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Sascha Kösch
 
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8.05.2013 | 11:56
 
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VR-Ö Frühchen beruhigt

Vertrag bleibt, Löschen gilt aber nicht.

gema-bezirksdirektionen

Ihr erinnert euch vielleicht, dass wir uns über die AGBs der GEMA-Verträge zu VR-Ö gewundert hatten, weil dort ein Passus stand, der einen verpflichtet hätte, nach Vertragsende die Musik, die man lizensiert hatte, zu löschen. Es hat etwas gedauert, bis wir auf unsere Rückfrage eine Antwort bekommen haben, aber sie ist da. Die gute Nachricht: Die AGBs stimmten so einfach nicht. Der Abschnitt D, in dem es um die Löschung geht, ist ungültig. Die Verträge als ganzes sind allerdings nicht ungültig, sondern sollen weiter bestehen. D.h. auch, dass ihr jetzt nicht eure frisch lizensierten Tracks löschen müsst.

Wer einen Vertrag abgeschlossen hat, sollte die Ungültigkeit des Abschnitt D in den AGBs auch noch mal schriftlich bestätigt bekommen.

Die schlechte Nachricht. Es scheint so, als wäre VR-Ö nicht gerade ein Erfolg, da es wohl nur Einzelfälle sind, in denen ein abgeschlossener Vertrag zu Stande gekommen ist. Warum wohl? Dafür wird es viele Gründe geben. Zum einen eben diese AGBs, zum anderen die Tatsache, dass man für die Lizenzierung eh noch bis Ende des Jahres Zeit hat. Es dürfte auch nicht helfen, dass es lange Zeit Verwirrung darüber gegeben hat, ob man nun Stück die man bis zum 1. April in Clubs mithatte, die selber eine Laptop-Abgabe gezahlt haben, nun überhaupt lizenzieren muss, weil sie ja dann doppelt lizenziert wären. Die offizielle Ansage diesbezüglich ist mittlerweile: Man muss nur die Stücke nicht lizenzieren, die man in diesen Clubs auch wirklich gespielt hat. Warum hier auf ein Mal andere Maßstäbe angelegt werden, ist aber auch keinem so wirklich klar, denn für “Altbestände” und alles andere gilt ja ansonsten nach wie vor, alles lizenzieren was man mitnimmt (oder so).

So langsam kommt also ein wenig Klarheit in die Sache, was es aber bezüglich des eigenwilligen Kopierzirkus und der sicherlich von der GEMA auch nicht gewollten Überregulierung bis hin zum Unverständnis überhaupt nicht besser macht. Die naive Hoffnung, dass die Clubs diesen Tarif wieder übernehmen, können alle vergessen. Die Hoffnung darauf, dass vielleicht eine Art Pauschaltarif am Ende von irgendwem verhandelt wird vermutlich ebenso wie die Hoffnung, dass man von dem Geld das man als DJ zahlt wirklich die Künstler bezahlt, die man mit dem Spielen ihrer Musik unterstützen möchte, versanden.

Vielleicht können neue DJ-Organisationen helfen, vielleicht eine neue Regierung, vielleicht (wir halten das nicht für wahrscheinlich) die Aufsichtsbehörde der GEMA. Vielleicht wird das Ganze aber eben einfach auch nur zu einem Papiertiger. Wie dem auch sei, VR-Ö bleibt eine Regelung, die eigentlich niemandem hilft. Für die GEMA ist sie großangelegte ungewollte Anti-Werbung und viel Aufwand, für die DJs entweder ungerecht oder eine Zumutung, weil es ihrer Praxis nicht entspricht und sie keinerlei Verteilungsgerechtigkeit für den Aufwand sehen, für die wenigen Urheber, die bei der Beliebtheit von VR-Ö davon am Ende etwas sehen werden, sind es vermutlich Peanuts, für die vielen Künstler denen die Peanuts helfen würden, weil sie eh strukturell benachteiligt sind in dem System kommen vermutlich nicht mal die an.

