Pioneer macht seinem Namen alle Ehre. Mit dem scratchbaren DVD-Mixer DVJ-X1 betreten sie absolutes Neuland. Die Pfadfinderei, bekannt für ihre Grafiken für BPitch und ihre Clubvisuals in allen Clubs der Welt mit guter Musik, konnten einfach nicht ihre Hände von der Kiste lassen. Ihr Report.
Text: Pfadfinderei aus De:Bug 85

Das Händlein an der Waage

Na dann, das Logo bedürfte längerer Ver- und Abhandlung, und so nehmen wir uns mal nur das Produkt. Der Name ist bei Pioneer Programm. POWER.
Endlich steht da, im Jahre 2004, ein scratchbarer DVD-Player, ganz nach dem Vorbild seiner Audio-Brüder und -Schwestern. Der DVJ-X1. Das, so finden wir, ist ein bemerkenswerter Pfad, der hier eingeschlagen wird – schickt sich doch Pioneer hiermit an, eine vollkommen neue Gruppe der Alleinunterhalter ins Leben zu rufen – den DVJ. CUE.
“Hurra”, ruft da der Veranstalter, “das lob ich mir.” Ist doch der DVJ in Zukunft in der Lage, sowohl die Audio- als auch Videospur in Echtzeit zu pitchen, scratchen, loopen, reversen und Rewinds abzufeiern! START.
Das bedeutet im schlimmsten Fall: Von Beyonce über Justin bis hin zu Britney lassen wir in Diskotheken die Püppchen tanzen, und wenn es nicht rockt, schauen wir halt auch mal auf den Arsch. PAUSE.
Nein, nein, nein schallt da das Sample, so haben es die Entwickler bestimmt nicht in die Schale legen wollen, denn viel mehr ist anvisiert, der gegenwärtigen Entwicklung der DJ- und VJ-Kultur eine neue Platt- und Ausdrucksform zu geben. Schaut man sich die Strömungen und Veröffentlichungen der letzten Monate fern vom Mainstream an, so zollt Pioneer hier auf seine Weise großen Respekt. REWIND.
Der DVJ könnte allein mit dem Video-Bonus-Material von Alben, den DVD-Compilations sowie VJ-Tracks ein vollkommen neues Dancefloorset zusammenstellen, das in seiner Audio- und Videovielfalt an nur einem Abend viel versprechenden Spaß garantiert. PITCH.
Auf der anderen Seite ist die Vorstellung, Kid Koala oder Lesser suchen nicht mehr in versteckten Plattenläden, sondern um die Ecke in der DV-Thek nach ihren Schätzen, auch ein toller Aspekt. Aus diesen zerren sie sich dann ihre Lieblingssounds und Samples incl. Bildmaterial, erweitern noch mit ein paar Loops und Animationen ihre Selbstgebrannten und schon geht’s los. Denn der DVJ-X1 unterstützt alle gängigen CD- und DVD-Formate.
Das ist unerhört und ungesehen – wir freuen uns darauf und Hexstatic gleich mit. CUE.
Sollte dann dem DVJ vor dem Eindruck der überzeugenden Echtzeit-Performance doch mal die Puste ausgehen, so kann er, neben seinen bis zu 500 vorbereiteten Cuepoints ruckizucki den Notfall-Loop aus 4 Beats anschmeißen. “Play it again, Sam!” LOOP 2.
Jetzt fragt sich der Kenner, wie das in der Wiege der Nacht ausgewogen selected und gemixt wird. Auch hier will Pioneer neue Pfade finden und in naher Zukunft einen BattleMixer für Audio/Video in einem Gerät integrieren. Dieser wird auch die Faderstart-Funktionen des DVJ-X1 ansprechen. PAUSE.
Für den guten Mix empfiehlt es sich noch, zwei Vorschaumonitore anzuschließen, auf denen unabhängig vom RCA/SVHS Ausgang alles an die exakte Position gebracht werden kann.
Alles in allem ist das Gerät ein Meilenstein, der obendrein auch noch dem Laptopklau einen Fader vorschiebt: Das Gerät bringt im Duo ohne Case schon14 Kilo auf die eigene Waage. POWER.

Eine Frage bleibt: Welche Bank gibt dem DVJ Credit?

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Elektronische Lebensaspekte.