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2.02.2012 | 19:45
 
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Wie hältst Du es mit dem Bezahlen?

Über das System Pop-Industrie

“Warum soll ich noch für Musik bezahlen?” über diese, in Zeiten von Rapidshare, Torrent und Hotfile mehr als legitime Frage zerbrach sich der Sender on3-radio den Kopf und durchleuchtete in zwei Parts das verworrene Geäst aus industriellen Interessen und Leidenschaft der Musiker. Dass dabei vieles auf eine hochkomplexe Art miteinander verstrickt und verwoben ist, dürfte wohl nur noch die wenigsten überraschen.

Wie genau alles mit allem zusammenhängt, wird hier schlüssig aufgezeigt. Während sich die erste Hälfte die florierende Abmahnindustrie vornimmt, zeichnet die zweite das mitunter triste Bild des Überlebenskampfes der Musiker. Daran anknüpfend lassen Bodi Bill die Hosen runter, öffnen ihre Finanzbüchher und entzaubern damit wohl endgültig den Mythos der kunstschaffenden Bohème mit nackten Zahlen. Musik kann man am Ende leider weder essen noch anziehen!



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| 18:09
 
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Holzscheiben statt Vinyl

Bartholomäus Traubecks Installation "Years"

Zwar schon seit drei Monaten online, macht die Installation “Years” zurzeit die Runde und ordentlich Wirbel. Ihr Urheber mit dem opulenten Namen Bartholomäus Traubeck hat die offensichtliche Ähnlichkeit von Schallplattenriefen mit den Jahresringen von Bäumen zu Ende gedacht und statt Vinyl mal Holzscheiben aufgelegt. Klar, niemand will sich den Diamanten von der Nadel schleifen lassen, daher montierte Traubeck ans Ende des Tonarms eine PlayStation Eye Camera. Da der Arm nicht den Ringen im Holz folgt, sondern dank eines Steppermotors seiner am Vinyl erprobten Spiralbahn von außen nach innen folgt, wird jedes Mal, wenn ein Ring durch den Bildausschnitt fährt, ein ‘Event’ erstellt. Diese Daten werden als Videosignal in VVVV und dann per MIDI zu Ableton übermittelt, das wiederum als Schnittstelle zu einem VST Klavierplugin fungiert, indem die Ringdaten dann auf eine Tonleiter gemappt und in Anschlagstärken übersetzt werden. Je nachdem wie stark der Ring in einer Richtung aus dem Bild verschwindet, liest die Maschine ob er wächst, konstant bleibt oder in Relation kleiner wird. Die Jahresringe steuern also hauptsächlich den Rhythmus und Tonhöhen sowie die Intensität der Anschläge. Die Klänge gehen also zurück auf die Kreuzungen von der natürlichen Lebenslinie des Baumes mit der exakten Bahn des Maschinellen. Die Klangfärbung ist je nach Holzbeschaffenheit unterschiedlich und ermittelt sich anhand des durchschnittlichen Farbwerts sowie ein paar anderen Parametern wie Stärke, Dicke und Farbe der Ringe. Traubeck berichtet auf Nachfrage, dass eine Fichte schon mal in C-Dur dahinklimpern kann, während eine Tanne eher C-Moll bekommt. Damit leistet dieses etwas andere Holzinstrument eine herrliche Aufheiterung des deutschen Forstes, der ja unglaublich ideologisch, mythologisch, metaphysisch und wasweißichnisch überfrachtet ist. Hier werden bloß die kalten Datenbanken des Holzes geplündert und sonifiziert. Das ganze klingt übrigens erstaunlich langsam, erinnert sogar leicht an Bohren & den Club of Gore, was auch an Traubecks Orchestrierung liegen mag. So oder so: tolle Installation, die noch deutlich mehr Soundmaterial liefern wird. Hat er zumindest angekündigt, der – hier nochmal vollständig – Bartholomäus Traubeck.

