Ifpi not amused

Ich bin gespannt, wann die Zeit kommt, in der die IFPI einsieht, dass sich am Markt was ändern muss, wenn man bessere Zahlen haben will, nicht umgekehrt.

Der Downloadmarkt freut sich mit geschätzten 10,2 Mio. verkauften Einzeltracks und 0,7 Mio. verkauften Bundles über ein Wachstum von knapp über 36%. “Das sind gute Zeichen, dennoch fällt die Marktentwicklung insgesamt schwächer aus als erhofft…”
http://www.ifpi.de

Und dann folgt auch schon, ihr ahnt es, das Piraterie und Privatkopie Gebet. Dabei sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache: Was wollen die Kunden? Downloads, klar, 36% Steigerungsrate davon kann der Rest der Wirtschaft nur träumen. Verständlich aber, dass die Steigerungsrate vom letzten Jahr (das war das 2,3 fache) nicht erreicht wurde, denn von 2004 kamen ja erst die beiden grossen Player in Deutschland auf den ausgehungerten Markt, der iTMS und Musicload. (Ok, Musicload war defacto schon im Oktober 2003 unterwegs, aber erst die Konkurrenz mit Apple hat die T-Com dazu gebracht, da auch etwas Werbung zu machen). Selbst wenn die digitalen Verkäufe nicht weiter steigen sollten – was ich mal bezweifeln würde – gibt es am Jahresende immer noch 25% Steigerung.

Aber auch die anderen Dinge die gut laufen machen Sinn: Low- und Mid-Price CDs steigen ebenso wie DVDs um über 10%. 2-Track Single-CDs um mehr als das 6-fache (Ist wohl ein neues Format). Die Leute kaufen gerne billig und das was sie haben wollen, das ist doch wohl die Lektion. Sensationell in diesem Zusammenhang auch der Einbruch bei Funk- und TV-beworbenen Compilations um fast 30%. Vielleicht ist ein Ende der Deutschland-Sucht-Den-Superstar-Ära ja doch noch in Sicht.

Am überraschenden Releasewahn diesen Sommer (Sommerloch? Pffft) in der Art von Musik die wir so besprechen dürfte man feststellen, dass es für elektronische Musik ein ziemlich gutes Halbjahr war. Und irgendwie bilde ich mir ein, dass genau der Grund, der der IFPI zu schaffen machte, die WM, für uns eher positive Auswirkungen hatte, lauter Touristen nämlich, die in Deutschland Platten einkaufen waren, die es sonst nirgendwo gibt. Seit ein paar Wochen aber scheint es dann noch – man hört das von Labeln und Vertrieben – ein kleines Sommerloch zu geben.

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