Fünf Jahre Skunkrock Productions. Das Label, das einst aus Ludwigsburg gen London zog und mit Alley Cat kalifornische DJ-Verstärkung bekam, hat sich mittlerweille prächtig entwickelt. Zeit, das Jubiläum mit einer schönen Werkschau gebühren zu feiern. De:Bug gratuliert.
Text: Heike Lueken aus De:Bug 64

”Es ist einfach eine etwas andere Geschichte, als Amerikanerin, die mit den Jungs von einem deutschen Label in London wohnt. Das macht die Sache irgendwie interessanter für andere Leute”, gab Alley Cat im De:Bug-Interview im Januar 2000 zu Protokoll. Interessant ist es nicht nur für andere geblieben, schon eher hektisch, wenn man sieht, was Alley Cat seitdem alles geschafft hat: Im Oktober letzten Jahres ist sie Mutter geworden, hat sich bis kurz vor der Geburt kaum vom Auflegen abhalten lassen und das im direkten Anschluss eigentlich auch fortgesetzt, häufig zu vielen internationalen Gigs im Namen von Skunkrock unterwegs, hosted seit kurzem eine Webradio-Show und wird diesen Winter gemeinsam mit Native Minds auf Reinforced veröffentlichen. Zusammen mit Labelchef und Ehemann Mark Bauer kommt bei Skunkrock dieses Jahr einiges ins Rollen: Zum fünfjährigen Bestehen erscheint die ”Crowd Control EP”, zu der es eine gleichnamige internationale Tour unter der Führerschaft von Alley Cat geben soll, im Oktober folgt die Mix-CD gleichen Namens. Crowd Control als Ziel? Alley Cat gab im Email-Interview Auskunft:

DEBUG:
Was hat dich zu den Mixen auf der CD inspiriert?
ALLEY CAT:
Ich finde, dass Drum and Bass eine Musik ist, die am besten im Mix funktioniert. Das Mixing hat mich am meisten inspiriert und herausgefordert. Ich hatte ja nur eine limitierte Anzahl von Tracks, die ich so gut zusammenmixen musste, dass mich das Endprodukt voll überzeugte und hoffentlich auch die Hörer begeistern wird. Es war harte Arbeit, nicht zuletzt, da ich im Gegensatz zu vielen anderen wirklich nur mit meinem DJ-Setup und nicht mit Computern usw. gearbeitet habe.

DEBUG:
Wie seit ihr auf ”Crowd Control” gekommen? Und was ist der Unterschied zur ersten Mix-CD ”No Formalities”?
ALLEY CAT:
Der Name ”Crowd Control” ist uns einfach so in den Kopf gekommen. Er hat einen netten Flow und dazu noch eine Bedeutung, wenn man bedenkt, was für einen Einfluss der DJ über die Crowd haben kann, wenn er seinen Job richtig macht. Diese CD folgt dem gleichen Konzept wie “No Formalities”, mit dem Hauptaugenmerk auf den Skunkrock-Katalog. Allerdings verarbeite ich diesmal nicht Tracks der letzten 2-3 Jahre, sondern nur die neuesten unserer Releases und darüber hinaus noch zwei exzellente Bonus-Tracks, von Digital & Spirit und Total Science. Es ist auf jeden Fall eine sehr abwechslungsreiche Trackselektion, die nicht nur in eine Richtung geht, was ich auch als DJ zu erreichen versuche, sei es mit Skunkrock-Tracks oder denen anderer Labels.

DEBUG:
Wie kann man all das, was du gerade machst und das letzte Jahr gemacht hast, unter einen Hut kriegen?
ALLEY CAT:
Das letzte Jahr war schon ziemlich verrückt, wenn ich bedenke, dass ich noch vor 12 Monaten mit einem riesigen Bauch zu Hause gesessen und auf die Geburt meiner Tochter gewartet habe. Das alles hat mich schon sehr verändert, nicht nur physisch, auch emotional. Nun da meine Tochter 11 Monate alt ist, beginne ich endlich wieder, mich wie mein altes “Ich” zu fühlen, und sogar noch besser, mit dem süßen Mädchen in meinem Leben. Natürlich musste ich das DJing für einige Monate unterbrechen, habe jedoch versucht, diese Zeit mit Auftritten bei Web- und Pirate-Radios in London zu überbrücken.

DEBUG:
Wie kann man im 7. Monat noch auflegen? Hat das gut funktioniert und euch beiden noch gut getan?
ALLEY CAT:
Physisch war das für mich kein Problem, auch wenn ich wahrscheinlich ziemlich lächerlich ausgesehen habe. Ich habe das aber dennoch alles genossen und erst im letzten Trimester vor der Geburt das Auflegen spürbar reduziert. Ich bin normalerweise sofort nach meinem Auftritt wieder aus dem Club raus. Einmal wurde ich auch gefragt, ob die Vibrationen der Basslines das Ungeborene nicht gefährden, aber natürlich ist dem nicht so, da es sich in der Fruchtblase befindet. Der Arzt, den ich dazu befragte, war vielmehr um die Gesundheit meiner Ohren besorgt!! Wie auch immer, inzwischen tanzt die Kleine, wenn sie Musik hört, so dass das alles wohl eher einen positiven Einfluss hatte.

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Elektronische Lebensaspekte.

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