PS: Die richtig gute Nachricht ganz am Ende: Die GEMA investiert zur Zeit und auch in den laufenden Jahren wohl weitaus mehr in digitale Infrastruktur:

Für diese und weitere Vorhaben wird die GEMA ihre IT- und Datenbankarchitektur einem umfassenden Veränderungsprozess unterziehen. Umfangreiche Investitionen in diese Bereiche werden jetzt schon geplant und eingeleitet. Die erhöhten Investitionen im IT-Bereich werden sich auch auf der Kostenseite auswirken, so dass die GEMA für wichtige Zukunftsprojekte über einen längeren Zeitraum hohe Initialkosten tragen muss, die auch den Kostensatz vorübergehend erhöhen werden.
Geschäftsentwicklung 2012

Warum das gut ist? Schlucken die dann nicht einfach mehr Geld selber und schütten weniger aus? Da wir, die Clubs, und viele andere ja kein Problem damit haben, dass Künstler Geld von der GEMA bekommen, sondern eher, dass die von uns geschätzten Künstler benachteiligt werden, weil sie ständig in diese Lücke fallen, in der nur Pauschalbeträge irgendwohin fliessen, ist jede Investition in digitale Infrastruktur der GEMA mehr als willkommen, denn nur damit hätten sie die Chance eine Verteilungsgerechtigkeit auch für den Longtail irgendwie mal hinzubekommen.

PS2: Das Bild oben aus der Geschäftsberichtspräsentation der GEMA für 2012 zeigt, dass die Zukunftsfähigkeit der GEMA (genau wie die der Artists) mittlerweile immer mehr vom Veranstaltungsbereich abhängt, genau dort also auch in Zukunft der Fokus liegen wird. Die krampfigen Kämpfe werden uns also wohl auch in der Zukunft nicht erspart bleiben.

PS3: Zur wirklich dringenden Frage, wie soll VR-Ö überhaupt überprüft werden? Da weiss keiner nix und wir vermuten überhaupt nicht.



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Felix Knoke
 
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7.05.2013 | 20:46
 
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Tag 2 der Re:publica 2013

Robo-Ethik & Kunstverständnis

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Ich habe nicht den besten Re:publica-Tag erwischt, darin sind sich meine (wenigen) Gesprächspartner, die sich intensiver als ich mit dem proppenvollen Event-Plan auseinandergesetzt haben, mehr oder weniger einig: Der Dienstag war angereichert von Egalheit. Trotzdem habe ich gute Momente erlebt, vor allem in der Diskussion um die “Cyborgs” Neil Harbisson und Moon Ribas und den passenden Vortrag zu Roboter-Ethik.

Harbisson und Ribas haben ihre Körper mit Hardware ausgestattet, die Farben, Bewegungen und andere externe Signalquellen in Töne und andere Vibrationen übersetzt. Ihr Vortrag war im Grunde eine Aneinanderreihung von Ideen und Experimente mit dieser Methode und den kuriosen Möglichkeiten, Sinne zu mashen: Synästhesie durch Algorithmen. Richtig interessant – und viel zu kurz – aber waren die Fragen und Antworten, die nach dem folgenden Vortrag von Kate Darling über Robot Ethics aufkamen: Wer muss hier eigentlich sein Verhalten regulieren? Die Welt, die eine neue Empathie und einen neuen Umgang mit Robotern und elektrifizierten Menschen finden muss, oder humanoide Elektronik, die ja auch ein Machtpotenzial darstellt?
Ein paar Fragen, die ich spannend fand: Darling sagte gleich zu Anfang eine triviale Neuigkeit, dass Tierrechte ja in Wirklichkeit bedeuten würden, die Würde der Menschen durch ethisch korrektes Verhalten bewahren zu können. Wie ein Tier (da ist es ja zumindest weitgehend Abwägungssache), dürfte ja auch ein Roboter “gequält” werden – aber es sei gut, das zu unterlassen. Sie berief sich außerdem auf Erfahrungen, wonach Menschen eine emotionale Bindung mit Robotern aufnahmen, sie also menschlich aufluden und als Empathie-Speiser nutzen konnten. Harbisson wiederum erzählte, wie sein drittes Elektroauge zu einer Herabwürdigung als Mensch führten und er schon überlegte, es mit einem künstlichen Zwinkern zur Empathieerleichterung aufzurüsten. Ein Zuschauer wies daraufhin, dass auch noch ungeklärt sei, in wie fern man mit rein “virtuellen” Identitäten, zum Beispiel Computerspielfiguren, empathische Bindungen eingehen kann, soll, muss. Ich weiß zwar noch nicht, wohin das alles führt, aber ich glaube, das sind oberflächliche Diskrepanzen, denen viel interessantere Strukturen zugrundeliegen. Stoff zum Nachdenken am Re:publica-Dienstag.

