Text: Anton Waldt aus De:Bug 43

Welt am Chip:

Seniorenheim mit Roboter-Betreuung
Auf der ersten großen Messe für Unterhaltungsroboter, der Robodex [Roboter Dream Exhibition] 2000 in Japan, hat Matsushita [Panasonic] angekündigt, im Dezember 2001 in der Provinz Osaka ein Hightech-Pflegeheim zu eröffnen, in dem jedes der 103 Zimmer mit sprechenden Roboterhaustieren und Internetanschluss ausgestattet werden soll. Sony-Vizepräsident und “Aibo”-Erfinder, Toshitada Doi, meinte dazu, dass “die Metallwesen den Menschen Seelenfrieden geben und ihre Sorgen lindern können”.

PCs als Ursache für “Behinderung” von Kindern
Britische Wissenschaftler warnen davor, dass das bekannte RSI-Syndrom [Repetitive Strain Injury, Bewegungsschmerzen durch Bildschirmarbeit] bei kommenden Generationen Schäden in bislang nicht gekannten Dimensionen auslösen wird. Da derzeit die erste Generation heranwächst, für die stundenlanges Spielen oder Arbeiten am Bildschirm zum Alltag gehört, ist laut den britischen Medizinern mit zahlreichen Fällen von schweren Gesundheitsbeeinträchtigungen bis hin zu Behinderungen zu rechnen. Bislang ist die Auswirkung von RSI auf Kinder allerdings nicht einmal ansatzweise erforscht, so dass derzeit keine gesicherten Aussagen getroffen werden können. Die britischen Mediziner sind trotzdem alarmiert, da sich in letzter Zeit Fälle von sehr jungen RSI-Patienten häufen. Wie sich RSI auf die weitere Entwicklung dieser Kinder auswirken wird, soll jetzt genau untersucht werden.

Affenhirn steuert Roboterarm
Die Idee, Gedanken via Elektroden im Gehirn in Steuerinformationen für Rechner oder Maschinen einzusetzen, wird schon seit geraumer Zeit verfolgt und zahlreiche Experimente mit Tieren und sogar am Menschenhirn [Als Sehhilfe] haben schon bescheidene Erfolge gebracht. Mit einem Affen, dessen Gehirnaktivitäten einen Roboterarm steuern, ist es Wissenschaftlern jetzt gelungen, erstmals differenziert die Bewegung des gesamten Arms und der Finger zu analysieren und maschinell zu reproduzieren. Greift der Affe auf einem Tablett nach einem Fruchtstück, führt der Roboterarm relativ exakt die gleiche Bewegung aus. Der Schlüssel zum Erfolg beim aktuellen Experiment mit dem Affen liegt in der Auswertung der Datenmassen, die von den Elekrtoden im Gehirn gemessen werden. Da die Funktionsweise des Affengehirns bislang nur rudimentär verstanden wird, können die Sensoren auch nur sehr ungenau in Bereiche implantiert werden, die für die Motorik verantwortlich sind. Die Analyse der Hirnaktivitäten beim Greifen nach einem Gegenstand erforderte zahllose Wiederholungen der Bewegungen, wozu ein Tablett mit vier Flächen benutzt wurde. Inzwischen haben die Wissenschaftler die Auswertungssoftware so weit verfeinert, dass sie das Greifen auf den vier Feldern und die verschiedenen Phasen der Bewegung unterscheiden und dadurch mit dem Roboterarm reproduzieren können.

Fisch-Hirn steuert Roboter
Im Londoner Science Museum ist derzeit ein Roboter zu sehen, der sich mittels eines Fisch-Gehirns in Richtung von Lichtquellen zubewegt. Für das Experiment haben Forscher der Northwestern University, Chicago, die Hirnareale, die für den Gleichgewichtssinn zuständig sind, mit den Impulsen von Lichtsensoren verbunden. Wenn das Fischgehirn “richtig verkabelt” ist, führen die eingehenden Signale vom Lichtsensor zu messbaren Steuersignalen, die den Roboter auf die Lichtquelle zubewegen. Für das Experiment wird das Gehirn einer “Lamprete” – auch “Neunauge” genannt – verwendet.

