Für Musiker verspricht der Neuling eine eigens zusammenstellbare Rechteverwaltung für die Distribution der eigenen Tracks ohne finanzielles Risiko

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Onlineportale zur Vermarktung von Musik gibt es Ende des Jahrzehnts mittlerweile in einer nicht mehr erfassbaren Masse und ihre Geschäftsmodelle scheinen sich meist nur in den Details, wie der Auszahlung an den Künstler, zu unterscheiden. Die Plattform Audiomagnet erfindet auf den ersten Blick das Rad der Distribution nicht neu, kann aber bei genauem Blick in vielen Facetten Boden gegenüber der Konkurrenz gut machen.

Der Aufbau erinnert an eine Mischung aus Myspace und Beatport, da hier sowohl Profil als auch Shop verknüpft werden. Neben dem Memberstatus, der alle Funktionen nutzen kann die Content abrufen, existieren verschiedenen Modelle, um als Produzent Musik auf die Website zu stellen.
Neben der kostenlosen Möglichkeit einzelne Tracks online zu stellen, bieten die Macher einen kostenpflichtigen Pro Account mit dem man auch ganze Alben vertreiben kann.

Direkt ins Auge springt die von Soundcloud-Usern geliebte Waveform, bei der der Lautstärkenverlauf des gesamten Tracks visualisiert wird. Hinzu kommt die Einbindung des Players sowohl von Künstler als auch User als Widget auf andere Plattformen, womit eine Rundumversorgung auch außerhalb des Systems inklusive direkter Kaufmöglichkeit gegeben ist. Ob nur 30 Sekunden Preview-Clips oder der komplette Song einhörbar sind entscheidet der Künstler selbstständig.

Das Finanzielle ist wieder einmal ein Thema, bei dem sich die Geister wie auf jeder Plattform scheiden und den ewigen Grabenkampf zwischen Do It Yourself und der Auslagerung der Rechte an ein Label auch hier weiterführt. In jedem Fall vorbildlich ist die freie Auswahl, für welche Ebenen man seine Rechte in der Distribution abtritt. Beispielsweise kann Audiomagnet den Vertrieb über iTunes abwickeln, während man selbst einen physischen Tonträger über einen anderen Vertriebsweg veröffentlichten möchte. Dass alles seinen Preis hat, ist selbstverständlich auch hier zu beachten: Pro verkauftem Track in der digitalen Distribution geht ein Festbetrag von 39 Cent an Audiomagnet, über den eigenen Erlös von brutto 10 bis 100 Cent pro Track kann der Künstler bei jedem Stück selbst bestimmen.

Beim Professional Account und den weiteren Möglichkeiten der externen Distribution wie einer CD-Produktion oder Platzierung auf Fremdplattformen wie iTunes und Amazon werden zusätzlich zum Mitgleidsbeitrag von 9958,80€ im Jahr Einrichtungskosten im Rahmen von 39€ bis 99€ fällig, was sich somit erst bei erwarteten hohen Umsätzen lohnen wird. Hier liegt auch wieder die Problematik eines solchen Systems begraben, denn bei dem Punkt, an dem als Künstler das Break Even mittels Audiomagnet Distribution erreicht wird, kann schon eine D.I.Y. Pressung in Eigenvertrieb deutlich günstiger ausfallen. Denn sobald man an dem Punkt angelangt ist, an dem eine physische Albenproduktion finanzierbar ist, sollten genug Kontakte vorhanden sein, seine Tonträger auch offline platzieren zu können.

Alle Details gibt es auf http://www.audiomagnet.com

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9 Responses

  1. nicorola musikblog – rock-a-hula baby » Blog Archive » links for 2009-10-22

    [...] Audiomagnet – Plattform für Musikvermarktung | De:Bug Medien Onlineportale zur Vermarktung von Musik gibt es Ende des Jahrzehnts mittlerweile in einer nicht mehr erfassbaren Masse und ihre Geschäftsmodelle scheinen sich meist nur in den Details, wie der Auszahlung an den Künstler, zu unterscheiden. Die Plattform Audiomagnet erfindet auf den ersten Blick das Rad der Distribution nicht neu, kann aber bei genauem Blick in vielen Facetten Boden gegenüber der Konkurrenz gut machen. [...]