Momentan sind es ja auch oft noch Grundlagenfragen: Technik soll befreien, aber nutzt doch nur den eh schon Bevorzugten. Harbisson erklärte hingegen, dass zumindest sein Cyborg-Sein hinsichtlich eines Zugangs und damit eines potenziellen Machtgefälles unproblematisch sei, da seine Hardware nur wenige Euros koste und damit nicht nur billiger als Alltags-Hightech sei, sondern auch in strukturschwächeren Regionen umsetzbar. Sprich: Dass der Zugewinn an neuen Einsichten in seine eigene Menschlichkeit nicht einhergeht mit einem uneinholbaren Vorsprung.

Was mir als Hausaufgabe übrig blieb: Wenn man, wie Harbisson und Ribas, seine Sinne elektronisch erweitert, werden Sinneseindrücke programmierbar. Damit wird die Welt doppelt abstrahiert wahrnehmbar: Einmal durch eine technische Abstraktion (also: Übersetzung), andererseits wieder durch eine Abstraktion im Hirn, also der eigentlichen Sinnesverarbeitung. Das dürfte Potenzial für spannende Sinnbasteleien haben – und vielleicht zu komplexeren Wahrnehmungen der Welt führen. Nachdenken, Herr Knoke.

Davon abgesehen, meine kleine Splittersammlung:

* In der “Wie radikal ist Open Access wirklich”-Diskussion kam der Hinweis, dass Open Access – was ja gemeinhin auch mit “kostenlos” gleichgesetzt wird – ja auch immer eine nicht-kostenlose Arbeit zumindest der Autoren und Infrastrukturanbieter vorausgehe.

* Mir wurde ein alkoholfreies Bier verweigert und gegen meinen ausdrücklichen Wunsch in ein alkoholisches getauscht, mit dem Hinweis der Bedienung, dass “ja wohl hier wer arbeitet, ich und nicht du.”

* Das schlimmste Wort: Distribuser

* Der schöne, erhellende Moment: Als das halbe Publikum bei einer Sound- und Bildinstallation nicht die Projektion und ihre Interferenzmuster anschaute, sondern den Projektor.



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AUTOR
Benedikt Bentler
 
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25.04.2013 | 15:31
 
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Olympus OM-D: Photography Playground

Ausstellung internationaler Künstler in Berlin wird morgen eröffnet

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Morgen beginnt der vom Kamerahersteller Olympus initiierte Photography Playground in den Opernwerkstätten in Berlin-Mitte. Der Name ist Programm: Die Ausstellung ist als Spielplatz gedacht, die Installationen und Kunstwerke sind interaktiv, laden zum Mitmachen und Benutzen ein. Dabei geht es vor allem um die Wahrnehmung und Veränderung von Raum und Licht. Am Eingang der Ausstellung werden die neuen OM-D Kameras von Olympus verteilt, um die Kunst auf einer weiteren perspektivischen und technischen Ebene erlebbar zu machen. DE:BUG hat sich den Spielplatz für euch bereits im Vorhinein angesehen und mit Künstler Martin Butler gesprochen. Eins sei schon einmal verraten: Der Besuch der kostenlosen Ausstellung ist unbedingt empfehlenswert.
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AUTOR
Benjamin Weiss
 
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24.04.2013 | 17:17
 
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Die Telekom-Drossel

Schneckennetz, visualisiert

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Koma-Surfen: Patrick Hempel hat mithilfe von Speed Limit ein anschauliches Video gebastelt, das die Auswirkungen der geplanten Geschwindigkeitsdrosselung nach erreichtem Volumen auf 384 Kbit/s durch die Telekom visualisiert und schmerzhaft klar macht, wie krass dieser Einschnitt wäre/sein wird. Das Runterladen eines Films in DVD-Qualität zum Beispiel dauert dann knapp unter 24 Stunden. Inzwischen haben aber sogar das Bundeswirtschaftsministerium, Ilse Aigner und, ähem, sogar Philipp Rösler in diesem Zusammenhang das schmutzige Wort “Netzneutralität” in den Mund genommen, könnte also sein, dass die Telekom dann doch zum Rückzieher gezwungen wiird. Aber probieren kann mans ja mal.



