Tja, ein merkwürdiges Wir-Denken findet da bei FM4 statt. Fieber, Malmoe, Gap, Skug, ORF, FM4, Standard, Salzburger Nachrichten etc. (wers nicht weiss, die sind letztendlich untereinander unvereinbar, sowohl ideologisch, als aus systematisch) haben, weil “Österreicher”, in den Augen von Mitpanelist Blumenau eine Denke, die – in einer echt ermüdenden Polemik immer wieder als Star-Gäste gemixten, namenlosen – “Deutschen” eine andere. Über die eigentümliche Spezifität dieses unterstellten bilateralen Nationalismus und die seltsame Leere dieser eher gefühlten – böser formuliert gewollten – Argumentation mag man ja hinwegsehen (und wenn mir, nach dem Lesen dieses Artikels nicht jede Bestimmung des österreichischen Wesens anhand und in Vergleich mit dem deutschen Wesen erst recht, selbst als Witz als Verbrechen vorkommen würde, könnte man sagen, Blumenau möchte gern eine Art österreichischer Poschardt sein). Aber ich würde doch noch kurz festhalten, dass in meine Wir-Tagwolke mit Sicherheit weit eher Patrick Dax gehört, als Spex oder Intro, und sowohl die beiden Magazine als auch z.B. Wien selbstverständlich eher als Deutschland, für das mir nämlich echt kein wie auch immer geartetes “Wir” einfällt. Oder, um es mit Kanak TV zu sagen: “Integrier mich am Arsch”.

Die deutschen Star-Gäste von Spex, Intro und De:Bug waren mit alle ihren Denk- und Wort-Beiträgen so felsenfest innerhalb ihres Systems, dass schon allein deshalb eine Kommunikation mit den Österreichern, die es in jeder Hinsicht lieben aus Vorgegebenem auszubrechen, in Schleichwegen zu denken, fast verunmöglicht.

Die deutschen Star-Gäste von Spex, Intro und De:Bug haben eine fast schon staatstragend zu nennende Medien-Denke, bei der sie sich quasi für den gesamten Print-Bereich verantwortlich sehen; sie denken privatwirtschaftlich, für Übersensible fast schon oldschool-neoliberal; das Publikum existiert als Quote.

Die Österreicher denken immer auch Staat, Gemeinde, Verantwortung und Subventions-Geld mit.
fm4.ORF.at / Journal ’05: 27. 11. Sonntag.

Etc. bla bla. Ach so, warum doch Poschardt, wenn doch nicht? Weil ich mir in Österreich angewöhnt hab alles mit Poschardt zu erklären.

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8 Responses

  1. hal

    @bleed: thx für dein statement zum blumenau artikel (löst grosses kopfschütteln bei mir aus). war interessante 2 tage…

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  2. p3k

    “Wir sagen und Ich meinen, ist eine von den ausgesuchtesten Kränkungen.” (wusste schon der olle wiesengrund.)

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  3. zr*

    schaut man sich die diskussion die dem blumenauartikel folgt an, dann ist es immer die gleich peinlichkeit des österreichers als besseren deutschen. da packen alle gleich ihre geschichtesachen aus mischen das ganze mit tagespolitik ab und freuen sich darüber indie zu sein von deutschland aber nicht von der fördernden hand des österreichischen steuerzahlers. hier lebt halt noch die mär vom sozialstaat, da wird auch die alternative staatlich gefördert.

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  4. strauss

    wie sagt der blumenau da: “überall dort, wo österreicher im deutschen medienmarkt tätig sind, gelten sie als kreative köpfe mit unkonventionellen ideen.” aua. dem möchte man das hier aufs nachtschränkchen legen: “Die Interviews, die Zeiler gibt, haben bisweilen den Unterhaltungswert von Finanzamtsschreiben, Gottfried Zmeck verbreitet unter seinen Zuhörern immer die schreckliche Sorge, er würde gleich aufspringen und zubeißen. Von Michael Maier, auch so ein Exilierter, heißt es, er sei in seinen letzten Monaten als Stern-Chefredakteur so angststeif gewesen wie heuer die T-Aktien-Besitzer.” (http://www.kolumnen.de/kinkel-150804-oesterreicher.html) österreicher, deutsche, das ist eine leidige diskussion.

