Bio-Produkte anschauen ist noch ganz in Ordnung und fördert manchmal sogar soziales und ethisches Verhalten. Kaufen dagegen führt zu unethischem und selbstbezogenem Denken, schließlich hat man ja schon etwas Gutes getan und kann danach dann ruhig ein bisschen böse sein. In der Psychologie heißt das „Licensing Effect“, man könnte aber auch sagen: moderner Ablasshandel, denn für schlechtes Benehmen zahlt man gewissermaßen im Voraus an der Kasse im Bio-Markt.
Frisch mit einem Oscar prämiert: Der Kurzfilm "Logorama"
Logos umgeben uns, sie sind überall. Das französische Kollektiv H5 thematisiert die Allgegenwärtigkeit von Logos in unserer Umwelt in ihrem gerade mit einem Oscar prämierten, animierten Kurzfilm “Logorama”. Der Film lief auch als Eröffnungsfilm des diesjährigen Sundance Film Festivals und ist ein guter Start in die Woche.
Nimmt man alle Nationalflaggen der Welt und schaut, welche Farbe am häufigsten vorkommt, so kommt man zu diesem Ergebnis. Von holländischer Weltdominanz zu sprechen, wäre natürlich der denkbar falscheste Trugschluss. Jetzt dürfen die Synästheten auf den Plan treten und uns ihre Welthymne komponieren und ja, wie bei Autos in den 90ern ist rot die Farbe, die über alles geht. Die Grafik in größerer Auflösung gibt es von stevefaeembra
Bundeschef Seipenbusch beharrt darauf, dass die Piratenpartei überhaupt keine Geschlechterdebatte braucht. “Wir sind Post-Gender”, sagt er.
Wir möchten uns dann offiziell für unsere Wahlempfehlung entschuldigen.
Oder doch nicht? Die taz hat ihre Geschichte inzwischen aktualisiert:
Der Piratenpartei-Vorsitzende Jens Seipenbusch legt Wert auf die Feststellung, dass er keine Debatte innerhalb seiner Partei unterdrücken möchte. “Ich lehne keine Debatte ab und werde auch keine Debatte unterdrücken”, erklärte er nach Lektüre unseres Berichtes der taz.
Zudem bestreitet Seipenbusch, gesagt zu haben “Wir sind Post-Gender.” Wir haben das Zitat daher entfernt.
Gleich zwei Morde in Großbritannien haben mit Facebook zu tun – nun diskutiert das Land über die Risiken durch Social Networks.
Der Facebook-Mörder hat dabei übrigens nichts mehr zu melden:
Sein Opfer lockte der 33-jährige Peter Chapman mit einem gefakten Profil im sozialen Netzwerk Facebook an. (…) Richter Peter Fox verhängte die Höchststrafe und fügte hinzu, dass die Mindeshaftdauer 35 Jahre betragen müsse.
Da hilft dann nur eins: Immer schön in Bewegung bleiben!
An dieser Stelle stand ein Artikel (“‘Mangelhaft’ für deutsche Schulabgänger”), in dem auf Basis der Nachrichtenagentur dpa falsch gewichtete Zahlen über die Ausbildungsfähigkeit von Jugendlichen berichtet wurden. Inzwischen hat die Agentur ihre Darstellung korrigiert und die Bundesregierung die ursprünglichen Zahlen dementiert.
Was war passiert? Wahrscheinlich folgendes: Ein dpa-Hoppsi fand es – warum auch immer – zu mühsam, sich durch den wirklich sehr mühsamen Originalbericht zu rackern. Lass es fließen, wird er sich gedacht haben, und das hat auch prima geklappt:
Berlin – Die Zahlen sind verheerend: Fast jeder zweite Schulabgänger gilt als “nicht ausbildungsreif” (…). Das geht aus dem Entwurf des “Berufsbildungsberichts 2010″ der Bundesregierung hervor, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.
Im Dementi musste die dpa dann eingestehen, dass “fast jeder zweite ‘nicht Ausbildungsreife’” eigentlich 47,3 Prozent der Schulabgänger waren, die zwischen Schule und Ausbildung irgendeine Fördermaßnahme mitmachen, warum auch immer. Oder sogar weniger, bzw. mehr?
Die genannte Referenzgröße von 47,3 Prozent umfasst nämlich nicht nur Schulabgänger aus dem Jahre 2008, sondern auch Abgänger aus früheren Jahren.
Fazit: Keiner blickt bei den Zahlen durch, die Schlagzeile “‘Mangelhaft’ für deutsche Schulabgänger” war trotzdem gut und “Regierung dementiert Bericht über schlechte Azubis” ist total lahm. Zum Glück war die Jugend von heute schon immer undankbar und verblödet, ist also eigentlich eh nix passiert.
Der Zank um den Staatsbankrott in Griechenland ist groß, gerade zwischen Germanen und Hellenen scheinen sich in der Tagespolitik um Focusplumpheiten und stinkende Finger mehr aufzutun als nur reine Budgetstreitereien. Passend dazu unsere diesmalige Datavis der Woche. Wer zahlt was in die EU und wer kriegt was zurück. Klar, dass es da nationale Unterschiede zwischen Haben und Soll gibt. Die Relationen sind in dieser Infografik aber ganz gut zu erkennen. Hier gibt es das Bild in größerer Auflösung.
Die Zeitläufe haben wirklich ein enormes Verwirrrungspotential dieser Tage: Die Gruppe Gays against Guido trifft sich auf Facebook-Korea zum mit dem Außenminister hadern.
Das Bundesverfassungsgericht hat heute beschlossen, dass die Massenspeicherung von Internet- und Telefondaten zur Strafverfolgung unzulässig ist.
Der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit wird aus Sicht der Verfassungsrichter nicht gewahrt. Außerdem mangele es an einer Sicherheit für die Daten und es gebe keine konkreten Angaben, wofür die Daten gebraucht werden sollen. Ferner kritisierten die Richter eine mangelnde Transparenz des Gesetzes.
Das Karlsruher Urteil schließt eine Speicherung der Daten jedoch nicht generell aus. Die deutschen Verfassungsrichter stellten nicht die Zulässigkeit der EU-Richtlinie in Frage, die Grundlage für das Gesetz in Deutschland ist. Bei der Speicherung handele es sich aber “um einen besonders schweren Eingriff mit einer Streubreite, wie sie die Rechtsordnung bisher nicht kennt”. Darum müsste ein derartiger Eingriff an strengste Bedingungen geknüpft werden. Diese Voraussetzungen erfüllt das deutsche Gesetz laut dem Urteil nicht. (heise.de)
Killerklopfgeist! Microsoft macht die Haut zum Touchscreen.
Und wieder ein neuer Screen. Diesmal auf der Haut. Das Prinzip mit Projektoren auf die Welt einen Bildschirm zu mappen ist ja alles andere als neu aber die Idee die Haut über ihren Klang als Input zu nehmen und mit eben so einer Projektion zu koppeln ist – äh – zumindest skurril genug um uns blasierten Kids doch irgendwie ein stilles Wow abzufordern. Das Prinzip: an verschiedenen Stellen an sich rumklopfen macht verschiedene Sounds, die man dann wiederum als Inputmethode nutzen kann. Mehr als 5 verschiedene Buttons haben sie bisher noch nicht hinbekommen, aber hey, das iPhone kommt auch mit einem aus. PS: Ja, Microsoft gebührt die Ehre nicht allein, die Carnegie Mellon University ist auch dran beteiligt.
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