The universal Toy – Sherman Filterbank der Jim Nur ein Spielzeug ist die SHERMAN “Filterbank” trotz eingebautem Spaßfaktor sicher nicht. Vielmehr liegt die Betonung auf universell. Denn ob man nun Synthie, Drumcomputer, Sampler oder Gitarre durchjagt, das Ergebnis gehört fast immer zu Kategorie “… where no man has gone before.” Und so hat sich das kleine belgische Unternehmen mit dem einen Produkt einen Namen geschaffen, der mittlerweile über den Undergroundbereich hinaus reicht. Die User-Liste reicht von den Chemical Brothers bis hin zu Madonna. Doch nun zur Maschine selbst: Die Filterbank hat ein solides, livetaugliches Metallgehäuse in Pultform. Mit zwei Winkeln läßt sie sich ins Rack schrauben, und zwar in drei verschiedenen Positionen. Die Drehpotis haben einen angenehmen Abstand zueinander und sind farbig auf die verschiedenen Funktionsbereiche abgestimmt. Rückseitig lächelt uns eine ganze Batterie von Anschlüssen an: Audio-ln, 2x Audio-Out, MlDI-ln & -Out sowie 3x Thru und mehrere Modulations- und Triggerein- & ausgänge. Der Sound, der durch die Filterbank geschickt wird, hat eine Menge zu durchleiden, bis er veredelt wieder am Ausgang das Tageslicht erblickt und die Boxen in Schwingungen versetzt. Das beginnt damit, daß er am Eingang schon herb übersteuert werden kann, bevor er in Filter-1 gelangt. Dort bleibt ihm nur der vom User vorgegebene Weg durch Tief-, Band- oder Hochpassfilter, welche stufenlos überblendbar ausgelegt sind. Doch schon hier kann man von dem Sound einen Teil abzweigen, um ihn über den FM-Regler zur Modulation des Filters zu benutzen, sofern kein anderes Signal am separaten FM-Eingang geplugt ist. Das kann sowohl ein anderer Synthie als auch beispielsweise ein LFO eines mehr (Doepfer A 100) oder weniger (Korg MS-20) modularen Systems sein. Selbst eine Drummachine ist da nicht undenkbar. Natürlich hat die Filterbank einen eigenen LFO, der vom Minuten- bis in den Audiobereich schwingt und in der Modulations-tiefe geregelt werden kann, sowohl um den Nullpunkt als auch nur positiv. Doch zurück zum Filter. Ebenfalls abgeleitet oder extern getriggert wird die Filterhüllkurve, welche die Cutoff-Frequenz steuert. Positive und negative Auslenkung ist möglich. Und schnell genug für Elektro-Percussion Sounds ist sie auch. Die Resonanz reicht hin bis zur Eigenschwingung des Filters, das dann nur noch getriggert werden muß. Abschließend gibt es noch ein nachgeschaltetes Notch-filter, um den jeweiligen Modus zu verstärken. Es wird auch mit dem Begriff “Power” bezeichnet; damit sollte diese Funktion genügend beschrieben sein! Jetzt könnte man eigentlich den Sound schon wieder an die Außenwelt schicken, was auch via Out-1 geht. Es muß nur noch der VCA durchlaufen werden, der von einer einfachen Attack/Release – Hüllkurve kontrolliert wird. Und schon wieder wird von dem Signal etwas abgezweigt, diesmal für Amplitudenmodulation, welche – wie sollte es anders sein – auch von einer anderen Soundquelle gespeist werden kann. Außerdem kann man der AR-Hüllkurve mit separaten Triggersignalen zusetzen um z.B. Gater-Effekte zu realisieren. Aber soweit sind wir noch gar nicht. Das zweite Filter ist ja auch noch da. Vom Aufbau her sind die beiden identisch. Die Filterfrequenz kann jedoch gesynct werden, d h. der Cutoff-Knopf von Filter-1 steuert beide Filter in einem bestimmten Intervall, von 1:1 bis 4 Oktaven darunter. Das ist bei seriellem Betrieb äußerst nützlich um einen 24db-Tiefpass zu steuern. Aber auch bei Parallel Schaltung rnit zwei Bandpässen profitiert die zweite Hand davon, die nun für andere Knöpfe frei ist. Das Signal von Filter-2 liegt immer am Main-Out an Der Ausgang von Filter-1 in der Grundschaltung auch, es sei denn, Out-1 ist gestöpselt. War s das? Nein! Es gibt da noch zwei nette Buchsen, die mit Link-ln und Link-Out betitelt sind. Hiermit ist die Verkopplung mehrerer Filterbänke möglich. So kann man für den Stereobetrieb zwei Bänke mit nur einem Knopf regeln oder diese Link-Steuerung für ein 48db-Filter nutzen. Die ADSR-Hüllkurve ist ebenfalls noch mit einer Out-Buchse versehen. Und MIDI gibt’s auch noch. Von Hause aus wird auf Kanal 16 empfangen, es können aber auch alle anderen Kanäle eingestellt werden. Steuerbar sind: beide Cutoffs & Resonanzen, die Modulationstiefen von FM & AM, die Parameter beider Hüllkurven (außer Sustain), außerdem die Hüllkuventrigger und die Lautstärke. Die Hüllkurventrigger sind die einzigen Signale, die MlDI-Daten ausgeben können. Wofür? Man nehme einen Drumloop o.ä., zeichne die Triggerdaten im Sequenzer auf und kreiere seine eigene Variation davon. Womit wir dann auch bei den Einsatzmöglichkeiten der Filterbank wären. Als erstes natürlich nachzuschalten hinter jeden Synthesizer oder Sampler, mit dessen Filter man noch nie zufrieden war. Sehr ergiebig ist natürlich obertonreiches Material, wie es FM-Synthies (Yamaha s DX-Familie) liefern. Aber die resonanzlosen KORG-Babys wie M-1, 01W und Wavestation werden in völlig neuem Glanz erstrahlen. Durch die oben beschriebenen Modulationsmöglichkeiten ist das klangliche Ergebnis wesentlich interessanter als bei vielen anderen Filtern, die lediglich einen Tiefpass zum Auf- und Zudrehen haben. Die Variabilität der Filterbank läßt den Spaß an ihr nicht so schnell vergehen. Über die Möglichkeit der Hüllkurventriggerung hat man dann auch noch einen Envelope Follower zur Verfügung. Also ran mit der Drummachine oder den Loops aus dem Sampler. Jede Pegelspitze löst die Filter-ADSR aus und verändert somit rhythmisch den Sound. Diese Patch kann man natürlich auch nur zum Triggern nehmen, während am Audio-In ein Synthie geplugt ist, dem nun die Drum-Struktur aufgeprägt wird. Einzig der DJ ist dazu verdammt, wegen seiner permanenten Stereophonie, Kompromisse einzugehen. Es sei denn, er verkoppelt zwei Exemplare. SHERMAN verspricht also nicht zuviel mit dem Slogan: “The univeral toy, that turns your set-up into an inspiring laboratory. Fun & satisfaction guaranteed !” Info: http://www.ping.be/sherman Vertrieb: Sound & Sync Berlin, Tel: 030 536384/33, Fax -19 Preis: 1245,- DM

About The Author

Elektronische Lebensaspekte.

Leave a Reply