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AUTOR
Sascha Kösch
 
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20.04.2013 | 18:24
 
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VR-Ö: Die Lizenz zum Löschen

GEMA verlangt bei Vertragsende Kopien zu löschen

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Hurra, hurra, der Vertrag ist da. Der Bund der GEMA-Zahler hat freundlicherweise mal einen (anonymisierten) Vertrag, sowohl zu den Lizensierungen der Einzelkopien als auch der Altlasten, äh, des Altbestandes, online gestellt.

Die gute Nachricht zuerst: Von der befürchteten Lizenz zum Schnüffeln auf dem eigenen Rechner ist in diesem Vertrag nirgendwo die Rede. Es gibt lediglich einen Kontrollkostenzuschlag von 100% in der Altbestandsrechnung, von dem wir aber nicht genau wissen wie oder wann er angewendet werden soll. Wir vermuten, falls jemand beim Auflegen mit nicht legalisierten Kopien erwischt wird (aber wie sollte das geschehen?), dann bekommt derjenige eine Rechnung von 250 Euro, statt 125 Euro.

Bedenklich finden wir allerdings die Passage D, in den Allgemeinen Bedingungen. Dort steht:

“Vervielfältigungen auf Tonträger oder Bildtonträger, die dem Vertragspartner durch diesen Vertrag gestattet sind, müssen bei Ablauf des Vertrages gelöscht werden. Die Weitergabe an Dritte ist auch während der Vertragsdauer nicht zulässig”

Da der Altbestandsvertrag keine Dauer hat, kommt das da nicht zum Tragen vermuten wir, ausser die GEMA kündigt einem den Vertrag, dann hiesse es Festplatte löschen. Der Vertrag für Einzel-Lizensierungen ist allerdings erst Mal bis Ende dieses Jahres begrenzt und verlängert sich dann automatisch (Auch das eine merkwürdige Sache). Wer diese Verlängerung nicht macht, dürfte dann vertraglich dazu angehalten sein, seine lizensierten Kopien zu löschen. Das tut weh. Die Killertracks des Jahres wären dann nämlich auf ein Mal weg, obwohl man sie ja eigentlich offiziell auf Lebzeiten lizensiert hatte. Und in diesem speziellen Fall sehen wir auch wirklich nicht warum diese Kopien – wenn man dann z.B. nicht mehr DJ ist – nicht schlichtweg wieder das sind, was sie vorher waren: Privatkopien.

Wir stellen diese Frage auch mal im GEMAdialog, denn vielleicht verstehen wir das Ganze ja auch falsch.



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AUTOR
Sascha Kösch
 
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18.04.2013 | 14:30
 
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GEMA Tarifreform gekippt

Stell dir vor beide haben gewonnen und keiner weiß was los ist.

Bildschirmfoto 2013-04-18 um 15.01.36

Wir hatten zwar in der letzten Zeit eher mit den DJ-Tarifen der GEMA zu tun, aber die große Steigerung der “Discotheken”-Tarife war ja nur auf Ende des Jahres geschoben. Die Schiedsstelle beim Deutschen Patent und Markenamt, die die Aufsicht über die GEMA haben, hat, anders als erwartet, den Tarif nicht durchgewunken. Die GEMA äussert sich zufrieden mit einem “Linearisierung der Tarife angenommen”, die DEHOGA (in diesem Streit der Hauptgegenpartner) mit “Tarif gescheitert”. Wir hätten den Text der Schiedsstelle (70 Seiten, angefordert) gerne mal gelesen, denn Unterschiedlicher könnten die Aussagen darüber was nun drin steht nicht sein.

Das ganz klingt wie nach einem Wahlabend an dem alle Parteien gewonnen haben, egal welche Verluste zu verzeichnen waren.

Klar ist. Es muss neu verhandelt werden. Denn jetzt gelten doch wieder die alten Tarife so lange bis keine Einigung da ist. Verstoß gegen “urheber- und kartellrechtliche Vorschriften” soll es in den neuen Tarifen gegeben haben, und die Tariferhöhungen “überhöht” sein liest man aus dem DEHOGA-Statement als Zitate. Der Einigungsvorschlag der jetzt vorliegt wird aber keinem der beiden Partner (DEHOGA, GEMA) passen, d.h. sie werden wieder lange verhandeln, um am Ende aber vermutlich doch zu einem möglichst ähnlichen Ergebnis zu kommen, bei dem der ein oder andere vielleicht noch ein paar besondere Interessen durchgedrückt hat.