Moritz Scheper

Bartholomäus Traubeck



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| 16:10
 
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“Festival is…”-Roundtable am Freitag im WYSIWYG

Heiteres Diskutieren mit sound:frame, De:Bug und Co.


cc-by timparkinson

Ob Schnittstellen-Suche, intellektueller Diskurs oder simpler Hedonismus, die Liste an Festivals ist kaum noch zu überblicken, vor allem im cross- und transmedialen Raum. Da drängeln sich natürlich Fragen nach einer Definition, der Einflussnahme auf künstlerisch kreative Gemeinschaften oder der Rolle des “Festivalization-Turns” in postindustriellen Ländern wie Sonnenbrillenträger beim Fusion-Start. Aus diesem Grund haben sich die Wiener Medienfestivals Coded Cultures und sound:frame zusammengerauft, um mit dem Diskursprogramm “Festival is…” auf Tuchfühlung zu gehen. Dafür versammeln sich diesen Freitag neun Experten aus verschiedenen Bereichen am runden Tisch des WYSIWYG. Neben Vertretern der Organisatoren Coded Cultures und sound:frame, wurden Thorsten Wiedemann vom A.Maze Festival, Cornelia und Holger Lund von Fluctuating Images, Dorian Mazurek von Klangsucht und De:Bug-Redakteur Ji-Hun Kim geladen.
Los geht es am Freitag um 16h. Der Eintritt ist kostenlos und die Diskussionsbeteiligung erwünscht.

sound:frame
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1.02.2012 | 10:19
 
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db: Ryoji Ikeda in Berlin

Es war live und wir waren dabei. Und ihr solltet auch noch hin

Seit wenigen Tagen ist Ryoji Ikejdas aktuelle Ausstellung “db” im Hamburger Bahnhof in Berlin zu sehen. De:Bug begleitet die neue Schau des Japaners und natürlich haben wir uns frühzeitig in die Schlange gestellt. Das solltet ihr auch tun.

Von Multipara

Eines ist bereits klar, bevor man eintritt in einen der beiden symmetrischen Räume, je einer im West- und im Ostflügel des Hamburger Bahnhofs, von Ikeda komplementär gestaltet und bespielt: Bei allem formalen Drang zu Minimum und Maximum, zum Überschreiten der Sinnesgrenzen hält sich seine Kunst abseits von bierernster Strenge. So überzogen ist das Spiel aus mit “d” und “b” beginnenden Wortpaaren, die die Eingänge markieren. Seine Kunst misst sich am Menschen, das wird am Eröffnungsabend, der ja mehr Social Gathering ist als alles andere, besonders deutlich. Geboten sind die überraschende Kraft eines Xenon-Scheinwerfers sowie die fragile Abstrahlung eines Parabol-Lautsprechers als Doppel raumbeherrschender physischer Phänomene, darin eingebaut und ebenso komplementär aufeinanderzukomponiert zwei mathematisch inspirierte Arbeiten (plus verbindendem Bonus), die die Grenzen des Erfassens unabzählbarer Ziffernfolgen gezielt ins Auge übersetzen. 

Jenseits dieser sinnlichen Erfahrungen strahlen die beiden Räume selbst eine eigentümliche Präsenz aus, die unerwartet freundlich wirkt, auch trotz einer etwas militärischen Anmutung der nackten Technik, und die zum Verweilen einlädt. Das liegt zum einen an den großzügigen, klaren Dimensionen, zum anderen an den speziellen Lichtverhältnissen, und so blieb kaum eine Handykamera ungezückt, um Begleiter und Freunde festzuhalten, die als bewegliche Körper, als darin integrierte Rezipienten selbst Teil des Kunstwerks werden: Kein Zufall wohl, dass auch auf offiziellen Bildern von Ikedas Kunst häufig Betrachter mit abgebildet sind. Durch das Verständnis seiner Arbeit als umfassende ”Komposition” – womit keineswegs nur der akustische Teil gemeint ist – fügt sich Ikedas erste deutsche Einzelausstellung in die Ausstellungsreihe “Musikwerke bildender Künstler”. Ikeda im Interview, April 2011: “Man verliert sich, wenn man mit Cutting-Edge-Technik zu tun hat, leicht in ihrer Komplexität, in der Datenfülle, und man vergisst das Komponieren. Man landet bei Zufall, Randomness, reiner Technikdemonstration. Randomness ist toll, aber da schaut man besser in den Himmel, die Wolken, aufs Wasser. So schön! Musik wird es erst durch ganz altmodisches Komponieren, mit einer Idee dahinter.”