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  5. mao

    dass auch alternative kultur in österreich subventioniert wird, hat zu verkrustungen/verfilzungen/ geistigen stillstand geführt. Ihr kennt ja vielleicht den witz, wonach in der höllle österreicher journalisten sind. das traurige an der ganzen sache ist eigentlich nur, dass martin blumenau viel macht besitzt und mit dieser – im aristotelischen sinne – unredlich umgeht. und was tragisch ist: er wird eure kritik emotional nicht verstehen und lächerlich machen. im dösenland gibt es leider keine debattenkultur, sondern nur ressentiment.
    ansonsten: für die fitteren ösis bleibt ja play.fm; fm4, obwohl ich dort schon noch freunde habe, ist halt ein corporate college rock sender, soll sein, immerhin ernährt der sender freunde. viel schlimmer ist aber, dass es in wien nicht mal mehr einen okayen städtischen danceclub gibt.
    ad strauss : zeiler kommt wie blumenau aus der “guten alten” etatistischen sozialdemokratischen AZ (ehemalige Arbeiterzeitung) Schule. Hat sich halt wie alle in Österreich hochgeschleimt, und warum österreich als idee noch missglückter als deutschland ist und zweifellos der geistigen auslöschung bedarf, kann jeder im gleichnamigen sehr guten thomas bernhard roman nachlesen.
    Und natürlich ist es ein unerträglicher und falscher mythos, wonach österreicher so besonders erfolgreich in der deutschen medienlandschaft sind. Genauso wie Cordaba scheiße war und ist.

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  6. pstein

    Zum Verhältnis Österreich-Deutschland schaut man einfach bei einem klugen Österreicher nach und liest dort: Ich habe mich einmal mit dem Phänomen beschäftigt, dass gerade benachbarte und einander auch sonst nahe stehende Gemeinschaften sich gegenseitig befehden und verspotten, so Spanier und Portugiesen, Nord- und Süddeutsche, Engländer und Schotten usw (Anm. Österreicher und Deutsche). Ichgab ihm den Namen “Narzißmus der kleinen Differenzen”, der nicht viel zur Erklärung beiträgt. Man erkennt nun darin eine bequeme und relativ harmlose Befriedigung der Aggressionsneigung, durch die den Mitgliedern der Gemeinschaft das Zusammenhalten erleichter wird. (Sigmund Freud: Das Unbehagen in der Kultur)
    ’nuff said.

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  7. catch22

    “die deutschen star-gäste” tja, selbst blumenau hat anscheinend erkannt dass jeder de:bug-praktikant mehr draufhat als seine ignoranten, selbstverliebten blog-geschichten

    “blumenau möchte poschardt sein” ja, wenn nicht p. dann jemand anderer, der zumindest weiss was neoliberal bedeutet;

    spex intro de:bug in einem atemzug nennen weist daraufhin dass er zumind. eines dieser magazine noch nicht wirklich gelesen hat – tippe mal auf de:bug, dafür ist er wohl schon zu alt und ausserdem hat er null ahnung von elektr. musik

    nicht österreicher sind die besseren deutschen sondern anton waldt ist der bessere österreicher (als blumenau)

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  8. BUZZ2006

    Hello there… well, sorry I don’t speak German, I learnt Russian at school as well as English (obviously)… Her’s my message both in English and then in French, thanks for reading it all the same… I think that this might be of spome interest to you…
    This is my recent Amazon.de, Amazon.com, Amazon.co.uk and Amazon.can review of one particular track — “Buzz” — included on “Catalogue électrique” by (supposedly) David CARRETTA, released by DJ HELL’s GIGOLO RECORDS… Here it goes:
    This album is indeed an amazing piece of “work” and this comment is indeed not “infringing on any property rights”, just the other way round in fact… as you will see for yourself by going to the French electro and new-wave site nordwaves.info/musique/buzz/discography.php, and checking out their radio blog track number 9 — “Buzz” — was entirely pilfered from the repertory of the 80′s French minimal synth-pop cold wave combo named… would you believe it ?… BUZZ. The original track released on Dancetaria Records around 1988 was entitled, incidentally “Berlin” and Carretta obviously hum… “borrowed” the entirety of the original lyrics and tunes… and I am currently taking legal action against the guy, BUZZ being still active and about to issue two compilations of its early years (1984-89) and a brand new CD, supported as they are by their long-standing friends Anne Clark and Gary Asquith (Renegade Soundwave, The Lavender Pill Mob), two other rather evident references of that Toulouse moustachioed and oh so creative and original DJay… so this buy is a must before the record gets taken off the circuit for legal reasons and becomes a collector’s item, you’ve been warned !!!!”
    Thanks for reading this and spreading the word ! My lawyer is not happy at all !!!
    Tchuss !

    Jean-Christophe Van Thienen

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