Falls wir das richtig sehen, sollen Clubs in Zukunft weiter Pauschalen zahlen, was eine enorme Erleichterung gegenüber den von der GEMA geforderten Tarifen bedeuten dürfte, diese aber werden über diverse Parameter wie Öffnungstage und Eintrittspreise etwas teurer.

Da nichts davon mehr ist als ein Vorschlag ersparen wir uns weitere Spekulationen und freuen uns auf eine nächste Runde der psychologischen Kriegsführung zwischen GEMA und DEHOGA, während wir uns im stillen weiter über den DJ-Tarif ärgern oder belustigen.

Der Tanz geht weiter.

Update: Oben jetzt der vorgeschlagene neue Discotheken-Tarif.
Update zwei: Unten zum Vergleich der aktuell gültige, und hier der Schlichtungsvorschlag als PDF.

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The Whole Earth

Ausstellungseröffnung am 26.04, im Haus der Kulturen der Welt, Berlin

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Ein Bild des Planeten Erde, aufgenommen aus den Weiten des Weltalls, zierte 1968 die erste Ausgabe des Whole-Earth-Katalogs. Der Autor Stewart Brand initiierte dieses Kompendium, das bis 1972 jährlich, danach bis 2003 in loser Abfolge erschien. Ein Ratgeber in Sachen nachhaltigem Lifestyle und bewusstem, kritischem Leben. Oder wie Steve Jobs es auf den Punkt brachte: Der Katalog war der Vorläufer der Suchmaschinen im Netz. Brand listete nützliche Dinge auf, mit denen der neue Lebensstil, die neue Gesellschaft der Hippies umsetzbar würde. Also zum Beispiel hochwertige Werkzeuge zu günstigen Preisen, Ideen für die eigenverantwortliche Kindererziehung.

Der Whole-Earth-Katalog ist nun Gegenstand einer Ausstellung im Haus der Kulturen der Welt, die am 26.04 eröffnet wird. Die Ausstellung, die von Diedrich Diederichsen und Anselm Franke kuratiert wird, versucht Auswirkungen und Folgen der amerikanischen Gegenkultur auf Gesellschaft, Technik und Kultur zu beleuchten. Vom Hippie-Zentrum in Kalifornien bis in die ganze Welt. Hierfür werden u.a. Arbeiten von Eleanor Antin, Robert Rauschenberg, Nancy Holt und Jack Goldstein gezeigt.

In Zuge der Ausstellung wird außerdem am 21. und 22. Juni eine Konferenz stattfinden, die sich mit dem Erbe der kalifornischen Widerständler im globalisierten 21. Jahrhundert auseinandersetzen wird. Geladen wurden hierfür u.a. Mercedes Bunz und der Medienwissenschaftler Erich Hörl.

THE WHOLE EARTH
Kalifornien und das Verschwinden des Außen
26.04 – 01.07.2013
Haus der Kulturen der Welt, Berlin

Haus der Kulturen der Welt



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AUTOR
Sascha Kösch
 
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16.04.2013 | 11:55
 
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GEMA DJ Tarif: Langweilig wird er nie

Neues aus den verwirrenden Tiefen des GEMA DJ-Tarifs: Altlizensierung als Angebot

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Es ist schon merkwürdig. Je tiefer man – ob gewollt oder nicht – in den GEMA Tarif VR-Ö einsteigt, desto mehr bekommt man das Gefühl, dass hier nach und nach als Reaktion auf die Kritik erst auf Seiten der GEMA herausgefunden wird, was dieser Tarif eigentlich will.

Zum Status. Bislang hat unseres Wissens immer noch niemand einen Vertrag, der nach der Anmeldung über das Formular folgen soll, gesehen, geschweige denn die zugehörigen AGBs. Unsere Bitte an die GEMA, uns die doch zur Ansicht zuzusenden ist wohl auch versandet.

