DEHOGA-DJs werden über uns alle entscheiden.

DJ-Schein-vorne

Wir warten ja, wie ihr vielleicht auch, seit jetzt etwas mehr als einer Woche auf mehr klärende Antworten der GEMA. Aber da herrscht Funkstille. Frau Reindlmeier ist in Urlaub, der GEMAdialog auf Twitter und Facebook schweigt sich zum Thema aus, selbst dem Stern gibt man keine Antworten mehr.

Das Problem. Die GEMA steckt in Verhandlungen über den DJ-Tarif VR-Ö. Es wird also über unsere Zukunft als DJ verhandelt. Schön. Aber von wem eigentlich? Die wenigen Informationen die da durchsickern (z.B. auf Facebook) lassen uns nichts gutes ahnen. Da ist zum einen der Berufsverband Discjockey e.V., deren Topcharts aus Matthias Reim, DJ Ötzi, Fantasy und Andreas Berg bestehen. Der sitzt in Hamburg und arbeitet laut eigener Aussage “eng mit dem BDT (Bundesverband Diskotheken und Tanzbetriebe e.V. in der DEHOGA)” zusammen. Andere Verhandlungspartner: Die Bundesvereinigung der Musikveranstalter und eben dieser BDT. Der DJ-Verband in der Bundesvereinigung der Musikveranstalter (BVMV) übrigens ist es auch, den die GEMA offiziell als Verhandlungspartner nennt. Und wer ist das nun schon wieder? Hier eine Liste der Mitglieder:

der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband e.V. (DEHOGA Bundesverband)
der Handelsverband Deutschland (HDE)
der Europäische Verband der Veranstaltungs-Centren e.V. (EVVC)
der Tanzschulinhaberverband Swinging World (SW/ADTV)
der Bundesverband Automatenunternehmer e.V. (BA)
der Internationale Fachverband Show- und Unterhaltungskunst e.V. (IFSU)
die Mood Media GmbH
die INTERHOGA GmbH
quelle

Schon wieder ziemlich viel DEHOGA. Ihr erinnert euch noch. Die waren damals, als wir alle auf der Straße standen, um das Clubsterben zu verhindern eine der treibenden Kräfte, die letztendlich dazu geführt haben, dass der neue Club-Tarif bis 2014 ausgesetzt wurde. Eigentlich gut oder?

Die definitive Antwort der GEMA darauf, warum eigentlich der 1.4. der – irgendwie übereilt wirkende – Stichtag für den DJ-Tarif VR-Ö ist. Die Bundesvereinigung der Musikveranstalter (und damit die DEHOGA) hatte damals in den Verhandlungen nämlich gefordert, dass der Laptopzuschlag, den die Clubs bislang bezahlt haben, zum 31. März entfällt. Hatten wir wohl damals in der Pressemeldung überlesen. Danke DEHOGA noch mal.

Und mit genau denen, die auf diesem Weg quasi gefordert haben, dass DJs jetzt GEMA zahlen müssen, sitzt die GEMA am Verhandlungstisch, um über den Tarif, den DJs zu zahlen haben, zu verhandeln. Wir finden das gelinde gesagt absurd. Und dass genau diese Verhandlungen jetzt dazu führen, dass die GEMA über den Tarif nicht mehr “kommunizieren” will klingt für uns eigentlich nur noch nach Klüngel.

Und wir vermuten, wer dann in Zukunft in den Genuß von 20% Vereinsvergünstigung, den die DEHOGA da für ihre Alleinunterhalter aushandelt, kommen möchte, der darf sich so einen DJ-Führerschein kaufen wie oben abgebildet.

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Schreibmaschine. Tippse. Reviewweltmeister und so Dinge.

11 Responses

  1. Sven

    Da das ganze am Ende zu lasten aller Partygänger, Veranstalter usw geht…wäre es wohl sinnvoll eine Art Warnstreik durchzuführen sprich: an einem Samstag nimmt kein DJ deutschlandweit einen Gig an!

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  2. Chris

    Das mit dem Warnstreik ist eine gute Idee, aber bei einem Jahrespauschalbetrag macht das kein Sinn, weil die GEMA ihre Kohle bekommt, egal ob gespielt wird oder nicht.

