Das Ende der Zukunft der Raumfahrt

Bild: Jared Tarbell

Bild: Jared Tarbell

Ihr kennt das Bild. Eine Ära geht zu Ende. Die Hoffnungen der Menschheit, auf dem Rücken des Space Shuttles das All zu erobern, endet mit der Landschildkrötenreise in den Hangar – sensationell unwürdig und auf der ISS sitzen die Astronauten ohne NASA-Rückflugticket. Derweil machen sich Android und Angry Birds zusammen mit Red Bull auf die Marketingreise der privaten Weltalleroberung und SpaceX schickt seine Dragon-Kisten gleich hinterher. Statt Neil Armstrongs “giant step for mankind” schwebt über der privaten Raumfahrt das Motto des Schallmauerdurchspringers Felix Baumgartner einer “gemäßigtenDiktatur” des Sponsorings.
Alles Marke im All? Moment, da war doch noch was. Genau, die Marslandung des neugierigen Rovers, Supermediennerdhype des Jahres. Nein, nicht bemannt genug? Hat nur zum Bürgermeister- Check-In auf dem roten Planeten (Boah ist der rot, Mann!) und zur Kür des sexiest Mohawk-Nerds gereicht? Sensationeller vielleicht: Die NASA hat nach 20 Jahren (Teile davon sind 40 Jahre altes Design) endlich einen neuen Raumanzug gebastelt. Da muss doch wer reinsteigen dürfen, irgendwann. Zur Zeit aber wird auf kleiner Flamme gekocht und man orientiert sich lieber an Red Bull. Mainframes rauswerfen, Facebook-Apps anschalten, Entertainment großschreiben, kleine Legoroboter basteln, 3D-Printer testen, Krebsvorsorge im All. Ob 2016, wenn der erste Space-Shuttle-Nachfolger Orion wieder NASA-Dienstlinge ins All schickt, nicht längst die private Raumfahrt interstellare Solarsegelkreuzfahrten owenigstens Mondrundflüge ins Programm genommen hat, ist unabsehbar. Selbst die Raumfahrt-Müllentsorgung auf der Erde ist inzwischen Privatsache, nachdem Amazon-Chef Jeff Bezos Apollo-11-Trümmer vom Grund des Ozeans geborgen hat. Immerhin war die NASA erster Wahlgewinner, nachdem das Schreckgespenst des staatsfeindlichen Budgetkillers Romney vom Tisch war: Bemannte Mondstation im nächsten Jahrzehnt? Check! 2025 auf einen Asteroiden hüpfen? Check! Mars für Männer bis 2030? Check! Finanzierung unsicher. Man spekuliert sogar schon darauf, dass während Obamas nächster Amtszeit endlich die Aliens anklopfen und den Weg für eine Weltregierung bahnen, unsere, deren, wen kümmert’s, solange sie uns für ein paar Paletten Red Bull unerschöpfliche, grüne Energiequellen liefern (und ver- gessen, das Dosenpfand einzulösen).

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Elektronische Lebensaspekte.

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