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Text: anton waldt aus De:Bug 33

welt am chip: Roboter Affenroboter turnt im Wald Ein Team der Nagoya-Universität hat zur Erforschung komlexer Bewegungsabläufe einen Roboter-Affen konstruiert, der sich von “Ast zu Ast” hangeln und klettern kann. Der Affen-Bot hat 14 motor-gesteuerte Gelenke, er verfügt über eine Stereo-Optik, deren Bild sechzigmal in der Sekunde upgedatet wird, seine Bewegungen werden von einem integrierten Rechner gesteuert. Wirklich bemerkenwert am Roboter-Affen ist seine Lernfähigkeit. Mit relativ einfachen Informationen über sein Schwingverhalten optimiert er im Trial-and-Error-Verfahren seine Bewegungen, bis er sein aktuelles Ziel erreicht hat – also die Sprosse einer Leiter oder mit einem seiner “Hände” einen neune “Zweig” zu erreichen. Ziel der bisher 15-jährigen Forschungen des Fukuda-Teams dürfte weniger die Schaffung zukünftiger Roboter für den praktischen Einsatz sein, die sich durch ihr Arbeitsgebiet schwingen und hangeln, als neue Erkenntnisse über selbsttätige Optimierungsprozesse. Fukuda Lab www.mein.nagoya-u.ac.jp/ Roboter sucht selbstständig Meteroiten Der Roboter “Nomad”, eine Entwicklung der Carnegie Mellon Universität und der NASA, wird nach erfolgreichen Test in mehreren Wüstengebieten zukünftig selbstständig in der Antarktis nach Meteroitengestein suchen. Neu an der Mission ist, dass Nomad gefundene Steine eigenständig untersucht und klassifiziert. Im letzten Sommer hat Nomad in Chile mit 215 Kilometern selbsttätig zurückgelegter Wegstrecke einen Roboter-Rekord aufgestellt. Nomad wird systematisch ein vorgegebenes Gebiet absuchen, dabei fährt er in Schleifen wie beim Rasenmähen. Über optische Sensoren macht er Gestein aus, das dann über ein Massenspektrometer auf seine Zusammensetzung getestet werden. Ist ein Gesteinsbrocken seiner Zusammensetzung nach eventuell ausserirdischen Ursprungs untersucht Nomad das Objekt eingehender und entnimmt eventuell eine Probe. Der Fundort wird dann an die Forscher gefunkt, damit der Stein später eingesammelt werden kann. Sollte sich das System bewähren, hat Nomad gute Chancen zukünftig an Weltraummissionen teilzunehmen. Nomad img.arc.nasa.gov/Nomad/tech_info/physical.html Robo-Altenpfleger als Helfer und Unterhaltung Wissenschafter der Universität Pittsburgh haben einen Roboter namens “Florence” entwickelt, der alten und chronisch kranken Menschen im Alltag helfen und gleichzeitig wie ein “Furby” als maschinelle Gesellschaft dienen soll. Florence soll als eine Art Krankenschwester ihre Patienten auf Schritt und Tritt begleiten und etwa daran erinnern, Medikamente zu nehmen oder Arzttermine einzuhalten. Florence ist etwa 1,50 Meter gross, kann sprechen und sich eigenständig auf Rollen fortbewegen. Auf dem Korpus ist ein Bildschirm angebracht, darüber ein freundlich blickender runder Kopf mit grossem roten Mund und blauen Kugel-Augen. Florence kann laufend Gesundheitsparameter wie Blutdruck und Herzfrequenz kontrollieren, um im Falle eines akuten Problems per E-Mail den Arzt zu verständigen. Auf Anweisung kann der Bot auch Konserven und Medikamenten-Packungen öffnen, oder Geräte wie Kühlschrank und Waschmaschine. Über den Bildschirm kann der Roboter für den Patienten direkten Kontakt zu seinem Arzt herstellen. Nicht zuletzt wollen die US-Forscher herausfinden, ob ein Roboter dazu beitragen kann, die Vereinsamung vieler alter Menschen zu verhindern. WICHTIG: filesharing: futurezone, immer frische IT-News http://futurezone.orf.at