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  3. Sven

    Es ginge auch mehr darum mal die Leute wach zu rütteln denen das jetzt noch alles egal ist…Gäste, Veranstalter, Lieferanten, Politiker… ein Samstag ohne auch nur eine Party wäre sicher ein deutliches Signal an jeden!

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  4. Chris

    Wie gesagt …. Die Pauschalen an die GEMA werden trotzdem bezahlt … Das einzigste was das bringt sind Meißen in der Gastro an dem Tag. Aber der Ansatz ist gut.

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  5. Rico

    Hat die GEMA Gesetzmäsigkeit ? Wenn ja wie kann die Gema mit irgend welchen Vereinen oder Interessengemeinschaften Rabatte aushandeln. Vor dem Gesetz ist bekanntlich jeder gleich, oder?. Ist das ein türkischer Basar, wo die sich befinden ? Leben wir nicht schon in Europa ? wie kann es sein das nur deutsche DJ’s bezahlen sollten. (für Musik die in allen anderen Ländern auch gedudelt wird). Es ist in Ordnung, das Künstler an ihrem “Werk” etwas verdienen, aber nicht so !!!!! Egal was da kommt, ich halte mich nicht die Bohne an Abmachungen, die offensichtlich von irgendwelchen Lakeien ohne Fachverstand in Windeseile getroffen werden. Nach dem Motto: so haben wir schon immer unser Geld verdient, und es wird schon keiner merken. Die DJ’s haben ja keine Lobby und die werden schon stillhalten. Noch eine Frage am Rande ?Kann mir irgendeiner von euch sagen wo bleibt die Presse und Rundfunk und Fernsehen ????? Über jeden kleinsten Scheiß wird seitenlang berichtet. Über diesen GEMA Mist wird geschwiegen. Sehr merkwürdig !!!!

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  6. Chris

    Die Medien werden, wie jetzt auch Facebook, schön raus gehalten….mir wurden gestern mehrere Kommentare von facebook gesperrt und gelöscht mit dem Hinweis das ich gegen die community Richtlinien verstoßen hätte. (zum thema GEMA) Also werden die Medien mit Sicherheit von der GEMA zum schweigen gezwungen o.ä. .. Schlimmes Deutschland.

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  7. ADA

    Ein irrer Blödsinn, das Ganze, aber eine Frage, wieso richtet sich Eure Anschrift an die GEMA, diese ist die Vertretung der KOmponisten und texter. Eure Vertretung ist die DeHoGa, bzw, die Clubkommision und so Zeug. Wäre es nicht angebrachter und effiktiver in eignen Haus mal klarzumachen, wie es laufen sollte, und nicht stattdessen einen Verband zu kritisieren, der eurer Verhandlungsgegner ist, und den es im Grunde egal ist , wie EURE Vertretung für Euch spricht und für Euch verhandelt ? Ich glaube, da köpfen derzeit einige DeHoGa PR Profis abendlich ein paar Flschen Sekt , und könne es selbst nicht fassen, wie absurd die Frontlinie verläuft, und wie schön Sie dabei aussen vor sind, um für DJ Freddy und DJ Klaus und co, schön für Wolfgang Petri die Zahlungen abzuzocken.

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  8. Sumit

    Ich raff das nicht ganz. Will der Hurenverein (aka GEMA) jetzt dass DJ’s für die Mukke blechen die Sie in Clubs spielen für die der Club zahlt, das DJs die Mukke spielen?
    Oder wie oder was?

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  9. Phil

    Mir ist die ganze Sache auch einfach nur noch ein einziges Rätsel… will man hier eine Kultur ausrotten? Wieviele “kleine” DJs wird es nicht mehr geben, wenn das Ding (so wie es jetzt angedacht ist) durchkommt. Ich mag mir ein solches Szenario gar nicht vorstellen. Vermutlich werden einfach noch mehr in den Untergrund gehen und eine neue Reihe illegaler Warehouse Geschichten wird entstehen. Das kann’s aber auch nicht sein!
    Ich hoffe hier auf eine vernünftige Lösung! Ich bin nicht bereit für bereits, legal, erworbene Tracks eine “Aufführungsgebühr” zu blechen!!!

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