Das Internationale Design Festival Berlin feierte gestern Eröffnung.

Gestern feierte die dritte DMY im ehemaligen Flughafengebäude Berlin Tempelhof ihren erfolgreichen Auftakt. Besucherschlangen drängelten sich an jedem Eingang um die Installationen und Objekte der aus aller Welt angereisten Designer und Architekten bewundern zu dürfen.

Der Fokus liegt dieses Jahr auf dem Thema “Copy Cultures“. Hiermit ist weniger das Plagiat an sich gemeint, vielmehr das editieren vorausgehender Werke, sowie das Experimentieren mit verschiedenem innovativen Material. 70% aller Produkte basieren dieses Jahr auf so genannten “neuen” Materialien.
Technische Funktion ist dabei nicht zwingend erste Priorität, sondern das Überführen funktionaler Exzellenz in Nutzer-freundliche Ergebnisse. Martin Beeh und Dr. Sascha Peters boten heute einen MakerLab Workshop an, mit dem Ziel, neue Anwendungsszenarien für Materialinnovationen zu entwickeln.

Der Länderfokus liegt dieses Jahr auf Finnland. Helsinki ist Design Capital 2012 – begründend dafür, so erklärte Geschäftsführer und Gründer der DMY Joerg Suermann in der eröffnenden Pressekonferenz, ist der finnische Design Stil, der immer in erster Linie in Richtung Funktionalität und schlichte, klare Optik orientiert ist.
“Das finnische Designkonzept sowie die Architektur ist für seine Struktur und Schnörkellosigkeit bekannt, was es zeitlos werden lässt. Seit jeher bestimmt hier Qualität und Beständigkeit. Die klaren Linien, bei denen sich innovative Lösungen mit Brauchbarkeit sowie neue Trends mit einer auf das Wesentliche reduzierten Eleganz verbinden, machen es so besonders innovativ und interessant”

Dirk van der Kooij präsentiert hier zum Beispiel einen, aus japanischen Produktionsmaschinen zusammengesetzten Roboter, der aus alten Kühlschränken Plastikschnüre formt, die er wiederum zu bunten Stühlen zusammenklebt.

Der Umgang mit Material in verschiedenster Art macht die DMY in der Tat besonders spannend für die Besucher. Möbel und Dekorationsgegenstände aus Fellen, Filz, Stoff, Plastik, Holz, Metall, Glas ect. reihen sich an Installationen und technische Erfindungen. Zu sehen gibt es neben den diversen kreativ und zum Teil äusserst bunt und poppig gestalteten Möbelstücken auch etliche kleinere Gebrauchsgegenstände, die zum Teil im DMY Shop käuflich zu erwerben sind.

Die Künstlerin Helga Schmid, Teil der Designer Gruppe “Visual Prostitutes” hat eine Wolke für drinnen entwickelt. Die “Whimsical Cloud” lässt sich mit einem simplen Lichtschalter an- bzw. ausschalten und regnet bunte Farbe auf ein weisses Kissen. Ästhetisch zweifellos ein Volltreffer.

Besonders schön zu sehen ist auch, wie die Künstler ihre Werke auf dem doch ziemlich eng verteilten Raum präsentieren, Martyna Golik, Schülerin der Fine Arts Academy “Wladyslaw Strzeminski” in Lodz saß gestern und heute den ganzen Tag in einer Art Schlafsack bzw. einer von ihr entworfenen Sitzgelegenheit in Form eines Fischs.
Nach dem Auftakt der Ausstellung durfte vor Ort gefeiert werden, zahlreiche Besucher mischten sich unter die Designer und feierten die Eröffnung mit Live Musik und DJs.
Die DMY kann bis Sonntag in Tempelhof besucht werden.

Das volle Programm findet ihr hier, Tickets kann man außerdem hier erstehen.

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