Ein paar Dinge allerdings sind mittlerweile “scheinbar” klar geworden. Die höchst verwirrende Methodik des legalen Kopierens beinhaltet wohl definitiv lizensfreies Herumschieben von Platte zu Platte, wenn dabei das legal erworbene “Original” gleich gelöscht wird. Manche kennen das als “move”-Befehl, andere als Ausschneiden-Kopieren, ich als apfel-alt-v.

“Wenn ein Musikwerk zweimal vorhanden ist (und das ist es nun einmal bei einer (Sicherungs)kopie), so ist diese Kopie bei deren Aktivierung zum Zwecke der öffentlichen Wiedergabe zu lizenzieren.”

GEMAdialog

Wichtiger aber, die auf der Facebook-Gruppe Kulturretten.de aufgetauchte Frage nach der Doppellizensierung, scheint semi-offiziell geklärt. Der Hintergrund: Die Veranstalter haben ja bis zum 1. April die Laptopabgabe gezahlt. Wenn ein DJ also bei einem dieser Veranstalter aufgelegt hat, würde bei Lizensierung seines “Altbestandes” eine Doppelzahlung für die Lizenz entstehen. Im gleichen Thread des GEMAdialogs gab es jetzt folgende (unverbindliche) Aussage dazu:

“Mit der Lizenzierung der „Altbestände“ macht die GEMA lediglich ein Angebot für alle die Fälle, in denen eine Lizenzierung bisher nicht erfolgte. Dieses Angebot basiert auf dem Umstand, dass in der Vergangenheit lediglich 60% aller Diskothekenbetriebe einen Vertrag zur Lizenzierung der vervielfältigungsrechte (Stichwort: Laptop-Zuschlag) hatten. Daraus folgt, dass es DJ geben kann, die über Verviellfältigungsstücke zum Zwecke der öffentlichen Wiedergabe verfügen, die bisher nicht für diese Nutzung lizenziert wurden. Die Regelung der Altfälle ist lediglich als Angebot der GEMA zu verstehen.”

GEMAdialog

Klartext. Hat einer von euch vor dem 1. April in einem Club aufgelegt, der den Laptopzuschlag gezahlt hat, ist für Stücke vor dem 1. April kein Geld fällig. Genauer: vermutlich für die Stücke die vor dem Zeitpunkt rumkopiert wurden, als ihr das letzte Mal in einem Club aufgelegt habt, der den Laptopzuschlag gezahlt hat.

Uns gefällt dieses sanfte Zurückrudern und die Bezeichnung dieses Teils der Lizenz als “Angebot” nun schon weitaus besser.

PS: Für alle Interessierten, es gründet sich gerade ein neuer DJ-Verein der als Reaktion auf den VR-Ö entstanden ist und sich GDjC nennt. Infos findet ihr in der Facebook-Gruppe.



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AUTOR
Sascha Kösch
 
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2.04.2013 | 13:10
 
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GEMA Diskussion Live

Heute Abend Mitternachtstalk im M.I.K.Z. in Berlin und hier live als Stream

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Seit gestern gilt er, der neue GEMA Tarif für DJs mit dem unvergesslichen Namen VR-Ö, und egal wie groß die Aufregung war, alles wissen wir immer noch nicht über das stellenweise abenteuerliche Prozedere, die Bedingungen denen man sich als DJ jetzt aussetzt und wie das ganze überhaupt funktionieren soll. Noch weniger wissen wir warum es schon wieder ein Tarif ist, dessen Einnahmen im großen Topf der Umverteilung verschwinden, oder warum das alles im Namen der Künstler geschieht. Um diese und andere Fragen rings um den besten Aprilscherz des Jahres zu diskutieren, hat die Dienstagswelt, das Berlin Mitte Institut und De:Bug eine vielschichtige Runde eingeladen, die sich heute Abend ab 24 Uhr im Mitternachtstalk im M.I.K.Z. alle Mühe geben wird, das Niveau des Internationalen Frühschoppens wieder aufleben zu lassen. Kommt vorbei in der Revaler Strasse 99 oder schaut hier rein in der Live-Übertragung.

Mit dabei:

Christian Goiny
Medienpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im AH

Olaf Möller
Vorsitzender ClubCommission, verhandelt gerade mit der GEMA

Sascha Kösch aka Bleed
Herausgeber De:Bug

Jan Kühn aka Fresh Meat
Dj & Soziologe des Berlin Mitte Instituts

Moderation: Alexander Koenitz (bln.fm)

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