db” von Ryoji Ikeda ist noch bis zum 9. April 2012 im Hamburger Bahnhof Berlin zu sehen.



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23.01.2012 | 18:12
 
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Symmetrische Räume

Ryoji Ikeda im Hamburger Bahnhof, Berlin. Ab kommendem Freitag


Ausstellungsansicht: “data.tron” (Ryoji Ikeda, 2007); Foto: Ryuichi Maruo

Zwei Räume, ein schwarzer und ein weißer, dazu ein Lautsprecher und ein Scheinwerfer – so sieht die Komposition aus, die Ryoji Ikeda eigens für den Hamburger Bahnhof in Berlin entwickelt hat. Mit dem Titel “db” (2012) weist Ikeda bereits auf die Symmetrie hin, um die es ihm mit seiner ersten Einzelausstellung in Deutschland geht, denn die Räume verhalten sich komplementär zueinander. Der Lautsprecher sendet eine stehende Sinuswelle in den weißen Raum, der Scheinwerfer einen weißen Lichtstrahl in den schwarzen Raum. Durch die Bewegungen der Besucher werden die Klang- und Lichtverhältnisse verändert, Schall- und Lichtwellen werden so zu physikalischen Erlebnissen.

Die beiden zusätzlich gezeigten Werke “the irreducible [nº1-10]“ (2009) und “the transcendental [nº4]“ (2012) sind ebenfalls komplementär zueinander, beide befassen sich mit der Repräsentation von Unendlichkeit auf der Basis mathematischer Forschung. Einblick in die Mathematik seiner Werke gab uns Ikeda übrigens vor einiger Zeit im Interview.
Die Ausstellung ist Teil der Reihe “Musikwerke Bildender Künstler”, die zuvor unter anderem musikalische Werke von Yves Klein, Rodney Graham, Janet Cardiff und George Bures Miller im Hamburger Bahnhof präsentierte.

“db” von Ryoji Ikeda ist vom 28. Januar bis 9. April 2012 im Hamburger Bahnhof Berlin zu sehen. Eröffnet wird die Ausstellung am Freitag, den 27. Januar 2012 um 20 Uhr.



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19.01.2012 | 13:57
 
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RDIO COO Carter Adamson Interview

Ein paar Fragen zum Start von rdio

Mitte letzter Woche startete rdio, einer der großen Musikstreamingdienste, in Deutschland, deren erklärtes Ziel es ist, die Musiklandschaft wie wir sie kennen wieder ein Mal völlig umzukrempeln. Zum Preis von 4,99 Euro (nur für Rechner) oder 9,99 Euro (für Rechner und Mobilgeräte) im Monat hat man mit rdio ständigen Zugriff auf 10 bis 15 Millionen Tracks die man wann immer, wo immer, wie immer hören kann. Die Macher hinter rdio dürften jedem bekannt sein: Niklas Zennström und Janus Friis die zuerst mit Kazaa auf sich aufmerksam gemacht haben, und danach mit der Skype Gründung definitiv einen festen Platz im digitalen Universum erobert haben. Wir haben den Start von rdio zum Anlass genommen ein Interview mit dem COO über Perspektiven des Musikstreamings, die Intentionen von rdio und die mögliche Zukunft der digitalen Musiklandschaft zu führen.

