racks sind keine Feature-Huberei, sondern allesamt nützlich. Lohnendes Update.

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Elektronische Lebensaspekte.

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