Freier, billiger, besser. Kapitalismus in der Krise

Wir erinnern uns: Steve Jobs forderte vor gar nicht all zu langer Zeit DRM-freie Musik (aus welchen Gründen auch immer). EMI preschte vor (lässt man die Indies mal beiseite, die ja schon ewig DRM-freie Musik von Beatport bis eMusic verkaufen) und Universal zog vor ein paar Tagen nach. Doch anstatt zum Downloadshop Nr. 1 damit zu gehen, zogen sie zu Walmart, und jetzt gibt es noch weitere überraschende Details, die Preis fallen.

Die US-Handelskette Wal-Mart verkauft online ab sofort auch DRM-freie Musikdownloads. Mit 0,94 US-Dollar (0,70 Euro) pro Track oder 9,22 US-Dollar (6,85 Euro) für ein Album liegen die Preise für kopierschutzlose Musik unter denen im iTunes Store. Apple nimmt für die DRM-freien Einzeltitel des EMI-Katalogs immerhin 1,29 US-Dollar.
heise online –
Kopierschutzfreie Musikdownloads bei Wal-Mart

Abgesehen mal vom Wasserzeichen, das sich in den Wal-Mart DRM-frei-Tracks ebenso herumtreibt, wie die Kundeninformation in den DRM-freien Apple-MP3s, scheint DRM-frei jetzt auf einmal ein Machtmittel zu werden im Kampf um die Vorherrschaft der digitalen Downloads, und selbst die den Majors so verhasste Preisbindung bei Apple, wird zu diesem Zweck noch mal so richtig zu den Akten gelegt.

Auf obskure Weise offenbart sich an dieser Stelle direkt aus den Köpfen der ehemaligen DRM-Gläubigen, dass Musik ohne Kopierschutz genau die einzige Hoffnung ist, den Markt doch noch in die Finger zu bekommen. Doch keine Angst, diese eigentümliche Krise des Kapitalismus ist mit Sicherheit nur ein vorübergehender Schwindelanfall aufgrund strategischer Verwirrung.

2 Responses

  1. hany

    gibts eigentlich organisierten widerstand gegen die preis- und produktepolitik des itms?

  2. Dexi

    ja gibts- siehe piraten und filesharing :)