Googlemaps links, Literatur rechts. In der Mitte ein paar überfällige Fragezeichen.

Mal im Ernst. Ist das überhaupt eine Idee? Text genommen, Orte darin und Bewegungen auf der linken Seite des digitalen Buchdeckels mit Google-Map gemasht. Den Promotext könnt ihr euch ausmalen, oder mal eben überfliegen:

Für den online Roman SENGHOR ON THE ROCKS wurden erstmals alle Handlungselemente eines literarischen Textes mit geografischen und zeitlichen Koordinaten versehen und so im chronologischen Verlauf auf einer Karte darstellbar gemacht. Auf Basis von Google Maps wird parallel zu jeder Szene des Textes deren Handlungsort als exakte geografische Position bzw. jede Bewegung als animierte „Fahrt“ auf der Karte dargestellt. Der Leser des virtuellen Buches erlebt die geschilderte Handlung als „Reise über die Landkarte“ und gewinnt über diese visuelle Ebene einen völlig neuen Zugang zum Text.

Ach so? Warum?

Wieso nicht lieber eine Taggalaxy? Dann hätte man wenigstens, statt der immergleichen Vogelperspektivebilder einer – geben wir das doch mal zu – halbwegs beliebigen Stadtdraufsicht, zu den paar Worten, die im Text gut aussehen, ein paar Referenzbilder. So ist das eher Falkplan mit Legende, nur dass das Falkplan zusammenfalten irgendwie amüsanter ist.

Naja, vielleicht gibts ja bei der zweiten Auflage dann eine Karte mit Kommentaren, die dann eine völlig neue (blabla) Handlungsebene erfahrbar machen.

4 Responses

  1. Flo

    Naja genau darum ging es ja gerade bei diesem Projekt nicht – die Qualität von Literatur ist dass Bilder im Kopf entstehen können, und die Satellitenansicht bietet dafür hinreichend abstraktes, und doch (meiner Meinung nach) inspirierendes Material. Wer sich die Mühe macht, den Text zu lesen (und ja dieser steht bei diesem Projekt im Vordergrund, auch wenn uns klar ist dass wir damit die Aufmerksamkeitsspanne der Flickr-tag-irgendwas-Generation bedenklich strapazieren) wird auch sehen dass es visuell weit mehr zu entdecken gibt als “beliebige Stadtdraufsicht”. Anderen bleibt das halt verschlossen, ist ja vielleicht auch mal was schönes.

    Und keine Sorge: Kommentare und Tags wirds nicht geben, auch nicht in einer “2.0” ;-)

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  2. Patrizia Wiesner

    blabla handlungsebene?
    mit so einem kommentar kann man eventuell noch in einer schülerzeitung punkten, die phantsielosigkeit des betrachters offenbart sich unverhüllt!

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