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31.07.2008 | 13:09
 
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Haben Sie Waffen, Sprengstoff oder MP3s dabei?

Australien will die MP3-Player von Flugreisenden auf illegale Musik untersuchen.


Als ob die Sicherheitsabfertigung auf Flughäfen nicht schon lang genug dauert, aber vielleicht ist das in Australien ja anders. Die australische Website News.com.au meldet, dass ernsthaft darüber nachgedacht wird, beim Sicherheitscheck an Flughäfen die MP3-Player der Fluggäste zukünftig ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen und bei zu viel illegaler Musik gleich die Handschellen anzulegen. Absurd? Finden wir auch. Und sowieso nicht durchsetzbar. Was wissen Sicherheitsbeamte denn über Musik? Und P2P? Und wer will mir denn beweisen, dass meine Tracks aus dem Netz kommen und nicht von der CD zu Hause? Und wie wollen die Sicherheitsmännchen das recherchieren? In welchem Zeitfenster? Darf ich dann kostenlos umbuchen auf den nächsten Flug? Wer bezahlt die Rückholung meines bereits eingecheckten Gepäcks, darf ich mit fünf illegalen Tracks meinen Flug antreten? Sind zehn auch noch in Ordnung? Und sind denn jetzt alle verrückt geworden?

Das Büro des australischen Innenministers Stephen Smith hat bestätigt, dass sein Land gemeinsam mit anderen Staaten Gespräche führt, allerdings noch nichts unterschrieben hat. Good for you! Natürlich sind die USA auch mit im Boot. Und sollte es tatsächlich mal einen Pilotversuch in diese Richtung geben, irgendwo auf der Welt: Wir fahren hin. Mit der Bahn.

(via Wired)

Auch gut:




DIE WOLKE HAT 4 Kommentare zu "Haben Sie Waffen, Sprengstoff oder MP3s dabei?"

  1. Dabei handelt es sich um das Anti-Piraterie-Abkommen ACTA. Da muss man gar nicht so weit nach Australien gehen, auch Deutschland ist über die EU-Kommission an den Verhandlungen mit dabei.

  2. Johannes

    Kleines Zitat aus dem englischen ACTA-Artikel:
    “The proposed agreement would allow border officials to search laptops, MP3 players, and cellular phones for copyright-infringing content. “

  3. Wie auch immer das Ding heißt: Die Umsetzung dürfte nicht trivial sein. Auf einem modernen Ipod mit 80 GB sammelt sich halt schon so allerhand Zeugs. Wohl dem, der von jedem seiner 60.000 Musikstück den genauen Lizenz-Status kennt bzw. überhaupt hinsichtlich der Copyright-Gesetzen im Bilde ist.

    Abgesehen davon, welches nationale Recht gilt dann dort vor Ort eigentlich oder kann man davon ausgehen, das mit ACTA auch die Copyright-Gesetze harmonisiert werden? Nicht alles, was in Deutschland erlaubt ist, muß es auch in Australien sein.

    Roland

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