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  2. audiomagnet

    Zunächst mal vielen Dank für das Lob! Dann noch eine GANZ WICHTIGE KORREKTUR bzw. ein UPDATE: Wir haben SOEBEN die Preise für den Professional Account und die digitale Distribution gesenkt! Die Einrichtungsgebühr für die digitale Distribution in über 300 Shops kostet nun wie die physische Distribution über Amazon 39 Euro, die Jahresgebühr für den Professional Account haben wir auf 58,80 Euro (also 4,90 Euro im Monat) gesenkt.

    Trotzdem noch eine Anmerkung zum Punkt “Mit D. I. Y. ist das aber billiger!”: Mag sein, aber D. I. Y. bedeutet eben auch, dass man sich um Herstellung, Lagerung, Vertrieb, Abrechnung, Versand und Programmierung eines Webshops selbst kümmern muss. Unser Service besteht eben auch darin, dass wir das übernehmen!

    Davon abgesehen kann man seit kurzem auch bei audiomagnet Kleinauflagen der eigenen CD bestellen – auch für größere Stückzahlen machen wir gerne ein Angebot…

    Beste Grüße aus Hamburg

    Timo | audiomagnet

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  3. moritz

    Die Preissenkung macht das Angebot sicherlich attraktiver, keine Frage. Dennoch bleibt das Marketing bei dem Modell immer noch in der Hand der Künstler, was einerseits ein großer Vorteil und Freiheit ist, andererseits aber ebenso Probleme machen kann, da hier dann D.I.Y. noch immer gefragt ist. Der Aufwand wird somit nicht signifikant kleiner, aber dennoch ist es für die digitale Distribution sicherlich ein Modell, dass sich bei manchen Artists rechnen kann, die ihre Tracks auf anderen Plattformen anbieten wollen ohne das Bindeglied Label. Das wird dann die Zukunft zeigen, ob sich bei vielen Musikern eine solche Rechnung rentiert.

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  4. p8guitar

    “Neben dem Memberstatus, der alle Funktionen nutzen kann die Content abrufen, existieren verschiedenen Modelle, um als Produzent Musik auf die Website zu stellen.”
    ….
    “On nur 30 Sekunden Preview-Clips oder der komplette Song einhörbar sind entscheidet der Künstler selbstständig.”

    “Das Finanzielle ist wieder einmal ein Thema, bei dem sich die Geister wie auf jeder Plattform scheiden und den ewigen Grabenkampf zwischen Do It Yourself und der Auslagerung der Rechte an ein Label auch hier weiterführt.”

    Äh – vielleicht mal vor der Veröffentlichung Rechtschreibung und Grammatik prüfen? :-)

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  5. bewegungsmelder

    hmmh, schon besser als noch vor einem halben jahr, wo wir uns das das erste mal angeschaut haben, trotz dem sehr deutlich von resident advisor adaptierten design. wir entscheiden uns allerdings eher für myx2u.com, ist wesentlich näher am musiker und unabhängigen label dran und bietet neben dem mp3-shop auch noch eine sehr einfach zu administrierende homepage. das grundlayout ist auch wesentlich zurückhaltender und damit wesentlich schöner in die eigene corporate identity einbindbar und wie man hört, sollen sowohl im shop als auch in der homepage demnächst farben und schriften bei bedarf frei konfigurierbar sein.

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  6. audiomagnet

    @ bewegungsmelder

    Der Vergleich mit Resident Advisor (das mir vorher unbekannt war) ist ja wohl echt nicht Dein Ernst, oder? Zwar komplett anderes Spalten-/Seitenlayout, völlig anderer Headbereich und Navi, bunte Elemente auf grauem Hintergrund und viel größerer Focus auf Bilder aber auch mit abgerundeten Ecken und bei einer von vier Content-Zeilen mit grünen Elementen???

    Was http://myx2u.com/ angeht: Bietet einen Bruchteil unserer Features, (z. B. Player-/Shop-Widget für Facebook, MySpace, eigene Homepage, Blogs, Export in Shops wie iTunes, Musicload, Beatport und über 300 weitere, CD- und Merchandise-Shop usw…) und schüttet bei einem 99-Cent-Download 10% weniger Geld aus als wir. Aber so lange man Farbe und Schrift anpassen kann, ist das natürlich viel besser in die eigene corporate identity einzubinden als mit einem Widget, dass man in vorhandene Seite einbinden kann – nee, is klar …

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