idivus organisiert Verwaltung digitalen Nachlasses

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Foto: Techbirmingham

Das Thema “digitales Ableben” ging letztes Jahr schon mal durch die Blogs, als einigen auffiel, dass es in den diversen Communities mittlerweile eigentlich eine relevante Zahl an Profil-Karteileichen geben müsste, die auch offline tot sind. Ideen für digitale Friedhöfe gab es freilich schon zu frühen 1.0-Zeiten, aber den ersten R.I.P.-Profilen auf MySpace begegnete man dann doch erst deutlich später. Die Frage, wie man sich als Netzwerk-Betreiber bei Ableben eines Users verhält, ist dabei nur die eine Seite der ungeklärten Medaille und so isoliert auch schwierig zu beantworten. Denn auf der anderen Seite ist in die Überlegungen einzubeziehen, welches Vorgehen Angehörige, Freunde und der Profilinhaber selbst präferieren.

An dieser Stelle setzt idivus an, ein neues Startup, das einem dabei helfen soll, alle seine Zugangsdaten zu verschiedenen Websites zu bündeln und damit im Falle des eigenen Todes die Verantwortung für die Accounts in andere Hände zu übergeben. Dazu muss man sie natürlich zunächst in die Hände von idivus legen, was die ersten vier Wochen kostenlos ist und danach mit 1,50 € pro Monat berechnet wird. Ein etwas flaues Gefühl gibt es gratis dazu, wenn man sämtliche seiner Web-Passwörter sowie die Adressen von Freunden und Bekannten auf der Website einträgt. Man kann außerdem Botschaften für die Nachwelt hinterlassen, falls es etwas gibt, was man schon immer mal sagen wollte.

Das Master-Passwort für die Seite soll man dann laut FAQ seiner “Familie direkt geben oder irgendwo hinterlegen, wo es ganz sicher gefunden wird.” Hier tritt das alte Problem der Handlungsunfähigkeit nach dem eigenen Tode dann aber schnell wieder zutage: Wenn ich nicht will, dass jemand weiß, wo mein Passwort ist, aber ich nicht weiß, wann ich sterbe, dann bedarf es wohl eines Treuhänders. An dieser Stelle hätte idivus vielleicht interessant werden können. Bis dahin aber ist es mir lieber, ich schreibe direkt all meine Zugangsdaten auf einen Zettel (wenn überhaupt), als nur das Masterpasswort zu einem Online-Dienst, den ich bei näherer Betrachtung vielleicht doch noch überlebe.

idivus.com

4 Responses

  1. madprof

    voll toll ! da hat sich einer was richtig gutes ausgedacht…marketing vom feinsten: appelliere an ein sicherheitsbedürf und liefere die lösung…soll jetzt meine familie nach meinem ableben zugriff auf meine “1000 besten myspace freunde” haben, mein ich biete bei xing löschen, dass mir keiner mehr eine job anbietet…

    früher musste die leute ein buch schreiben, um für die nachwelt erhalten zu bleiben…jetzt kommen sie ganz ohne stress in den vorzug…bis dann facebook nach x jahren ohne login das profil sowieso deleted.

    ich geniese es auf jedenfall meine bruder noch immer unter meinen fb freunden zu sehen mit meiner jacke an und einem grinsen im gesicht…

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