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Text: waldt aus De:Bug 35

Welt am Chip: roboter Anton Waldt waldt@lebensaspekte.de Roboter erobern Aquarien Der japanische Spielzeughersteller Takara hat auf einer Messe in Tokio eine Reihe von schwimmenden Robotern für Aquarien vorgestellt. Im Angebot sind zunächst ein Fisch, ein Hummer, eine Krabbe und eine Qualle für jeweils rund 140 Euro. Die Wasser-Bots schwimmen nach ersten Berichten authetisch träge durchs Aquarium, ihre Chipsteuerung verhindert zu häufige Kollisionen mit anderen Fisch-Bots oder den Glaswänden. Ob und wann die Roboter in Europa auf den Markt kommen, wurde bisher von Takara nicht bekannt gegeben. Gadget-Mad in Japan Der japanische Markt für Spielzeugroboter explodiert derzeit förmlich, dabei sind neben unzähligen Hunden und Katzen momentan Furby-Varianten wie der Ubu-Love von Takara und Bots mit Alarmfunktionen starke Trends. Der ”CU” ist eine Art Buttler, der – vor der Tür platziert – entweder Gäste begrüsst oder im Alarmmode mit Licht- und Soundsignalen vor Eindringlingen warnt. Er kommt im September für 30 Euro auf den japanischen Markt. Der ”Co-Pan” von Takara [Nebenstendes Bild] erfüllt diese Funktionen eher nebenbei: Er kann dazu vor Feuer und starker Qualmentwicklung warnen [Über Geruchs- und Temperatur-Sensoren], selbstständig Rettungsdienste alarmieren [Die Polizei im Fall eines unerwarteten Eindringlings bzw. die Feuerwehr bei einem Brand] und als Anrufbeantworter agieren. Der “Co-Pan” kommt im Dezember auf den japanischen Markt und wird etwa 1.900 Euro kosten. 3.000 Roboter-Bojen für globale Klimavorhersage Die Vorhersage von Klimaveränderungen hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab: Den Ausgangsdaten und deren Verarbeitung. Während in den letzten Jahren bei Letzterem große Fortschritte erzielt wurden, hängt die Datenerhebung vor allem in den Klima-bestimmenden Ozeanen deutlich hinterher. Ein ambitioniertes Projekt names “Argo” soll dies jetzt ändern: Geplant ist eine Flotte von 3.000 Roboter-Bojen, die sich über fünf Jahre hinweg selbständig in den Ozeanen bewegen und Temperatur- und Strömungs-Daten via Satellit übermitteln. Eine einzelne Robo-Boje wird rund 7.200 Euro kosten, sie bestehen aus einem Zylinder von einem Meter Höhe und einer ebenso langen Antenne. Sie verfügen über Pumpen, die ein kontrolliertes Sinken und Aufsteigen ermöglichen. Im Betrieb sollen die Bojen jeweils auf 1.500 bis 2.000 Meter in die Tiefe sinken, dann für zehn Tage treiben und anschliessend für einen Tag wieder an die Oberfläche kommen, um die gesammelten Daten an den Satelliten zu funken. Roboter besteht PKW-Fahrprüfung Der Roboter “Klaus” hat seine erste PKW-Fahrprüfung einwandfrei bestanden. Der Bot bewältigte den Parcour auf einer Teststrecke in Norddeutschland mit drei Beinen [Für Gas, Kupplung und Bremse] und Armen [Anlassen, Schalten, Lenken] und zahlreichen Sensoren. In “Klaus” Zentralrechner laufen die Daten aus einem Satelliten-Navigations-System, einer Stereo-Kamera, dreier Laser-Scanner und eines Radars zusammen. Durch den ständigen Abgleich kann ”Klaus” recht geschickt auch beweglichen Hindernissen ausweichen. “Klaus” dürfte aber trotz seiner ersten Erfolge hinter dem Lenkrad nicht als Ersatz für Taxi- oder LKW-Fahrer zum Einsatz kommen. Ziel der Entwickler ist vielmehr bestimmte Brems- und Ausweichmanöver zu studieren, die in entsprechende PKW-Technologien einfliessen sollen. Der Fahrer-Bot ist eine Gemeinschaftsentwicklung des Autoherstellers VW, einer Bosch-Tochter und einer Forschungsgruppe des deutschen Bundeslandes Sachsen-Anhalt. filesharing: futurezone, immer frische IT-News http://futurezone.orf.at

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