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18.01.2012 | 13:07
 
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Grooveshark Nowhere

Die ersten Streamings fallen aus der Wolke

Heute mag zwar internationaler SOPA-Protest-Blackout sein, aber nicht alle haben diese Sorgen. Grooveshark – schon seit einer Weile im Streit mit der GEMA und diversen anderen Rechteorganisationen – hat in Deutschland erst mal dicht gemacht. Die von der GEMA veröffentlichten Lizenzen waren dann wohl letztendlich doch zu viel, so jedenfalls die öffentliche Begründung. Schade eigentlich, denn in einigen Parts hatten sie einfach den offensten Zugang und zeigen das zum Abschluss noch mal mit der Möglichkeit die Grooveshark Musik zu exportieren. War dann wenigstens nicht alles umsonst.



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17.01.2012 | 17:15
 
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Online-Marketing für professionelle Musiker

Weiterbildungskurs "DigiMediaL" an der UdK Berlin


Foto: Jenny Uhlenbrok

Das Social Web ist für die meisten unabhängigen Kreativen wohl das wichtigste Instrument zur Selbstvermarktung, der souveräne Umgang mit Online-Marketing-Instrumenten und Social-Media-Anwendungen kann beim Karriereaufbau entscheidend sein. Die UdK Berlin bietet daher seit zwei Jahren den weiterbildenden Zertifikatskurs “DigiMediaL” an, in dem professionellen Musikerinnen und Musikern das strategische Musikmarketing im Internet vermittelt werden soll. Die sechste und damit letzte Runde von “DigiMediaL” startet am 6. Februar und findet innerhalb von drei Monaten an insgesamt elf Kurstagen statt.

Den Teilnehmenden soll dabei vermittelt werden, welche Plattformen für sie nützlich sind und wie diese am effizientesten genutzt werden können. Kommunikations- und Networking-Strategien sind aber nur ein Aspekt des Curriculums, auch Medienrecht und Netzökonomien werden beispielsweise behandelt.
Die Teilnahmegebühr beträgt 330€, Anmeldeschluss ist der 23. Januar. Weitere Informationen über “DigiMediaL” und die Anmeldung finden sich hier.



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Jacques Rancières “Schriften zum Film”

Buchpräsentation im Berliner Arsenal


Bild: Still aus “Hana-Bi” (Takeshi Kitano, 1997)

Das Kino ist eine “privilegierte Form der Interpretation unserer Welt”, schreibt der französische Philosoph Jacques Rancière. Seit Anfang der 90er Jahre befasst sich der Althusser-Schüler insbesondere mit medienästhetischen Fragen wie der nach einer politischen Filmästhetik. Seine seit Ende der 90er für die einflussreichen französischen Filmzeitschriften Cahiers du Cinéma und Trafic entstandenen Aufsätze sind im Herbst im Berliner August Verlag unter dem Titel “Und das Kino geht weiter. Schriften zum Film” erschienen. Darin werden nicht nur Filmklassiker von Charlie Chaplin, John Ford und Robert Bresson, sondern auch die Werke zeitgenössischer Regisseure wie Abbas Kiarostami und Massimo Costa behandelt.

Herausgeber der Aufsatzsammlung sind Julian Radlmaier und unser De:Bug-Chefauskenner in Sachen Film, Sulgi Lie. Gemeinsam mit der Filmwissenschaftlerin Gertrud Koch werden die beiden das Buch am 13. Januar ab 19 Uhr im Berliner Kino Arsenal vorstellen, die Moderation übernimmt die Medienwissenschaftlerin und Programmverantwortliche des August-Verlags, Maria Muhle.
Im Anschluss an das Gespräch wird der Film “Hana-Bi” (Japan, 1997) von Takeshi Kitano gezeigt, über den Rancière schreibt: “Es ist eine Utopie der wiedergefundenen Kindheit einer Kunst, die sich im Kino Kitanos manifestiert.”

Zum dazugehörigen Facebook-Event geht es übrigens hier entlang.



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